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Endlich Chef So klappt's 2018 mit der Beförderung

Deutschlands schlechteste Bosse. Quelle: Getty Images

Ihr Chef ist (menschlich) ein Versager? Sie könnten den Job besser? Dann machen Sie es doch! Wieso Sie es bisher nicht nach oben geschafft haben und wie es 2018 klappt mit dem Aufstieg in den Chefsessel.

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Der oder die Falsche für den Job: Fehlbesetzungen in deutschen Unternehmen

Jeder zweite Deutsche stellt seinem Chef ein eher maues Zeugnis aus: Aus Sicht der Mitarbeiter fehlt es den Vorgesetzten an inhaltlichen und betriebswirtschaftlichen Kompetenzen, sie netzwerken zu wenig, sind nicht modern genug und von vorbildlichem Führungsverhalten kann keine Rede sein. Entsprechend schlecht ist die Stimmung im Team.

Sie können das alles und werden doch nicht in den Chefsessel befördert?

Chefs lieben Fleißbienen, befördern sie aber nicht

Das könnte daran liegen, dass Sie in die Kategorie Fleißbienchen fallen. Fleißbienchen sind Teil des Teams und in ihrem jeweiligen Zuständigkeitsbereich äußerst engagiert. Solche Leute brauchen Chefs, damit sie Zeit für das Wesentliche haben. Fleiß und harte Arbeit machen Sie also zum Liebling Ihrer Vorgesetzten, aber nicht zum Chef.

Die traurige Wahrheit ist: Schleimen hilft. Mitarbeiter, die sich beim Chef anbiedern, ihre Fahne nach dem Wind drehen und Komplimente mit mathematisch genauer Berechnung streuen, legen in vielen Unternehmen einen kometenhaften Aufstieg hin.

Der Schmeichelei gehen nämlich selbst kluge Menschen auf den Leim.

Die gute Nachricht: Um aufzusteigen, müssen Sie niemandem in den Hintern kriechen, aber Ihr Licht unter den Scheffel stellen sollten Sie auch nicht. Wichtig ist, dass Sie authentisch bleiben. Das gilt auch für Kleidung, Schuhe oder sogenannte Prestigeobjekte. Sich einen Ferrari für einen Tag mieten, nur um damit neben dem Chef in der Tiefgarage zu parken, täuscht nicht darüber hinweg, ob Sie es fachlich draufhaben oder nicht. Wenn die Leistung nicht stimmt, fliegt jeder noch so gute Schleimer auf.

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Deshalb: scheuen Sie sich nicht, erneut die Schulbank zu drücken. Jede Weiterbildung ist grundsätzlich sinnvoll. Natürlich sollte sie dem entsprechen, was man tut oder erreichen will: Wo liegen Ihre Schwächen? Woran wollen Sie wachsen? Was wollen Sie wirklich erreichen? Das gilt sowohl für fachliche Weiterbildung als auch für eine Entwicklung auf persönlicher beziehungsweise psychologischer Ebene. Übrigens: Getreu dem Motto „Man lernt nie aus“ sind regelmäßige Weiterbildungen auch für gestandene Führungskräfte von Vorteil, denn die Welt steht nicht still. Erst recht nicht im digitalen Zeitalter.

