Gedächtnistraining Spielend das Gehirn trainieren

Haben Sie sich vorgenommen, 2016 mehr Bewegung in Ihren Alltag zu bringen? Gute Idee. Aber auch das Gehirn freut sich über eine Extra-Trainingseinheit. Was Ihre grauen Zellen brauchen, um fit zu bleiben.

Gewichtheben hilft dem Gedächtnis
Gewichte stemmenEine Studie von Forschern am Georgia Institute of Technology hat gezeigt: körperliche Fitness bewegt auch den Geist. Die Untersuchung zeigte, dass ein kurzes Workout von gerade einmal 20 Minuten die Leistung des sogenannten episodischen Gedächtnisses verbessern kann. Dabei handelt es sich um einen Teil des Langzeitgedächtnisses, der speziell für das Erinnern von Ereignisketten im Laufe des Lebens zuständig ist. Untersucht wurden junge, gesunde Erwachsene. Die Forscher zeigten, dass ihr Erinnerungsvermögen um zehn Prozent gesteigert werden konnte, wenn sie Kraftsport machten. Quelle: REUTERS
Grüner Tee Das Gebräu ist nicht nur ein Muss für Entspannungsfanatiker und Meditationsfans, sondern auch Doping für die Hirnleistung - und eine Waffe gegen Alzheimer. Forscher der Universität Basel fanden heraus, dass sich durch grünen Tee die Zusammenarbeit verschiedener Hirnareale steigern lässt. Diese bessere Konnektivität sorgt zumindest kurzfristig für eine bessere Denkleistung. Aber auch langfristig hilft grüner Tee: Laut Wissenschaftlern der Universität von Michigan enthält er den Wirkstoff namens Epigallocatechin-3-gallate. Er kann Eiweißablagerungen verhindern, die bei der Entstehung von Alzheimer eine Rolle spielen. Quelle: dpa
YogaWer regelmäßig Yoga macht oder meditiert, kann seine Denkkraft auch im Alter länger hochhalten. Zu diesem Ergebnis kamen Psychologen der Havard Medical School, die Yoga-Übende, Meditierende und Nicht-Praktizierende in einer Studie miteinander verglichen. Dabei wurde die Gehirnaktivität der Probanden mit einem Magnetresonanztomographen gemessen, außerdem wurden Denkgeschwindigkeit und Auffassungsgabe geprüft. Den Gehirnleistungsvorsprung der Yoga-Übenden erklären die Psychologen mit drei Gründen: Erstens haben die Yoga-Praktizierenden stärker verknüpfte neuronale Netze, zweitens sind ihre Schaltkreise widerstandfähiger gegenüber Verletzungen und drittens gehen sie achtsamer mit ihren Aufgaben um. Quelle: dpa
SchlafenGute Nachrichten: Es geht auch bequemer. US-Wissenschaftler der Rochester Universität haben kürzlich anhand von Tierversuchen erneut belegt, dass einfaches Schlafen die Hirnaktivität fördert. Grund dafür ist nicht nur die Erlebnisverarbeitung, sondern auch eine Art „Recyclingfunktion“ des Gehirns. Dieses entsorgt im Schlaf den schädlichen, zellulären Müll des Tages. Kann das Gehirn seine Abfallentsorgung nicht durchführen, beispielsweise aufgrund von Schlafmangel, drohen Erkrankungen wie Alzheimer. Die Empfehlung der Forscher: Sieben bis neun Stunden Schlaf jede Nacht. Quelle: obs
Soziale KontakteQuatschen, Plaudern, Reden. Soziale Kontakte wirken wahre Wunder. Im Gehirn übernimmt die soziale Interaktion eine ähnliche Funktion wie Gehirnjogging – nur, dass nicht bestimmte Hirnregionen gezielt stimuliert werden, sondern verschiedene Bereiche. Amerikanische Neurologen von der Rush Universität haben über einen längeren Zeitraum Hunderte von Senioren begleitet und den Zusammenhang von Einsamkeit und Alzheimergefahr beobachtet. Das Ergebnis: Je einsamer sich die Probanden fühlten, desto größer wurde das Alzheimer-Risiko. Freunde, Familie oder ein Plausch mit den Nachbarn fördern das Wohlbefinden und festigen die Denkleistung. Quelle: dpa
SportEigentlich ist es kein Geheimnis: Ein gesunder Geist ruht in einem gesunden Körper. Trotzdem vernachlässigen viele Menschen ihre physische Fitness – und beeinträchtigen damit ihre Gehirnkapazität. Zahllose Studien belegen, dass Sport die Durchblutung des Gehirns und das Wachstum von Kapillaren und Nerven fördert. Wichtig: Wer keinen Six-Pack oder Traummaße hat, ist noch lange nicht benachteiligt. Wie Forscher der Universität Nebraska ermittelten, kommt es vor allem auf die aerobe Fitness an - also die Fähigkeit des Körpers, Sauerstoff aufzunehmen und zur Energieumwandlung zu gebrauchen. Beruhigend: Diese Fähigkeit lässt sich trainieren - durch Sport. Quelle: dpa
