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Freiberufler Fünf Selbstständige, die es geschafft haben

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Der Blogger, Kai Müller, 31, Köln

Kai Müller, 31, Köln Quelle: Dominik Pietsch für WirtschaftsWoche

Herbst 2008, Deutschland steckt in der Wirtschaftskrise. Da fasst Kai Müller einen Entschluss: Er kündigt seine feste Stelle als Web-Designer, die er drei Jahre zuvor nach langer Suche gefunden hatte. „Nie im Leben hätte ich gedacht“, sagt er, „dass ich diesen Schritt einmal gehen würde.“ Mitten in der Krise wird Müller zum dritten Mal in seinem Leben zum Freiberufler – obwohl die ersten beiden Versuche eher „Katastrophen“ gewesen seien.

Der Job Müller gründet nicht aus der Not, sondern aus dem Erfolg heraus: Sein Online-Magazin „Stylespion.de“, das er bisher in seiner Freizeit betrieben hat, steuern inzwischen täglich über 5000 Internet-Nutzer an. In dem „Blogzine“ stellt er Trends vor und gibt Tipps, wie man auch ohne viel Geld seine Wohnung schick einrichten kann. Das kommt auch bei Anzeigenkunden an, die auf der Seite für Uhren, Lampen oder Designerklamotten werben.

Die Anforderungen Jeder kann ohne viel Aufwand einen Blog ins Leben rufen – aber damit Geld zu verdienen, ist eine hohe Kunst. Die Inhalte müssen so gut sein, dass die Leser immer wieder kommen. „Wie ein DJ überlege ich mir ganz genau, was ich auflege und was nicht“, sagt Müller. Außerdem weiß der Kölner, wie sich eine Internet-Seite technisch umsetzen lässt. Das zumindest kann man lernen: Web-Design-Kurse bei Akademien oder Volkshochschulen kosten pro Tag zwischen 150 und 500 Euro.

Die Chancen Kai Müller bekommt inzwischen viele Angebote – auch eine Produktionsfirma hat schon angefragt, weil sie mit ihm eine Fernsehsendung aufnehmen wollte. Außerdem entwickelt er permanent weitere Ideen, etwa eine erfolgreiche Interviewserie. Jüngst fragte er seine Leser, was sie davon halten würden, wenn aus „Stylespion.de“ eine Community würde: Wer will, könnte ein Profil anlegen und eigene Beiträge schreiben. Die Mehrzahl war dafür – also wird Müller den Versuch wagen.

Die Risiken „Natürlich ist es mir schwergefallen, die feste Stelle zu kündigen“, sagt Kai Müller, „zumal sichere Jobs derzeit selten sind.“ Sorgen macht er sich dennoch keine. Für die Gründung hat er sich nicht verschulden müssen, seine laufenden Kosten sind gering, und aktuell stehen die Anzeigenkunden Schlange. Und falls der „Stylespion“ irgendwann nicht mehr in den Zeitgeist passt, vertraut Müller auf sein wachsendes Netzwerk: „Das ist das beste Kapital.“

Das Einkommen Drei Monate nach dem Schritt in die Selbstständigkeit schwanken Kai Müllers Einkünfte noch. Auch wenn der er keine genauen Angaben machen will: Seine Einnahmen aus den Werbebannern reichten aus, um gut davon zu leben, sagt er.

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