DIW-Studie Arme Frauen, reiche Männer

Dass Frauen für die gleiche Arbeit im Schnitt schlechter bezahlt werden als Männer, ist bekannt. Jetzt zeigt eine neue Studie: Die Einkommenslücke besteht bei allen Einkunftsarten.

Wo Frauen ähnlich verdienen wie Männer - und wo nicht
Frauen verdienen noch immer weniger als Männer - das ist keine Überraschung. Insgesamt verdienten Frauen 2010 durchschnittlich 22 Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen. Quelle: Fotolia
Techniker und gleichrangige nichttechnische Berufe Quelle: dpa
Führungskräfte Quelle: Fotolia
Akademische Berufe Quelle: dapd
Handwerks- und verwandte Berufe Quelle: dpa/dpaweb
Handwerks- und verwandte Berufe Quelle: dpa/dpaweb
Fachkräfte in Land- und Forstwirtschaft und Fischerei Quelle: AP
Hilfsarbeitskräfte Quelle: dpa
Dienstleistungsberufe und Verkäufer Quelle: obs
Bürokräfte und verwandte Berufe Quelle: Fotolia

Viele Frauen verdienen auch heute noch weniger als ihre männlichen Kollegen - im gleichen Job, bei gleicher Qualifikation. Je nach Statistik und Lesart verdienen Frauen im Schnitt zwischen 21 und 23 Prozent weniger als Männer. Selbst Frauen in Führungspositionen müssen sich oft mit einem geringeren Gehalt begnügen. Doch diese Zahlen betreffen nur den Arbeitslohn.

Personalmarkt Gehaltsanalyse

Jetzt hat das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung die Einkommensverteilung in Deutschland analysiert und festgestellt: Auch bei Gewinn-, Kapitaleinkommen und Renten verdienen Frauen in Deutschland deutlich weniger als Männer. Insgesamt erzielen Frauen demnach im Schnitt etwa die Hälfte des Einkommens der Männer.

Demnach erzielen nur etwa halb so viele Frauen wie Männer Gewinneinkommen, also Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft, Gewerbebetrieb und selbständiger Arbeit. Rechnet man alle Einkommen zusammen, erzielen die Frauen nur etwa 47 Prozent des gesamten Bruttoeinkommens der Männer. Lediglich beim Einkommen aus Kapitalvermögen und Vermietung von Immobilien ist der Abstand geringer - bei letzterem haben die Frauen sogar ein höheres Einkommen.

In Arbeit
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Grund für die Unterschiede ist die Berufswahl der Frauen: Die meisten arbeiten in Jobs, in denen sie maximal 25.000 Euro brutto im Jahr verdienen. Ab einem Jahreseinkommen von 40.000 Euro brutto dominieren die Männer. Bei Bruttoeinkommen von über 75.000 Euro machen die Frauen nur noch 20 Prozent aus, 80 Prozent der Großverdiener sind Männer.

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