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Corona-Impfquote Wie hoch ist die Impfquote in Deutschland aktuell?

Corona-Impfquote in Deutschland Quelle: imago images

Wie hoch ist die aktuelle Coronavirus-Impfquote in Deutschland? Eine Übersicht.

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Seit dem 27. Dezember 2020 wird in Deutschland gegen das Coronavirus SARS-CoV-2 geimpft. Bis zum 5. Oktober 2021 haben bereits 56.713.234 deutsche Bürgerinnen und Bürger mindestens eine Erstimpfung gegen das Coronavirus erhalten. 

Wie viele Menschen in jedem Bundesland schon geimpft sind und wie hoch die Impfquote in Deutschland im weltweiten Vergleich ist, erfahren Sie hier in der Übersicht.

Was ist die Impfquote?

Die Impfquote zeigt, wie viele Menschen bereits gegen das Coronavirus geimpft wurden. Sie wird prozentual angegeben und ist für die Evaluation von Impfprogrammen unerlässlich. Sie kann Aufschluss über die Umsetzung von Impfempfehlungen der Impfkommission, bestehende Impflücken, sowie über die Impfakzeptanz der Bundesbürger geben. Impfdaten im Bezug auf bestimmte Zielgruppen zeigen zudem Trends und regionale Unterschiede auf. So können die verschiedenen Behörden den Herausforderungen im Impfschutz mit gezielten Maßnahmen begegnen.

Woher stammen die Daten zur Corona-Impfquote?

Laut dem Robert-Koch-Institut (RKI) erfolgt die Erhebung der Daten zur Corona-Impfung in den Impfzentren und mithilfe der mobilen Impfteams. Autorisierte Mitarbeiter in den Impfzentren und Impfteams können im „Digitalen Impfquotenmonitoring“ entsprechende Daten eingeben. Diese werden an die Bundesdruckerei übermittelt, wo im Auftrag des RKI alle nötigen Informationen zwischengespeichert werden. Das Bundesministerium für Gesundheit fasst außerdem alle aktuellen Daten zur Corona-Impfung auf einem Dashboard zusammen.

Wie hoch ist die Corona-Impfquote in Deutschland aktuell?

Das RKI meldet, dass einschließlich bis zum 5. oktober 2021 bisher 56.713.234 Menschen in Deutschland gegen Corona mindestens erstmalig geimpft wurden. 53.818.763 Personen davon haben bereits eine Zweitimpfung erhalten. Somit wurden insgesamt bisher etwas mehr als 108 Millionen Impfdosen verabreicht. Die Impfquote in Deutschland für die Gesamtbevölkerung liegt aktuell bei 64,7 Prozent. Dieser Wert bezieht sich auf vollständig geimpfte Personen – also Personen, die bereits ihre Zweitimpfung erhalten haben. Die Quote der Erstimpfungen in Deutschland liegt aktuell bei 68,2 Prozent.

Die Bundesländer impfen allerdings mit unterschiedlichem Tempo. Die Werte folgender Tabelle zeigen, welches Bundesland derzeit die höchste Impfquote in Deutschland vorweisen kann. 

Aktuelle Tabelle der Coronavirus-Impfquoten der einzelnen Bundesländern

Bundesland Impfquote* (Erstimpfungen)        Impfquote* (vollständig geimpft)
Baden-Württemberg65,5 Prozent62,9 Prozent
Bayern64,9 Prozent62,4 Prozent
Berlin  67,7 Prozent64,6 Prozent
Brandenburg61,6 Prozent58,7 Prozent
Bremen 79,2 Prozent75,5 Prozent
Hamburg72,1 Prozent68,9 Prozent
Hessen 68,0 Prozent64,0 Prozent
Mecklenburg-Vorpommern65,9 Prozent63,1 Prozent
Niedersachsen 70,9 Prozent66,8 Prozent
Nordrhein-Westfalen72,8 Prozent68,2 Prozent
Rheinland-Pfalz69,9 Prozent64,8 Prozent
Saarland   74,4 Prozent71,3 Prozent
Sachsen 57,9 Prozent55,0 Prozent
Sachsen-Anhalt63,5 Prozent 61,2 Prozent
Schleswig- Holstein  72,9 Prozent69,8 Prozent
Thüringen60,8 Prozent58,8 Prozent
Impfquote Deutschland gesamt 68,2 Prozent64,7 Prozent

Quelle: Robert-Koch-Institut, *Stand: 5. Oktober 2021

Wer wird zuerst gegen Covid-19 geimpft?

