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Global AgeWatch Index Wo man gut alt wird - und wo besser nicht

Die Lebensbedingungen für ältere Menschen sind weltweit sehr ungleich. Nicht überall entsprechen sie der wirtschaftlichen Entwicklung, wie der Global AgeWatch Index zeigt.

In diesen Ländern leben Sie am längsten
Platz 10 (Männer): LuxemburgWeltweit haben heute viel mehr Kinder die Aussicht auf ein langes Leben als früher. Neugeborene Jungen in Luxemburg, die in 2012 geboren wurden, werden nach den Berechnungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) durchschnittlich 79,7 Jahre alt. Demnach wird das Kind knapp acht Jahre älter als ein Mensch, der 1990 zur Welt kam. Dies sei maßgeblich durch Erfolge im Kampf gegen gegen Kindersterblichkeit und gegen eine Reihe von Krankheiten erreicht worden, teilte die WHO in Genf bei einer Vorlage ihrer Weltgesundheitsstatistik 2014. Die Statistik bezieht auf Vorhersagen für den Geburtsjahrgang 2012. Quelle: dpa
Platz 8 (Männer): Schweden und JapanWer in Schweden lebt, kann einige Monate älter werden. Demnach haben in 2012 geborene Jungen eine durchschnittliche Lebenserwartung von 80 Jahren. Aber auch in Japan werden die Jungen durchschnittlich 80 Jahre alt werden. Zu 1990 hat sich hier nicht geändert. Denn die in der Zeit geborenen Jungen hatten ohnehin eine hohe Lebenserwartung, 75 Jahre (Schweden) und 76 Jahre (Japan). Die häufigsten Ursachen für einen frühzeitigen Tod sind übrigens koronare (ischämische) Herzerkrankungen, Infektionen der unteren Atemwege (wie Lungenentzündung) und Schlaganfall. Quelle: dpa
Platz 4 (Männer): Neuseeland und ItalienVielleicht liegt es an der frischen Bergluft oder dem naturgebunden Leben in Neuseeland (Foto). Denn 2012 geborene Jungen können damit rechnen, durchschnittlich 80,2 Jahre lang zu leben. Das gleiche Durchschnittsalter erreichen ebenfalls die Jungen in Italien. Quelle: dpa
Platz 4 (Männer): Singapur und IsraelAuch in Singapur und Israel werden Männer durchschnittlich 80,2 Jahre alt. Demnach leben die in 2012 geborenen Jungen sieben Jahre länger als die Männer, die in 1990 geboren wurden. In Israel beträgt der Unterschied zwischen 1990 und 2012 fünf Jahre. Quelle: dpa
Platz 3 (Männer): AustralienEines der Länder mit der höchsten Lebenserwartung für die 2012 geborenen Jungen ist Australien. Die können mit einem langen Leben, nämlich mit durchschnittlich 80,5 Jahren, rechnen. Laut der Statistik erreichen die 22 Jahre früher geborenen Männer durchschnittlich nicht einmal die 80: Sie werden demnach im Schnitt nur 74 Jahre alt. Quelle: dpa
Platz 2 (Männer): SchweizDie Lebenserwartung in der Schweiz ist eine der höchsten der Welt. So leben die Jungen, die in 2012 geboren wurden, knapp sieben Jahre länger als die, die 1990 geboren wurden. Sie werden im Schnitt 80,7 Jahre alt, die Männer aus den 90ern nur 74 Jahre. Quelle: dpa
Platz 1 (Männer): IslandDie Lebenserwartung von Männern ist in insgesamt neun Ländern um die 80 Jahre. An der Spitze befindet sich Island mit 81,2 Jahren. Die in 2012 geborenen Jungen leben demnach durchschnittlich sechs Jahre länger als die Männer, die 22 Jahre früher geboren wurden. Die Bewohner Islands leben im Durchschnitt vier Jahre länger als noch 1990, nämlich 82 statt 78 Jahre. Wenn sich die Entwicklung der Lebenserwartung zukünftig so fortsetzt wie in der Vergangenheit, ist es wahrscheinlich, dass die Lebenserwartung für beide Geschlechter weiter beträchtlich ansteigen wird. Quelle: REUTERS

Die Lebenserwartung steigt nicht nur in den reichsten Ländern, sondern weltweit. Doch nicht nur in der absoluten Lebenserwartung, sondern auch bezüglich der Lebensqualität der gewonnenen Jahre gibt es große Unterschiede. Das zeigt der Global AgeWatch Index, der pünktlich zum heutigen Internationalen Tag der älteren Menschen die Lage der über 60-Jährigen in 96 Ländern nach Einkommenssicherheit, Gesundheitsversorgung und Lebensumfeld vergleicht.

