Gen-Mutationen beeinflussen IQ US-Forscher: Menschen werden immer dümmer

Über Jahrtausende wurden die Menschen immer intelligenter. Doch unsere Lebensbedingungen in der modernen Gesellschaft führen mittlerweile zum entgegengesetzten Trend: Wir werden wieder dümmer, so die provokante These eines Entwicklungsbiologen.

Zehn Irrtümer der Wissenschaft
Albert Einstein Quelle: dpa
Jungs mit Kochmütze beim Essen Quelle: obs
Familie Scheel aus Itzehoe befreit auf dem Feldberg im Schwarzwald ihr Auto vom Schnee. Quelle: dpa
Ein Markthaendler schneidet am Dienstag, 28. August 2007, in Bremen Kaese. Quelle: AP
RedbullIm Energydrink Redbull - und in vielen Konkurrenzprodukten - soll Taurin enthalten sein, ein Stoff aus der Stiergalle. Taurin beziehungsweise 2-Aminoethansulfonsäure ist zwar tatsächlich in vielen Energydrinks, hergestellt wird es aber künstlich. Für eine Dose Hallo-Wach muss kein Stier sterben. Quelle: Pressebild
Die Studentin Katharina Hoppe liest am Montag (12.03.2007) in der "Connewitzer Verlagsbuchhandlung" in Leipzig auf einem "Büchersofa". Quelle: dpa
Eine 60 Watt Glühbirne und eine 11 Watt Energiesparlampe Quelle: dpa

Die durchschnittliche Intelligenz des Menschen schwindet allmählich - das behauptet zumindest ein amerikanischer Forscher. Seine Begründung: Vor Tausenden Jahren, als die Menschen noch in kleinen Gruppen durch die Wildnis streiften, waren intellektuelle Fähigkeiten entscheidend zum Überleben eines jeden Menschen.

Doch seit die Menschheit Ackerbau betreibe und in größeren Gemeinschaften zusammenlebe, sei die Intelligenz des Einzelnen weniger wichtig geworden, schreibt der Entwicklungsbiologe Gerald Crabtree von der kalifornischen Stanford University im Fachblatt „Trends in Genetics“.

Die dümmsten Antworten in Quizshows
Sender: RTL Show: Familienduell Frage: Nennen Sie ein gelb-schwarzes Insekt.Antwort: Eine Giraffe. Richtig: z.B. Biene. Quelle: Reuters
Sender: RTL Show: Familienduell Frage: Nennen Sie ein Tier, das Stacheln hat.Antwort: Der Stachelbär.Richtig: z.B. Igel. Quelle: dpa
Sender: RTL Show: Familienduell Frage: Nennen Sie etwas, das einen Schnabel hat.Antwort: Hering.Richtig: z.B. Vogel. Quelle: ap
Sender: RTL Show: Der Schwächste fliegt Frage: Nach welchem Tier ist der Zustand benannt, der einen dicken Schädel nach übermäßigem Alkoholgenuss beschreibt?Antwort: Äh, Brummschädel.Richtig: Kater. Quelle: Reuters
Sender: RTL Show: Familienduell Frage: Nennen Sie ein besonders farbenprächtiges Tier!Antwort: Zebra.Richtig: z.B. Papagei. Quelle: dapd
Sender: ZDF Show: Rate mal mit Rosenthal Frage: Wie heißen die sagenhaften riesigen Vorfahren der Elefanten?Antwort: Moped.Richtig: Mammut. Quelle: dpa
Sender: Sat1 Show: Jeder gegen Jeden Frage: Für einen Einkaufsbummel in Düsseldorf musst du in welches Bundesland reisen?Antwort: Rheinland-Westfalen.Richtig: Nordrhein-Westfalen. Quelle: ap

Die menschliche Intelligenz hänge von rund 2000 bis 5000 Genen ab. Diese Erbanlagen für das Gehirn seien Studien zufolge besonders anfällig für Mutationen, schreibt Crabtree. Er vermutet, dass die Menschheit in den vergangenen 120 Generationen - also etwa 3000 Jahren - Schritt für Schritt an Intelligenz einbüßte. Bekämen wir heutzutage Besuch von einem Bürger aus dem antiken Griechenland, so wäre der Zeitreisende uns intellektuell weit überlegen: Er wäre einfallsreicher und hätte ein besseres Gedächtnis.