Wann es Zeit für einen Jobwechsel ist
FrustWenn Sie gar keine Freude mehr an dem haben, was Sie tun, wenn Sie schon morgens mit Bauchschmerzen aufstehen und die positivste Stimmung, zu der Sie an der Arbeit fähig sind, eine genervte Grundhaltung ist, sollten Sie darüber nachdenken, ob Sie dauerhaft so weitermachen wollen. Die Düsseldorfer Outplacement-Beraterin Heike Cohausz rät in einem solchen Fall: "Stellen Sie sich zunächst folgende Fragen: Was genau hat meinen Frust ausgelöst? Wieso möchte ich nicht mehr mit meinem Chef arbeiten? Welche konkreten Situationen haben dazu geführt, dass ich gehen will?" Können Sie die Faktoren, die Ihren Frust auslösen, nicht verändern oder beeinflussen, sollten Sie ernsthaft über einen Jobwechsel nachdenken. Quelle: Fotolia
Zu wenig GehaltIhre Arbeit sollte Ihrem Chef mehr Geld wert sein? Dann sollte Sie natürlich der erste Weg zu Ihrem Vorgesetzten führen. Wenn Ihr Unternehmen wegen seiner wirtschaftlichen Lage aber nicht mehr zahlen kann, gibt es zwei Möglichkeiten: das Ganze so hinnehmen oder gehen. Gerade für Arbeitnehmer, die bereits öfter bei Lohnerhöhungen übergangen worden sind, wäre letzteres der richtige Weg. Laut einer Studie von TNS Infratest zusammen mit der Personalberatung Cribb ist gerade für Männer die Unzufriedenheit mit ihrem aktuellen Gehalt ein Wechselgrund. Von einem Jobwechsel versprechen sich laut einer repräsentativen Forsa-Umfrage im Auftrag der Online-Stellenbörse Jobware rund 30 Prozent der Befragten ein höheres Einkommen - und das kriegen Sie in der Regel auch. So bestätigt eine Umfrage des Personaldienstleisters Experis unter 1049 Arbeitnehmern, dass 56 Prozent der Befragten mit dem neuen Arbeitsplatz auch mehr Gehalt bekommen. Marcus Schmidt, Geschäftsführer der Personalberatung Hanover Matrix, sagt: "Steigerungen um zehn Prozent liegen dabei im Normbereich." Quelle: Fotolia
Gestiegene AnforderungenImmer mehr, immer schneller: Sie müssen immer mehr Arbeit bestenfalls in der gleichen, am liebsten aber in der Hälfte der Zeit, erledigen? Kollegen, die in den Ruhestand gehen oder kündigen werden nicht ersetzt, sondern die Arbeit bleibt an den übrigen Mitarbeitern hängen? Wenn es sich nicht nur um kurze Stressphasen - beispielsweise wegen Urlaubs- oder Krankheitsvertretungen - handelt, sind stetig steigende Anforderungen ohne entsprechende (pekuniäre) Würdigung für 17 Prozent ein Grund für eine Kündigung. Wenn Sie dem wachsenden Arbeitsberg nicht mehr Herr werden und auch keine Besserung in Sicht ist, wäre ein Jobwechsel eine Option. (Quelle: Umfrage des Personaldienstleisters Kelly Services unter 2200 Beschäftigten) Quelle: Fotolia
LangeweileDoch auch das Gegenteil gibt es häufig: Die Aufgaben, die Sie zu erledigen haben, sind überschaubar - und vor allem monoton. Sie langweilen sich nine to five. Bei einer Umfrage des Personaldienstleisters Robert Half unter mehr als 2400 Fachkräften sagte beispielsweise jeder zweite deutsche Arbeitnehmer, dass er für die Chance auf mehr Abwechslung sofort bei einem neuen Arbeitgeber anheuern würde. Und ein Jobwechsel kann dann tatsächlich etwas bewirken. Die Experis-Umfrage unter 1049 Jobwechslern zeigt, dass 46 Prozent derer, die den Schritt gewagt und gekündigt haben, ihre Tätigkeit nun für vielfältiger halten. Ein Viertel der Studienteilnehmer bemerkte, dass sich das sehr positiv auf die eigene Motivation auswirkte. Quelle: dpa
Wichtigstes Kriterium bei der Wahl eines neuen Arbeitgebers: Der Standort Quelle: AP
Zeit für die FamilieOb wegen Pendelei, Arbeitsberg oder Überstunden - manchmal fehlt einfach die nötige Zeit für Freunde, Familie und Privatleben. In diesem Fall müssen Sie sich die Frage stellen, ob Ihnen Ihr Job das Wert ist. "Jede Lebenssituation ist anders und auch die Ziele können im Lauf der Zeit variieren", sagt Beraterin Cohausz. Wenn es für den Berufseinsteiger noch völlig in Ordnung war, 60 Stunden die Woche zu arbeiten und durch die Welt zu jetten, ist dieses Modell für junge Eltern gänzlich ungeeignet. Auch für den älteren Arbeitnehmer wäre ein anderes Arbeitsmodell eventuell sinnvoll, auch wenn das alte Jahre lang gut funktioniert hat. "Ein Seiten- oder Rückschritt kann für eine ruhigere Phase im Leben, etwa um mehr Zeit mit den Kindern verbringen zu können, sinnvoll und wichtig sein", sagt Cohausz. Auch ein Funktions- oder Branchenwechsel können sinnvoll sein. Fragen Sie sich: Wo möchte ich in zehn Jahren stehen? Bringt mich der Schritt dorthin? Ist mir Führungsverantwortung wirklich wichtig? Quelle: Fotolia
KarrierechancenFür viele soll es allerdings nicht seit- oder rückwärts, sondern nach vorne gehen. Aber viele können in ihrem Unternehmen maximal 67 werden, mehr geben die Perspektiven nicht her. Wer mehr von seinem Berufsleben möchte, muss sich in diesem Fall nach einem neuen Job umsehen. Tiemo Kracht, Geschäftsführer des Beratungsunternehmens Kienbaum empfiehlt unzufriedenen Arbeitnehmern zu überprüfen, ob die Unternehmens- und Ertragsentwicklung eine tragfähige Basis für eine weitere Karriere bietet. " Wenn die nächste Führungsebene, für die Sie sich vorbereitet haben, mit einem Kandidaten besetzt wird, der jünger, im gleichen Alter oder geringfügig älter ist, kann der nächste Karriereschritt auf Jahre versperrt sein", sagt er. Quelle: Fotolia

Und da wären wir auch schon bei einem weiteren, wichtigen Thema auf dem Weg zum Chefsessel: Networking. Beruflicher Erfolg hängt nicht allein von der Leistung ab. Unsere Kompetenz und Leistung hat Studien zufolge nur einen recht geringen Anteil daran – vielmehr kommt es darauf an, wen man kennt und welche Fürsprecher man hat. Hinzu kommt: Viele Stellen werden überhaupt nicht mehr ausgeschrieben. Aufträge, Projekte und Jobs werden vergeben an Personen, die man kennt – und denen insofern ein Vertrauensvorschuss entgegengebracht wird. Pflegen Sie also Ihr fachliches Netzwerk – analog und digital.
Trotzdem kann es sein, dass der nächste Karriereschritt auf sich warten lässt. In der Autoindustrie zum Beispiel ist nach ungefähr zwei bis drei Jahren mit einer Beförderung zu rechnen, in der Medienbranche deutlich früher. Man sollte also sein Unternehmen, für das man tätig ist, in ein entsprechendes Zeitraster einordnen und sich eine individuelle und vor allem realistische Frist setzen. Wird diese allzu sehr strapaziert und ist der Wunsch nach mehr Verantwortung immer noch ausgeprägt hilft nur eines: Wegbewerben!

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