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Corona-Impfung Geschenke für Geimpfte: Hier gibt es die schrägsten Impfanreize

Jeje Jaenudin, ein 68-Jähriger aus Sindanglaya, posiert mit einem lebenden Huhn, dass er nach seiner Coronaimpfung geschenkt bekam. Quelle: REUTERS

Regierungen weltweit verfolgen derzeit ein Ziel: Impfmuffel zum Impfen zu bewegen. Ideen gibt es viele: etwa Geldprämien, geschenkte Hühner oder Schusswaffen. Ein Überblick zeigt die skurrilsten Impfanreize der Welt.

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Wer sich hierzulande pieksen lässt, bekommt nicht viel. Klar, Geimpfte können meist ohne Test im Restaurant sitzen, ins Kino gehen oder im Fitnessstudio trainieren. Nicht zuletzt „beschenkt“ die Corona-Schutzimpfung Impfwillige auch mit einem geringeren Infektionsrisiko und einem abgeschwächten Krankheitsverlauf. Ansonsten sieht es in Sachen Extra-Belohnung nach der Spritze in Deutschland aber eher mau aus.

Mit ihrer geizigen Haltung steht die Bundesregierung weltweit mittlerweile fast allein da. Durch Impfgeschenke und gezielte Belohnungen versuchen Staaten anderswo die Impfbereitschaft in der Bevölkerung zu erhöhen – dabei nutzen sie teils skurrile Ansätze. Wir haben die kreativsten und spendabelsten Impfanreize der Welt zusammengetragen:

Impf-Lotterie: Geldpreise, Studienplätze und Freikarten

Besonders großzügig zeigen sich die USA: In einer eigens aufgesetzten Impf-Lotterie hat Ohio als erster US-Bundesstaat ab Mitte Mai fünf Wochen lang eine Million Dollar unter den geimpften Einwohnern verlost. Allein für die erste Ziehung hatten sich 2,7 Millionen Menschen registriert. Mittlerweile haben fast alle US-Bundestaaten ähnliche Lotterien aufgesetzt. 

In New York gibt es beispielsweise Rubbellose, der Jackpot beträgt fünf Millionen US-Dollar. Colorado, Kentucky, Louisiana, Maryland, Nevada, New Mexico, North Carolina, Oregon, Washington und West Virginia locken ebenfalls mit siebenstelligen Preisen. Die am höchsten dotierteste Gewinnausschreibung findet sich in Kalifornien: Hier warten 116,5 Millionen Dollar auf die Geimpften.



Aber auch Stipendien und Studienplätze an den Elite-Unis des Landes gibt es zu gewinnen. Städte und Impfzentren belohnen den Pieks mit Einkaufsgutscheinen oder Freikarten zum Beispiel für Sportevents oder Vergnügungsparks. Extravagant und etwas befremdlich zugleich: New Jersey verleiht ein Abendessen in der Villa des Gouverneurs und in Washington gibt es gratis Joints für Geimpfte.

Freiflüge und Kreuzfahrten trotz Reisebeschränkung

Selbst Unternehmen, vor allem solche, die von der Coronakrise besonders stark gebeutelt waren und auf eine schnelle Rückkehr zur Normalität hoffen, schaffen Impfanreize – und machen so zugleich auf ihre Marken aufmerksam. Die Restaurantkette Krispy Kreme verteilt kostenlose Donuts an Kunden, die ihren Impfausweis vorzeigen. Andere Fast-Food-Buden locken mit gratis Pommes, Hot Dogs oder Pizza. Die Apothekenkette CVS verlost zusammen mit einem Reiseveranstalter hundert einwöchige Kreuzfahrten in der Karibik oder Europa und bei der Fluggesellschaft United gibt es für fünf Impflinge bis zu 26 Freiflüge zu beliebigen Destinationen zu holen. Tinder und andere Dating-Plattformen verteilen einen kostenlosen Premium-Status.

Der Getränkekonzern Anheuser-Busch wollte Anfang Juli an ausgewählten US-Standorten Freibier an Geimpfte ausgeben – vorausgesetzt, die USA erreicht die von Biden ausgegebene Impfquote von 70 Prozent. Allerdings waren zum Stichtag nur 67 Prozent der Amerikaner geimpft, Freibier gab es trotzdem.



Unterstützt wird die Impfkampagne in den USA auch vom Arbeitgeberlager. So erhalten die US-Mitarbeiter von Lidl 200 Dollar pro Impfung, die Aldi-Tochter zahlt zwei Stundenlöhne extra. Über einen deutlich höheren Bonus konnten sich in den USA manche Beschäftigten in Krankenhäusern freuen. Dort gab es zum Teil 500 oder gar 750 US-Dollar.

Und wenn selbst Geld nicht mehr hilft? Nun, dann muss das liebste Spielzeug der US-Bürger herhalten. In West Virginia gibt es für Impfwillige lebenslange Jagd- und Angellizenzen sowie maßgefertigte Jagdgewehre und Schrotflinten zu gewinnen. „Die Preise sind zweitrangig gegenüber der Tatsache, dass wir hier versuchen, Leben zu retten“, sagte der republikanische Gouverneur Jim Justice auf einer Pressekonferenz und verwies auf die zahlreichen Corona-Toten in den Spitälern seines Bundestaates. „Das sind fast alles Menschen, die nicht geimpft wurden.“

Hühner und Ziegen zur Spritze

Vergleichsweise bescheiden, aber mindestens ebenso skurril wirken dagegen die Impfzuckerl in asiatischen Ländern: In Indonesien bekommt in der Stadt Cianjur jeder über 45-Jährige ein lebendiges Huhn zur Spritze, auf der Insel Java freuen sich die Geimpften über Ziegen und Thailand verlost Kühe. In Peking gibt es nach der Impfung oft Eier oder Mehl, manchmal auch Gutscheine für Kinos oder Supermärkte. Andere chinesischen Städte haben Hunde oder Hähnchen verschenkt und Freigetränke ausgegeben.

Luxus pur hingegen erwartet Impfwillige in Hongkong: Hier werden Teslas verlost, Luxusapartments oder Privatpartys in einem Airbus. Australien will mithilfe der heimischen Airline Qantas die Impfmüdigkeit bekämpfen und verteilt ein Jahr unbegrenzte Freiflüge an Geimpfte. Russland versucht ebenfalls mit der Verlosung von Autos und Eigentumswohnungen die Bevölkerung von einer Impfung mit Sputnik V zu überzeugen.

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In Europa gibt es für Impflinge derweil noch vergleichsweise wenig zu holen. Serbische Bürgerinnen und Bürger erhalten umgerechnet etwa 25 Euro pro Impfung. In Griechenland spendiert der Staat den 18- bis 25-Jährigen Gutscheine im Wert von 150 Euro. Das Geld können die Griechen als Handyguthaben verwenden oder für Flug- und Bahntickets, Hotels, Campingplätze sowie Eintrittskarten für Theater, Konzerte oder Kinos nutzen. In Südfrankreich erhalten Impfwillige Jahresabos für Fahrräder oder kostenlose Konzertkarten. Auch in der Schweiz setzen einige Kantone auf Anreize, etwa in Form von Shopping-Gutscheine für geimpfte Verwaltungsmitarbeiter.

Während sich Geimpfte rund um den Globus bereits seit Monaten über Goodies und Geldprämien freuen, läuft die Debatte um Impf-Geschenke in Deutschland erst langsam an. Große Preise gibt es (noch) nicht, dafür aber ein paar schmackhafte Trostpreise: Bei Impfpartys in Bayern etwa gibt’s gratis Bratwürste plus Freigetränke nach dem Pieks.

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