Wie die Rangliste des HelpAge Netzwerkes zeigt, wartet vor allem auf Millionen alter Menschen in vielen armen Ländern ein trostloser Lebensabend. Die übelsten Bedingungen für alte Menschen bieten Afghanistan, Mozambik und die Palästinensergebiete. Die angenehmsten Länder für Senioren sind Norwegen, Schweden und die Schweiz. Deutschland ist immerhin an fünfter Stelle.

Die zehn besten Länder für Senioren

Im weltweiten Durchschnitt hat sich die Lebenserwartung Neugeborener innerhalb der vergangenen fünf Jahrzehnte auf 66 Jahre verdoppelt. Vor 100 Jahren lag sie in den Industrienationen noch knapp unter 50 Jahren. Heute liegen nur noch einige wenige extrem arme Länder unter dieser Marke.

Entscheidenden Einfluss darauf hat vor allem die stark zurückgegangene Kindersterblichkeit. Aber auch die weitere Lebenserwartung der 60-Jährigen – weltweit sind das 868 Millionen Menschen, fast 12 Prozent der Weltbevölkerung - steigt weiter an. Im Weltschnitt wird eine Frau, die dieses Alter erreicht hat, erst mit 82 Jahren sterben, ein Mann mit 79.

Die Lebenserwartung und die Bedingungen für Ältere korrelieren zwar im Großen und Ganzen mit dem Wohlstandsniveau - doch nicht durchgängig. Das hat in erster Linie mit sozialstaatlichen Bedingungen zu tun. Die Menschen in Costa Rica und Kuba zum Beispiel werden im Schnitt etwa genauso alt wie die sehr viel reicheren US-Amerikaner. In der Türkei befinden sich die Bedingungen für ältere Menschen trotz stark gewachsener Wirtschaft gerade mal auf dem Niveau Kambodschas.

Die zehn schlechtesten Länder für Senioren

"Der Index zeigt, dass Wirtschaftswachstum alleine das Wohlergehen der älteren Menschen nicht verbessert", heißt es in der Zusammenfassung. "Passende politische Maßnahmen müssen ergriffen werden, um den Auswirkungen der Alterung zu begegnen." Lobend heben die Autoren Mexiko heraus. Die politische Absicherung der Einkommenssicherheit hat das Land in nur einem Jahr im Index um 26 Plätze auf Rang 30 gehoben. Obwohl das Pro-Kopf-Einkommen dort unter dem der Türkei liegt, leben alte Mexikaner seither im Schnitt besser als diejenigen in Italien und Portugal.

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Drei von vier über-65-Jährigen in Entwicklungs- und Schwellenländern haben keine ausreichende Rente und sind abhängig von ihren Kindern. In diesen Ländern arbeiten die meisten Menschen in informellen Beschäftigungsverhältnissen und haben daher kaum Zugang zu beitragsfinanzierten Rentensystemen. In Mexiko beispielsweise sichert dieses nur ein Viertel der alten Menschen ab. Die neu eingeführte steuerfinanzierte Rente hat dafür gesorgt, dass nun neun von zehn älteren Mexikanern abgesichert sind.

Die Tendenz geht weltweit eindeutig zur Einführung solcher umfassender steuerfinanzierter Sozial-Renten. Die Autoren von HelpAge sprechen gar von einer Rentenrevolution. Vor allem in Asien und Südamerika wurden sie sehr stark ausgebaut. China zum Beispiel hat 2009 ein Alterssicherungssystem für die Landbevölkerung eingeführt, das 133 Millionen Menschen stützt.

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