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Geschlechter Alles wie früher: Frauen wollen reiche Männer

Eine Studie zeigt: Frauen reden zwar gern übers Geld – verdienen soll es aber der Partner.

Die mächtigsten Frauen Deutschlands
Simone Bagel-Trah Quelle: dpa
Nicola Leibinger-Kammüller Quelle: AP
Hannelore Kraft Quelle: dpa
Friede Springer Quelle: AP
Maria-Elisabeth Schaeffler Quelle: AP
Anke Schäferkordt Quelle: dpa
Beate Baumann Quelle: dpa

Vati bringt das Geld nach Hause, Mutti geht einkaufen: Was wie ein verstaubtes Klischee aus den muffigen Fünfzigerjahren klingt, hat auch im Jahr 2012 offenbar noch einen wahren Kern, allen Debatten um Emanzipation und Forderungen nach Frauenquoten zum Trotz. Zwei von drei Frauen jedenfalls wünschen sich einen Mann, der deutlich mehr verdient als sie selbst. Das zeigt eine Umfrage der Commerzbank-Onlinetochter comdirect, die 1100 Frauen zu ihrem Verhältnis zu Geld befragt hat. Gerade mal 36 Prozent der befragten Frauen fänden es demnach in Ordnung, wenn ihr Partner weniger Geld nach Hause brächte als sie selbst. Diese Toleranz für schlechter verdienende Männer bringen vor allem jüngere Frauen bis 29 Jahren und mit höherer Bildung auf. Je älter die befragten Frauen, desto größer der Wunsch nach dem finanziell abgesicherten Versorger.

Zum einen, weil nur jede zweite Frau glaubt, dass finanziell unabhängige Geschlechtsgenossinnen auf Männer attraktiv wirken. Aber offenbar auch, weil die Frauen sonst um das Selbstbewusstsein ihrer männlichen Partner fürchten: 60 Prozent der befragten Frauen gehen nämlich davon aus, dass Frauen mit Geld Männer einschüchtern. Ein Eindruck, der sich bei den jüngeren, beruflich erfolgreichen Frauen aber allmählich zu wandeln beginnt: 60 Prozent der Unter-30-Jährigen mit einem monatlichen Nettoeinkommen über 3000 Euro unterstellen Frauen mit Geld eine attraktive Ausstrahlung.

