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Cornflakes Das Frühstück der Neunziger kommt zurück!

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Bis zu 5,50 Euro kostet eine Schüssel Cornflakes

Hinter der Theke stehen Thomas Joussen, 24, mit seinen Kumpels und Co-Geschäftsführern Max Kolvenbach, 26 und Mark Mühürcüoglu, 31. Die drei tragen Kapuzenpulli, Jeans und Turnschuhe und die Käppis verkehrt herum. In einem amerikanischen Collegefilm würden sie nicht weiter auffallen. Vor einem Jahr kam ihnen die Idee, dass „Cornflakes als Zwischenmahlzeit eigentlich immer gehen“. Sie ließen sich inspirieren von dem Szene-Café „Cereal Killer“ in London, in dem irische Zwillinge mit Vollbärten Cornflakes an britische Hipster verkaufen.

Ein Wegweiser durch den Marken-Dschungel
Sitz von Unilever in den Niederlanden Quelle: dpa
Coca-Cola-Flaschen Quelle: REUTERS
Produkte von Kellogg´s Quelle: Reuters
Geschäftssitz von Procter&Gamble Quelle: AP
Schriftzug von Johnson&Johnson Quelle: AP
Jemand spielt World of Warcraft Quelle: REUTERS
Logo von Kering Quelle: dpa

Mittlerweile hat das Kölner Trio mehr als 122 verschiedene Sorten im Angebot, das meiste davon kommt aus den USA – dem Land, in dem die Cornflakes erfunden wurden. Der Legende nach suchten der Arzt John Harvey Kellogg und sein Bruder William Keith im Jahr 1894 eine gesunde Kost für ihre Patienten und ließen versehentlich gekochten Weizen über Nacht stehen. Am nächsten Morgen walzten sie die Masse platt, gaben Zucker und Malz hinzu und entwickelten so aus Zufall eine der beliebtesten Mahlzeiten in der westlichen Hemisphäre.

Kellogg's will demnächst eigene Cafés eröffnen

Bei den Kunden des Kölner Cafés sind Cornflakes so beliebt, dass sie bereit sind, bis zu 5,50 Euro für eine Schüssel mit Milch zu zahlen – zum Beispiel für den „Peanutbutter Lover“. Besonders populär seien „Lucky Charms“ von dem amerikanischen Kellogg’s-Konkurrenten General Mills, erzählt Joussen. „Diese Marke gibt es in Deutschland nicht zu kaufen, aber viele Gäste kennen sie von ihren Reisen in die Staaten und schwelgen dann bei uns in Nostalgie.“ Ein deutscher Importeur kauft die Ware eigens beim Supermarktriesen Wal-Mart in den USA ein und liefert sie dann an das Kölner Café. „Das kostet uns ein Schweinegeld, aber so haben wir immer die neuesten Sorten.“ Die Kundschaft wisse das zu schätzen, es seien Büromenschen dabei, die sich Cornflakes auf dem Weg zur Arbeit mitnehmen, und Studenten, die hierher kämen, um ihre Bachelorarbeit zu schreiben.

In den kommenden Jahren wollen die Kölner noch mindestens zwei weitere Läden eröffnen, auch über Franchise denken sie nach. Andreas Lauszat, Gastronomieexperte bei dem Marktforschungsunternehmen npdgroup, sieht das Konzept nicht ganz so groß: „Es ist schon eine starke Nischen-Idee, die auch nur kurz boomen und dann wieder sehr schnell vom Markt verschwinden könnte.“ Die Verbraucher wären heutzutage einfach zu gesundheitsbewusst.

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Doch auch darauf sind die Kölner Cafébetreiber vorbereitet: Hinter der Theke liegen neben all den süßen Zutaten auch ein Apfel und eine Banane bereit. „Das ist für eine Mischung mit zuckerreduzierten Flocken, fürs gute Gewissen“, sagt Co-Gründer Max Kolvenbach. „In den ersten Wochen war das unser Bestseller.“ Aufgrund der hohen Nachfrage haben die Jungs jetzt auch das gute alte Bircher-Müsli ins Sortiment aufgenommen.

Marktführer Kellogg's scheint die Geschäftsidee auch zu gefallen: Demnächst will der amerikanische Cornflakes-Hersteller in Hamburg sein erstes Café für Frühstücksflocken eröffnen.

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