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Erfolg Wie Vorbilder Karrieren beeinflussen

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Wal-Mart Quelle: AP

Dass es sogar möglich ist, mithilfe von Vorbildern sich selbst zu übertreffen, entdeckte wiederum der russische Psychotherapeut Vladimir Raikov. Er versetzte seine Probanden in Tiefenhypnose und suggerierte ihnen, ein herausragender Kopf der Geschichte zu sein. Tatsächlich entwickelten seine Klienten in diesem Zustand Fertigkeiten, die weit über ihren eigenen lagen.

Auf diesem sogenannten Raikov-Effekt basiert heute eine verbreitete Motivationsmethode zur Förderung der eigenen Stärken – sich in ein Vorbild hineinversetzen und sich fragen: Was hätte XY an meiner Stelle getan?

Ikea-Gründer Ingvar Kamprad zum Beispiel machte sich das Erfolgsrezept „Retail is detail“ (Einzelhandel ist Detailarbeit) von seinem amerikanischen Vorbild, dem großen Kaufmann und WalMart-Begründer Sam Walton, zu eigen.

Wie der Chef der weltweiten Supermarktkette besuchte Kamprad unermüdlich jedes einzelne seiner Geschäfte und befragte Kunden nach Verbesserungsvorschlägen. Kamprad schaffte es so, den einzigen weltweit erfolgreichen Möbeleinzelhandel aufzubauen.

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    Für Entwicklungspsychologen wie den Kanadier Albert Bandura sind Vorbilder heute stark verallgemeinert nichts anderes als „Lernen am Modell“. Dabei ginge es allerdings nicht nur darum, Identifikationsfiguren nachzuahmen. Vielmehr würden Verhaltensweisen beobachtet, „neu organisiert oder zu neuen Kombinationen zusammengefügt“, so Bandura.

    Der Entdecker des Siemens-Chefs

    Die Organisationspsychologie wiederum leitete daraus ein bewährtes Instrument zur Personalentwicklung ab, das heute jeder kennt: das Mentoring.

    Meist handelt es sich dabei um eine Patenschaft zwischen einer jungen, vielversprechenden Führungskraft (Mentee) und einem erfahrenen Manager, dem Mentor. Letzterer übernimmt dabei die Aufgaben eines Ratgebers, der etwa Werte, Arbeitsweisen und Führungsstile an seinen Protegé vermittelt. Und nicht selten schlüpft er dabei aber auch in die Rolle eines Coachs.

    So wie beim griechisch-mythologischen Vorbild, dem das Prinzip seinen Namen verdankt: Mentor heißt in Homers „Odyssee“ jener wohlwollende und weise Freund, der den Sohn des Odysseus berät.

    Als ein solcher Förderer und „Entdecker“ des heutigen Siemens-Chefs Peter Löscher gilt zum Beispiel Jürgen Dormann, einer der radikalsten Exekutoren unter den deutschen Top-Managern.

    Als der Berufsanfänger Löscher 1988 von der Unternehmensberatung Kienbaum zum Chemie-Konzern Hoechst wechselte, ließ Dormann dort keinen Stein auf dem anderen. Sein Mentee Löscher beschrieb es „als bislang spannendste berufliche Aufgabe“, den Umbau vom Chemie- zum Life-Science-Konzern unter Dormanns Führung „hautnah mitgestalten und miterleben“ zu können.

    Als Löscher schließlich 2007 überraschend zum Siemens-Chef berufen wurde, war es wiederum sein Mentor, der Aufsichtsratschef Gerhard Cromme den entscheidenden Tipp gab.

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