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Feelgood-Manager Wohlfühl-Manager dürfen kein Alibi sein

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Feelgood-Manager als Signal für den Wandel

Ein anderer Ansatz der Psychologie, der Wohlbefindensansatz, ist dagegen mehrdimensional. Demnach existiert Wohlbefinden nicht nur in unserem Kopf, sondern durch unsere Beziehungen. Dieser Ansatz geht davon aus, dass Menschen Wohlbefinden daraus ziehen, dass sie Dinge tun, die sie glücklich machen und daraus, dass sie Sinnvolles für sich und andere tun. An der Cardiff School of Health Science der Cardiff Metropolitan University wurde unter der Leitung von Rachel Dodge an einer neuen Definition von Wohlbefinden gearbeitet. Die Forscher stellen dabei die Herausforderungen und Möglichkeiten einer Person in den Mittelpunkt und verstehen Wohlbefinden als Prozess. Wenn Menschen auf neue Herausforderungen treffen, kommt ihr System von Ressourcen und Anforderungen aus der Balance. Der Mensch muss seine Ressourcen anpassen, um den Anforderungen gerecht zu werden. Das Ergebnis eines Nutzungsprozesses aller eigenen Ressourcen für neue Anforderungen wird mit Wohlbefinden belohnt.

Daraus kann man schließen, dass Wohlbefinden im Unternehmenskontext gefördert werden kann. Es hat durch die permanenten sozialen Interaktionen sogar besonders gute Chancen. Punkt also für den Feelgood-Manager.

Aber: Bislang haben sich Personalabteilungen, Betriebsärzte und Abteilungen des betrieblichen Gesundheitsmanagements um die Gesundheit und das Engagement von Mitarbeitern gekümmert. Dies würde auch in Zukunft ausreichen, wenn das Thema ernst genommen würde und die damit befassten Personen Handlungsspielraum, Geld und Anerkennung hätten. Dies ist leider oft nicht der Fall. Vor allem Geschäftsführungen sehen das Thema häufig eher als notwendiges Übel an.

Ein Feelgood-Manager wäre hier also ein Signal für einen Wandel.

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Es müssen sich jedoch alle - Mitarbeiter wie auch Geschäftsführung im Klaren darüber sein: Selbst der beste Wohlfühlmanager kann schlechte Führung nicht ausgleichen. So bleibt es auch trotz Feelgood-Manager oberstes Führungsgebot, sich um die Menschen im Unternehmen zu kümmern. Auch wenn es die meisten Führungskräfte nicht gelernt haben, ist die heutige Welt eher eine Welt der Menschen als der Dinge.

Unternehmen müssen, ob mit oder ohne Feelgood-Manager, die Verantwortung an die Menschen im Haus zurückgeben. Sonst besteht die Gefahr besteht, dass sich Mitarbeiter „bespaßen“ lassen, aber wegen des miesen Chefs trotzdem nie zufrieden sind.

Grundsätzlich lässt sich sagen, dass die Investition in das Wohlbefinden von Mitarbeitern immer eine sinnvolle und finanziell lukrative Investition in Gegenwart und Zukunft des Unternehmen ist. Wenn Feelgood-Manager aber nur ein Alibi der Geschäftsführung sind, kann man sich das Geld sparen.

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