Diese Fehler verbauen Frauen die Karriere
1.  Frauen lassen sich von Stellenanzeigen einschüchternKeine Frage, Bewerber sollten Stellenanzeigen sorgfältig durchlesen. Aber zu viel Sorgfalt schadet eher. Ein Problem, das vor allem Frauen betrifft. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie der Online-Stellenbörse Jobware. 151 Männer und 79 Frauen lasen darin 150 Stellenanzeigen. Währenddessen wurden ihre Augenbewegungen aufgezeichnet, hinterher bewerteten die Studienleiter ihre Aussagen. Das Ergebnis: Frauen klickten im Schnitt nicht nur auf mehr Jobprofile, die sie auch länger durchlasen. Mehr noch: Sie ließen sich wesentlich stärker von vermeintlich männlichen Stellentiteln und Qualifikationen beeindrucken – und wollten sich gar nicht erst bewerben. Ein Indiz dafür, dass sich Frauen von manchen Anforderungen immer noch zu stark beeindrucken lassen. Ein Problem, das schon früh beginnt... Quelle: Fotolia
2. Schon Mädchen scheuen WettbewerbMatthias Sutter und Daniela Rützler von der Universität Innsbruck untersuchten in einer Studie das Verhalten von mehr als 1000 Kindern im Alter zwischen 3 und 18 Jahren. Sie sollten verschiedene Tests lösen, etwa Wettläufe oder Matheaufgaben. Als Belohnung erhielten sie kleine Geldbeträge. Im Verlauf des Spiels konnten die Kinder dann gegen Gleichaltrige antreten und dabei mehr verdienen. Bei den Jungen entschieden sich 40 Prozent für den Wettkampf unter Gleichaltrigen. Von den Mädchen wollten das nur 19 Prozent wagen. Quelle: Fotolia
3. Frauen unterschätzen ihre LeistungErnesto Reuben von der Columbia Business School gewann für sein Experiment ( .pdf) 134 Studenten. Alle hatten zwei Jahre zuvor verschiedene Aufgaben absolviert, jetzt sollten sie ihre damalige Leistung bewerten. Das Ergebnis: Die Männer überschätzen ihre tatsächliche Leistung um rund 30 Prozent überschätzt, die Frauen hingegen um weniger als 15 Prozent. Im zweiten Schritt teilte Reuben die Teilnehmer in Gruppen. Sie sollten einen Vertreter wählen, der für die Gruppe Geld gewinnen konnte. Das Ergebnis: Weil sie zu ehrlich waren, schafften es weibliche Teilnehmer drei Mal seltener als Männer, die Rolle des Anführers zu übernehmen. Quelle: Fotolia
4. Frauen lassen sich von Klischees beeinflussenMarina Pavlova vom Universitätsklinikum Tübingen reichte für ihre Studie im Jahr 2010 83 Medizinstudenten den Abschnitt eines Intelligenztests. Dabei sollten sie eine Reihe von Bildern in die richtige Reihenfolge zu bringen. Doch vorab gaukelte Pavlova der einen Hälfte der Teilnehmer vor, dass Frauen bei dieser Aufgabe generell besser abschneiden. Die andere Hälfte erfuhr, dass Männer darin bessere Ergebnisse erzielen. Ergebnis: Die Frauen ließen sich von negativen Aussagen viel stärker beeinflussen als Männer. Deren Leistung litt kaum unter der Vorab-Information. Quelle: Fotolia
5. Frauen sind schneller zufriedenDer Soziologe Stefan Liebig von der Universität Bielefeld analysierte für seine Studie ( .pdf) Daten des Sozio-oekonomischen Panels. In dieser Langzeitstudie machen 10.000 Deutsche regelmäßig Angaben zu Ihrem Beruf und Privatleben. Liebig wollte wissen, ob sie ihr aktuelles Einkommen als gerecht empfanden - und falls nein, welches Nettogehalt angemessen wäre. Wenig überraschend: Etwa jeder dritte Befragte fand sein Einkommen ungerecht. Doch das Einkommen, das Frauen als gerecht empfanden, lag noch unter dem tatsächlichen Gehalt von Männern. Egal ob Akademikerin oder Reinigungskräfte: Frauen hatten finanzielle geringere Ansprüche. Quelle: Fotolia
6. Frauen scheuen Jobs mit WettbewerbAndreas Leibbrandt und John List schalten für ihre Untersuchung Stellenanzeigen in neun US-Städten – in zwei verschiedenen Versionen. Die eine Ausschreibung suggerierte, dass das Gehalt nicht verhandelbar sei. Die andere behauptete, dass das Gehalt Verhandlungssache sei. Fazit: Bei letzterer Stelle bewarben sich wesentlich mehr Männer. Offenbar meiden viele Frauen Jobs mit starkem Konkurrenzdenken. Quelle: Fotolia
Ein Mann hält einen Zettel mit der Aufschrift "Job gefällig?" in der Hand Quelle: dpa

Gebildete Frauen sprechen gerne über Geld

Erfolg macht Frauen, vor allem Singles, auch schon mal neidisch: Gut ein Fünftel der Ledigen gab an, auf finanziellen Erfolg anderer Frauen eifersüchtig zu sein, weil sie sich für ebenso gut qualifiziert halten. Ein Zug, der sich mit zunehmendem Alter aber verliert: 90 Prozent der Frauen über 45 Jahren gönnen zumindest einer Freundin finanziellen Erfolg.

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Genauso hoch – und zwar unabhängig von Alter, Bildung, Verdienst – ist mittlerweile das Bedürfnis der Frauen, über Geld zu reden. Galten deutsche Frauen gerade in den Augen erfolgreicher Geschlechtsgenossinnen in anderen europäischen Ländern eher als verschämt, wenn das Gespräch auf Geld und beruflichen Erfolg kam, trifft das inzwischen offenbar nur noch auf eine Minderheit von zehn Prozent zu. Am liebsten tauschen sich Frauen mit ihrem Partner übers Finanzielle aus. Je gebildeter eine Frau ist, desto größer ist das Redebedürfnis: Mit höherem Abschluss wird auch der Kreis der Personen größer, mit denen sich Frau über Gehalt, Kontostand und Immobilienfinanzierung, austauscht. 

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