Freizeit-Monitor 2015 Besserverdiener haben mehr Sex

Die Deutschen verbringen ihre Freizeit am liebsten im Internet, wie der Freizeitmonitor zeigt. Erstaunlich sind die Unterschiede im Freizeitverhalten nach Einkommensklassen - auch bei den Dingen, die nichts kosten.

Ein junges Paar liegt im Bett Quelle: dpa

"Und, was machst du so heute Abend?" Um herauszufinden, womit die Deutschen ihre freie Zeit verbringen, hat die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) rund 2000 Personen ab 14 Jahren befragt. Das Ergebnis: In der Freizeit der Deutschen spielt das Internet eine immer größere Rolle. Mittlerweile sind knapp drei Viertel der Deutschen mindestens einmal pro Woche online, wie der Freizeit-Monitor 2015 zeigt. Bei den jungen Leuten bis 24 Jahre sind es sogar 99 Prozent. Vor fünf Jahren waren noch weniger als die Hälfte der Befragten regelmäßige Internet-Nutzer, wie aus der jährlichen Erhebung der Stiftung für Zukunftsfragen hervorgeht.

Deutlich spannender als das, was die Deutschen tun, ist jedoch, was sie nicht mehr tun. So hat beispielsweise das nachmittägliche Kuchen essen und Kaffee trinken um zwölf Prozentpunkte verloren: 2015 gehörte dieses Ritual für 52 Prozent fest in die Freizeitplanung, 2010 waren das noch bei 64 Prozent der Fall. Auch Shoppen gehen hat als Freizeitaktivität an Beliebtheit verloren: Von 18 Prozent im Jahr 2010 ging es runter auf neun Prozent. Mittlerweile wird eben online bestellt, anstatt durch die Fußgängerzone zu bummeln. Immerhin - die TV-Produzenten und Sender können aufatmen - seine Freizeit verbringt der Deutsche seit Jahren am liebsten vor der Glotze.

Das machen die Deutschen in ihrer Freizeit am liebsten

Das Freizeitverhalten der Bundesbürger unterscheidet sich allerdings nicht nur abhängig von der Epoche - Internetzeitalter oder nicht - sondern offenbar auch nach Einkommensklassen. So heißt es auch in der Studie "Ob zwischen den Geschlechtern, der Bevölkerung in Ost- oder Westdeutschland, Jung oder Alt – überall sind zum Teil große Differenzen nachweisbar. In keiner Vergleichsgruppe gibt es jedoch so deutliche Abweichungen wie innerhalb der Einkommensgruppen."

Bei den einkommensschwächeren Bürgern steht ausruhen ganz hoch im Kurs. So tauchen unter den zehn Aktivitäten, die Geringverdiener deutlich öfter ausüben, als Besserverdiener unter anderem auf:

  • Mittagsschlaf (Platz zwei)
  • Faulenzen/Nichtstun (Platz drei)
  • Ausschlafen (Platz vier)
  • Gedanken nachgehen (Platz acht)
  • Sich in Ruhe pflegen (Platz neun)


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Die Besserverdienenden verbringen dagegen mehr Zeit mit dem Partner (Platz eins), gehen ins Restaurant (Platz zwei) und haben in ihrer Freizeit auch deutlich häufiger Sex (Platz sieben), als Geringverdiener. Und - anders als bei vielen anderen Statistiken, scheint es hier tatsächlich einen kausalen Zusammenhang zu geben. Dass Besserverdiener mehr Zeit mit dem Partner verbringen, als Geringverdiener, liegt daran, dass innerhalb der Gruppe der Besserverdiener "der prozentuale Anteil an festen Partnerschaften und Kindern höher ist".

Und wer einen Partner hat und sich mit dem auch noch freiwillig beschäftigt, erhöht damit seine Chancen auf Paarung. Bei allen anderen familiären Aktivitäten wie dem Treffen mit den Eltern oder Großeltern, der Pflege von Angehörigen oder auch Unternehmungen mit der Familie sind dagegen nahezu keine Unterschiede zwischen den Einkommensklassen nachweisbar.

Anders verhält es sich, wenn es um das Treffen mit Freunden geht. Besserverdiener unternehmen öfter etwas außerhäuslich mit Freunden als Geringverdiener. Diese treffen Freunde dafür häufiger zu Hause, zum gemeinsamen Kochen (Platz zehn). Aber auch das verwundert nicht weiter: Je höher das Einkommen, desto häufiger leistet man sich Freizeitaktivitäten, die Geld kosten.

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