Mittlerweile ist die Mehrheit in Deutschland mindestens einmal geimpft. Somit wurde es der Bundesregierung ermöglicht, die Impfpriorisierung am 07. Juni 2021 aufzuheben. Ebenfalls ist die Corona-Impfung durch diese positive Entwicklung und einer Erstimpfquote von mehr als 60 Prozent nun für jeden oder jede ab 12 Jahren, ungeachtet des Berufs oder Gesundheitszustands möglich.

Zuvor wurde die Reihenfolge der Impfungen in Deutschland als Rechtsverordnung des Bundesgesundheitsministeriums festgelegt. Damit wurde festgestellt, welche Bevölkerungsgruppen zuerst eine Impfung gegen Covid-19 benötigen, da noch nicht genügend Impfstoff zur Verfügung stand, um allen Bundesbürgern, die sich eine Impfung gewünscht hatten, den Impfstoff in einer kurzen Zeitspanne zu verabreichen.  

Gibt es schon eine Veränderung durch das Impfen?

Die vom RKI gemeldete 7-Tage-Inzidenz war zwischenzeitlich unter 10 gefallen. Diese Entwicklung ist auch auf das vermehrte Impfen in Deutschland und Europa zurückzuführen. Ebenfalls wurde auf Basis der bisher ausgewerteten Daten festgestellt, dass die Virenlast und Virusausscheidung bei Menschen, die vollständig geimpft sind und sich trotzdem nach der Impfung infizieren sollten, deutlich geringer ist. Durch Abnahme der Impfbereitschaft, Urlaubsrückkehrer und der Verbreitung der Delta-Variante liegt die Inzidenz derzeit wieder bei 63,6.

In welchem Land ist die Impfquote am höchsten?

Im internationalen Vergleich liegt Deutschland bei den verabreichten Impfungen noch weit zurück. Die höchste Impfquote liegt laut Our World Data in den Vereinigten Arabischen Emiraten vor. Dort liegt die Impfquote aktuell bei 93,7 Prozent. Diese Zahl bezieht sich auf die verabreichten Erstimpfungen. Die Zweitimpfung haben in den Vereinigten Arabischen Emiraten bei 83,3 Prozent der Bevölkerung erhalten.

Dahinter folgt mit einer Impfquote von 87,8 Prozent bei den Erstimpfungen Portugal. Deutschland schafft es im Hinblick auf die Erstimpfungen mit einer Impfquote von aktuell 68,2 Prozent weltweit auf Platz 48. Bei den Zweitimpfungen kommt Deutschland mit derzeit 64,7 Prozent auf den 33. Platz. (Stand: 5. Oktober 2021)

Warum wurde in Deutschland zu Beginn der Impfkampagne so wenig geimpft?

Die Bundesregierung wollte die Corona-Impfungen zwar beschleunigen, aber seit dem Start der Impfkampagne hatte Deutschland mit verschiedenen Problemen zu kämpfen. Unter anderem wurden zu wenig Impfdosen von Biontech, Pfizer, AstraZeneca und Moderna geliefert. Zusätzlich erschwert wurden die Liefervorgänge durch fehlende Digitalisierung, fehlende technische Schnittstellen und den hohen Datenschutz. Des Weiteren besitzen andere Länder wie Israel bereits digitale Patientenakten. Dort läuft der Prozess grundsätzlich schneller ab als in Deutschland, wo Patientenakten oft noch analog geführt werden.

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Wann wird in Deutschland eine Herdenimmunität erreicht sein?

Je mehr Menschen geimpft sind, desto weniger erkranken an Covid-19, da somit die Infektionskette schnell wieder unterbrochen wird. Dann spricht man von Herdenimmunität. Dadurch werden auch Personen geschützt, die noch nicht geimpft wurden. Laut der Weltgesundheitsorganisation WHO müssten 60 bis 70 Prozent der Bevölkerung vollständig geimpft sein, also zwei Impfdosen verabreicht bekommen haben, damit jegliche Infektionskette wieder unterbrochen werden kann. 

Allerdings hängt die Quote, die für die Herdenimmunität benötigt wird, auch mit der Reproduktionszahl des Virus, möglichen Mutationen und der Wirksamkeit beziehungsweise Effektivität des Impfstoffes ab. So kann es passieren, dass die Quote für den Herdenschutz auch weit über 70 oder 80 Prozent liegen kann.

Mehr zum Thema: Weil nur eine Handvoll Bundesländer ihre Daten über das „Digitale Impfquotenmonitoring“ melden, muss sich das Robert Koch-Institut die täglichen Impfzahlen aus E-Mails zusammenklauben. Die Folge: Chaos statt Durchblick.

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