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Gehalt Über 600 Euro für Praktikanten

Die Gehälter steigen. Davon profitieren inzwischen auch Praktikanten und Trainees. Eine neue Gehaltsstudie der Personalvermittlung Alma Mater zeigt, in welchen Branchen Berufseinsteiger am meisten verdienen.

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Praktikant Quelle: goodluz - Fotolia.com

Der Fachkräftemangel treibt inzwischen sogar die Praktikantengehälter in die Höhe. Über 600 Euro verdient ein Praktikant 2011 durchschnittlich. Das sind insgesamt zwar nur drei Prozent mehr als im Vorjahr, aber je nach Branche sind die Gehaltserhöhungen verlockend. In der IT-Branche sind die Vergütungen um mehr als 16 Prozent gestiegen. Ähnlich sieht es in der Zeitarbeitsbranche aus. Und auch im öffentlichen Dienst verdienen Praktikanten 2011 fast elf Prozent mehr als im Vorjahr. In absoluten Zahlen allerdings gehören diese Tätigkeiten mit 350 Euro pro Monat zu den am schlechtestbezahlten Praktika. Nichtregierungsorganisationen und Tourismusunternehmen zahlen ähnliche Gehälter. Am meisten stauben Praktikanten in der Chemie- und Pharmaindustrie ab. Sie bekommen über 800 Euro im Monat. Kfz-Zulieferer und EDV-Hersteller zahlen mit mehr als 700 Euro ebenfalls überdurchschnittlich.

Gehaltsstudie 2011

Zu diesem Ergebnis kommt die Gehaltsstudie 2011 der Stuttgarter Personalvermittlung Alma Mater, die in den nächsten Tagen veröffentlicht wird. Über 900 Unternehmen beantworteten in diesem Jahr Fragen zu Einstiegesgehältern von Akademikern und zur Vergütung von Praktikanten. Fazit: Die Gehälter steigen, aber nicht überall. Je nach Branche, Hochschulabschluss und Unternehmensgröße fallen die Löhne sehr unterschiedlich aus.

Die großen Sprünge bei der Praktikantenbezahlung von bis zu 400 Euro erklärt Alma Mater-Geschäftsführer Jürgen Bühler mit der unterschiedlichen Verantwortung im Job. Im IT-Bereich arbeiteten Praktikanten aktiver an Projekten mit und entlasteten die Stammbelegschaft, deshalb bekämen sie hier auch mehr.

Bessere Bezahlung

Noch überraschender aber ist, dass kleine Firmen mit bis zu 99 Mitarbeitern ihren Praktikanten mehr Geld zahlen als Unternehmen mit bis zu 5000 Mitarbeitern. Auch das, so Bühler, sei aber wieder Folge, wie die Praktikanten später eingesetzt würden. Bei kleinen Betrieben arbeiten sie in der Regel voll mit und werden entsprechend besser bezahlt.

Allerdings, das räumt Bühler ein, erfasst die Studie ausschließlich bezahlte Praktika. Alles andere grenze an Ausbeutung und soll daher auch nicht noch indirekt unterstützt werden. Hätte die Personalvermittlung unbezahlte Praktika jedoch mitgerechnet, wären deutlich niedrigere Durchschnittsgehälter herausgekommen.

Von den steigenden Gehältern profitieren aber auch Werksstudenten, die ihre Abschlussarbeit in einem Unternehmen schreiben. Hierfür erhalten die angehenden Absolventen im Schnitt 690 Euro. Doktorarbeiten sind in diesen Berechnungen nicht enthalten.

Wie schon bei der Praktikantenvergütung zahlen die Pharmaindustrie, die Kfz-Zulieferer und die IT-Branche am meisten. Geschlagen werden sie nur von der Zeitarbeitsbranche, die mit einer Bezahlung von 813 Euro an der Spitze liegt. Mit einer niedrigen Entlohnung müssen sich indes die angehenden Akademiker im öffentlichen Dienst und der Tourismusbranche zufrieden geben. Hier gibt es meist weniger als 400 Euro pro Monat. Erhalten die Studenten für das Schreiben ihrer Abschlussarbeit kein Gehalt, können sie oftmals mit Prämien rechnen. Laut Alma Mater richten sich diese meist nach den Abschlussnoten und können bis zu 5000 Euro betragen.   

Gehaltsunterschiede der einzelnen Branchen

Nach der Studienzeit steht der Einstieg ins Berufsleben an. Die Gehälter für Einsteiger liegen 2011 ebenfalls höher als im Vorjahr. Sowohl Direkteinsteiger als auch Trainees erhalten mehr Geld. Dennoch verdienen Trainees bis zu 1000 Euro weniger im Monat als gut bezahlte Direkteinsteiger. Laut Studie liegt dies an den unterschiedlichen Auffassungen von Traineeprogrammen. Während große Konzerne darüber ihre zukünftige Führungsspitze rekrutierten, nützten kleinere Firmen Traineeprogramme oft um Quereinsteiger in wenigen Monaten für eine bestimmte Stelle fit zu machen. Erfreulich sei, dass die Zahl der wirklich schlecht bezahlten Trainees zurückgegangen sei.  

Aber auch hier gibt es je nach Branche erhebliche Unterschiede bei der Bezahlung. Banken, Automobilhersteller und der Großhandel bezahlen ihre Nachwuchskräfte am besten. Trainees können in diesen Branchen weit über 40.000 Euro jährlich einstreichen. Die Kehrseite: Die Medienbranche schneidet, wie schon im vergangenen Jahr, schlecht ab. Gerade mal 28.000 Euro verdienen Trainees hier.

Der Abschluss entscheidet

Auch der Abschluss spielt dabei eine Rolle: Bachelor verdienen häufig zwischen 2000 und 3000 Euro weniger im Jahr als ihre Kollegen mit Master oder Diplom. Allein kleine Betriebe mit weniger als zehn Mitarbeitern machen bei der Entlohnung keine Unterschiede.

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