ErnährungDie richtige Ernährung ist wichtig für Körper und Geist. Das Gehirn macht zwar nur rund 2 Prozent des gesamten Körpergewichts aus, verbraucht allerdings – je nach Arbeitsbelastung – um die 20 Prozent der Energiereserven. Klar, dass dadurch auch die richtige Ernährung für die Denkaktivität eine große Rolle spielt. In einer Studie mit über 3600 Teilnehmern haben finnische Wissenschaftler die Bedeutung von Omega-3 Fettsäuren nachgewiesen - einer Fettsäure, die vor allem in Fisch vorkommt. Die Forscher vermuten: Ein regelmäßiger Verzehr von Fisch senkt bei älteren Menschen die Gefahr von unbemerkten Hirnschäden, Gedächtnisverlust oder Schlaganfällen um ein Viertel. Aber auch andere Lebensmittel können helfen: Verschiedene Vitamine und geringe Mengen Alkohol wirken belebend und vitalisierend auf Gehirnleistung und Laune. Quelle: dpa
MusizierenDutzende Studien kommen zum selben Schluss: Musizieren hat einen außerordentlich positiven Einfluss auf die Gehirnleistung. Violine oder Klavier klingen nicht nur schön, sondern haben nachhaltige neurologische Effekte: So soll sich das Gehirnvolumen vergrößern, neue Verschaltungen zwischen Hirnregionen entstehen oder die sensorische Informationsverarbeitung optimiert werden. Aber auch das passive Musikhören fördert bereits die Hirnleistung. Denn mit Musik verknüpfen wir Emotionen, Gefühle und Stimmungen. Wir entspannen - und bauen Stress ab. Quelle: dpa
MeditationDas Schlüsselwort hier: Entspannung. Mit der Achtsamkeitsmeditation lassen sich geistige Fähigkeiten bereits nach wenigen Tagen merklich verbessern. Das hat eine amerikanische Studie der Universität von North Carolina ergeben. Während die Kontrollgruppe einem Hörbuch lauschte, übten sich andere Teilnehmer in der Achtsamkeitsmediation – und konnten schon nach vier Tagen bessere Ergebnisse in Merk-, Konzentrations- und Auffassungsübungen vorweisen. Vermutlich deshalb, weil sie Stress abbauten und Gefühle besser verarbeiteten. Quelle: AP
RätselaufgabenSudoku, Merkaufgaben, Kreuzworträtsel: Kognitives Training fordert und schult die Gehirnleistung. Dabei gilt dasselbe Prinzip wie beim Muskeltraining: Die Übungen müssen individuell angepasst sein, anspruchsvoller werden und stetig neue Reize setzen - ansonsten bleiben sie wirkungslos. Die Gehirnjogging-Aufgaben zielen in der Regel auf den „Arbeitsspeicher“ des Gehirns ab und trainieren beispielsweise das Erinnerungs- oder Konzentrationsvermögen. Den Erfolg von Hirnjogging haben beispielsweise Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung belegt, in deren Experiment sowohl junge als auch alte Probanden nach drei Wochen Denktraining deutliche Fortschritte im Vergleich zur Kontrollgruppe machten. Quelle: Blumenbüro Holland/dpa/gms
VideospieleKinder und Jugendliche wussten es schon immer: Videospielen vergrößert das Gehirn. Zu einem ähnlichen Schluss kamen Forscher des Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung. Ihre Studien belegen, dass sich durch Playstation und Co. bestimmte Gehirnbereiche gezielt trainieren lassen. Im Versuch spielten 50 Erwachsene für zwei Monate jeden Tag 30 Minuten den Videospiel-Klassiker „Mario Kart“ – und schnitten bei den Gehirntraining-Tests besser ab als die Kontrollgruppe. Vor allem das Gehirnvolumen der Bereiche für räumliche Orientierung, strategisches Denken und Feinmotorik der Hände hatte sich vergrößert. Besonders auffällig: Je mehr Spaß die Probanden bei dem Training hatten, desto größer war ihr Gehirnwachstum. Quelle: AP

Nachdem die Mehrheit der Deutschen jetzt gut zwei Wochen mit Essen und schlafen verbracht hat, fallen die ersten Arbeitstage im neuen Jahr natürlich schwer: Nicht nur der fiese Wecker und das unfreundliche Wetter machen einem zu schaffen, auch das Konzentrieren-müssen ist nach der Feiertagsruhe irgendwie unangenehm. Denn wenn man so will, ist das Gehirn ein Muskel: Es muss genauso trainiert werden wie unser Bizeps. Und beide lagen die letzten Wochen mehrheitlich faul auf der Couch und erholten sich vom Gänsebraten-Wettessen.