Welche Bundesländer bei der Bildung Spitze sind
Platz 14: SaarlandAuch im Saarland ist bei der Bildung vieles eher Schatten als Licht. Gerade in den mathematisch-naturwissenschaftlichen MINT-Fächern muss Deutschlands kleinstes Bundesland noch aufholen. Lediglich elf Prozent der Studenten haben 2010 ein ingenieurwissenschaftliches Studium abgeschlossen - bundesweit der niedrigste Wert. Positiv ist hingegen, dass im Saarland nur 5,6 Prozent aller Schüler die Schule ohne Abschluss verlassen. Damit liegen die Saarländer im Kampf gegen die Bildungsarmut auf Platz zwei. Quelle: dpa/dpaweb
Platz 16: Schleswig-HolsteinSchlusslicht des IW-Bildungsmonitors ist Schleswig-Holstein. Zwar liegen die Nordlichter bundesweit bei der Integration (Platz 2) vorne. Leute aus bildungsfernen Schichten haben in Schleswig-Holstein eher die Möglichkeit einen ordentlichen Ausbildungsabschluss zu machen, als anderswo. Dafür aber hat Schleswig-Holstein starke Defizite bei der Akademisierung, der Internationalisierung und den Betreuungsbedingungen. Quelle: dpa
Platz 7: NiedersachsenBesondere Stärken weist Niedersachen bei der Ausgabenpriorisierung (3. Platz) und Zeiteffizienz (4. Platz) auf. Das bedeutet: Für das Land haben Bildungsausgaben besondere Priorität – vor allem Ausgaben für die Hochschulen. Außerdem ist Niedersachsen bei der Umsetzung der Bologna-Ziele für einen gemeinsamen europäischen Hochschulraum relativ weit. Schlechter schneiden die Niedersachsen bei der Integration und dem Ausbau der Förderinfrastruktur ab. Quelle: dpa
Platz 12: BrandenburgSchüler in Brandenburg können sich auf gute Betreuungsbedingungen verlassen. Auf einen Lehrer in der Sekundarstufe I (ohne Gymnasium) kommen hier nur 12,2 Schüler. Im Bundesdurchschnitt sind es 14,7. Auch bei der Förderinfrastruktur, der Internationalisierung und der Integration geht Brandenburg mit gutem Beispiel voran. Probleme hingegen gibt es hingegen bei der Schulqualität und der beruflichen Bildung. Quelle: dpa
Platz 3: Baden-WürttembergBaden-Württembergs Stärken liegen in der erfolgreichen Vermeidung von Bildungsarmut (Platz 1), und der Akademisierung (Platz 2). Nachholbedarf gibt es vor allem beim Ausbau der Förderinfrastruktur und der Integration. Quelle: dpa
Platz 10: Mecklenburg-VorpommernÜberdurchschnittlich gut präsentiert sich Mecklenburg-Vorpommern bei der Förderinfrastruktur. Ein Viertel der unter Dreijährigen können einen Ganztagsplatz in einer Kindertagesstätte nutzen, bei den drei- bis sechsjährigen sind es sogar 58 Prozent. Zum Vergleich: Im Bundesdurchschnitt liegen die Werte lediglich bei 11,3 bzw. 34,7 Prozent. Schwächen hat das Bundesland allerdings in der Zeiteffizienz (Platz 15): Im Jahr 2010 brachen mehr als 40 Prozent der Auszubildenden ihre Lehre ab. Quelle: dpa/dpaweb
Platz 1: SachsenDas leistungsfähigste Bildungssystem in Deutschland hat Sachsen. Hubertus Pellengahr, Geschäftsführer der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) führt dies vor allem auf  die gute individuelle Förderung dort zurück. Außerdem biete Sachsen wie auch das zweitplatzierte Thüringen einen breiten Zugang zu akademischen Abschlüssen, vor allem in den naturwissenschaftlich-technischen Fächern an. Quelle: ZB

Crabtrees These: Wer sein Gehirn früher nicht nutzte, konnte sich nicht ernähren oder vor wilden Tiere schützen. Nur die Klügsten überlebten. Dieser Selektionsdruck ließ die menschliche Intelligenz stetig steigen. Nach der Entwicklung der Landwirtschaft lebten Menschen dagegen in größeren Gruppen zusammen, die auch schwächere Individuen unterstützten. Wichtiger als die Intelligenz war nun laut Crabtree für den Einzelnen die Eigenschaft, sich vor Krankheiten zu schützen, die in größeren Gruppen häufiger auftreten.

Er widerspricht damit Studien, denen zufolge der durchschnittliche Intelligenzquotient seit Anfang des 20. Jahrhunderts von Generation zu Generation stieg. Dieses Phänomen wurde nach dem Intelligenzforscher James Robert Flynn als Flynn-Effekt bekannt. Doch Crabtree relativiert dies: Die Steigerung gehe von einem niedrigen Niveau aus. Außerdem sei die Zunahme durch bessere Bildung bedingt, nicht durch genetische Mutationen.

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