Die gute Nachricht: Beide lassen sich schnell wieder trainieren. Die private Krankenversicherung Central etwa verrät in ihrer Broschüre "Unser Gedächtnis", wie die grauen Zellen fit werden und bleiben. Kurz und knapp: Wie auch beim Muskel gilt es, die Gehirnzellen so oft wie möglich und so abwechslungsreich wie möglich auf Trab zu halten. Unser Gehirn lernt gerne Neues. Routine macht die grauen Zellen dagegen müde.

So bringen Sie Ihr Gehirn im Alltag auf Trab

Laut Torkel Klingberg, Professor für kognitive Neurowissenschaft am Karolinska Institut in Stockholm, ist Schach das beste Training fürs Gehirn. "Bei einer Langzeitstudie mit älteren Menschen haben wir festgestellt, dass diejenigen, die die regelmäßig Schach gespielt haben, auch im hohen Alter ein besser funktionierendes Gehirn hatten, als diejenigen, die ihren Geist nicht gefordert haben. Die Studie hat gezeigt, dass es einen Trainingseffekt gibt, wenn man sein Hirn regelmäßig mit anspruchsvollen Aufgaben füttert."

Aber auch Tanzen fördert das Gehirn. Aktive Paartänzer beherrschen nicht nur den Cha-Cha-Cha, auch die grauen Zellen bleiben durch das Lernen von Schritten und Figuren in Kombination mit Bewegung und Rhythmik in Schwung. Gedächtnistraining sollte aber immer auch Spaß machen. Wer Schach langweilig findet und noch nie ein guter Tänzer war, sollte sich nicht dazu zwingen. Versuchen Sie es dann lieber mit kleinen Knobelaufgaben wie beispielsweise diesem Kartentrick aus dem Psycho-Test-Buch von Ben Ambridge, das am 1. September 2015 erschienen ist:

Auf einem Tisch vor Ihnen liegen vier Karten. Sie wissen, dass jede Karte auf einer Seite einen Buchstaben und auf der anderen eine Zahl hat. Ihr wahrheitsliebender Freund sagt: „Jede Karte mit einem D auf der Vorderseite hat eine 3 auf der Rückseite.“

Wie können Sie durch Umdrehen möglichst weniger Karten herausfinden, ob er tatsächlich die Wahrheit sagt? Und welche sind es?

Die Lösung finden Sie hier.

Oder wie steht es mit einer kleinen Rechenaufgabe aus demselben Buch?

Wissenschaftler haben eine neue Krankheit entdeckt, die sich in Ihrem Heimatland ausbreitet. Die gute Nachricht: Nur einer von 10.000 Menschen bekommt sie. Da die Krankheit ohne sichtbare Symptome verläuft, haben Forscher im Auftrag der Regierung einen Test entwickelt, um festzustellen, wer infiziert ist. Der Test ist allerdings nur zu 99 Prozent verlässlich.

Sie sind nun einer von einer Million Menschen in Ihrem Land, die sich dem Test unterziehen müssen. Laut Testergebnis haben Sie die Krankheit. Aber Sie erinnern sich daran, dass der Test nicht perfekt ist. Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass Sie die Krankheit tatsächlich haben?

a) 99 Prozent

b) 98 Prozent

c) 10 Prozent

d) 0,98 Prozent

In Arbeit
Bitte entschuldigen Sie. Hier steht ein Element, an dem derzeit noch gearbeitet wird. Wir kümmern uns darum, alle Elemente der WirtschaftsWoche zeitnah für Sie einzubauen.

Die Lösung finden Sie hier.

Wichtig ist, das Gehirn regelmäßig zu trainieren und es nicht bei einer Partie Schach bewenden zu lassen. So funktioniert Muskelaufbau schließlich auch nicht.

Quiz-Fans können ihre grauen Zellen jetzt mit der WirtschaftsWoche Daily Challenge trainieren: Jeden Tag um 16 Uhr stellen wir Fragen zu den wichtigsten wirtschaftlichen Ereignissen des Tages. Bei jedem Tagesquiz kassieren Mitspieler Punkte und können jede Woche Preise gewinnen. In Tagesrankings können Mitspieler live ihre Position verfolgen. Wer sich über Facebook registriert hat, kann im Facebook-Ranking die Position unter Facebook-Nutzern und seinen Freunden beobachten. Die Daily Challenge gibt es als App im App-Store und auch als Desktop-Version auf der Webseite.

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