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High-Tech-Region Taubertal Weltmarktführer in der Pampa

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Hochregallager am Horizont

Der Bürgermeister von Igersheim, Frank Menikheim, begleitet den Rundgang. Er ist stolz auf eine Gemeinde, der es gelungen ist, sämtlichen Abgängern der Hauptschule einen Ausbildungs- oder Arbeitsplatz zu vermitteln. Probleme, wie sie Menschen aus den Ballungszentrum kennen, tauchen in Igersheim nicht auf. Ob denn bei so viel benötigten Arbeitskräften auch die Versorgung mit Kindergartenplätzen bis in den Abend gewährleistet sei? „Dafür gibt es hier keinen Bedarf“, sagt Menikheim.

Wer an einem Mittwoch gegen 16 Uhr zur Außenstelle Bad Mergentheim des Schraubenimperiums Würth fährt, ahnt, warum: Die Mitarbeiter verlassen in großer Zahl das Gelände in Richtung Heimat, vorbei an den großen Transparenten, die an der Zufahrtsstraße um Mitarbeiter werben. Das tut auch auf seine Weise das 45 Meter messende Hochregallager mit automatischer Bedienung. Es ragt über die Baumwipfel und ist schon von Weitem von der B 290 zu sehen. Lieblich ist allerdings anders. 1999 wurde auf dem Kasernengelände mit gut 70 Mitarbeitern gestartet. Heute arbeiten etwa 1250 Mitarbeiter auf dem 122 Hektar großen Areal, und noch ist Platz für Wachstum.

High Tech auf der grünen Wiese: Die Innovationsfabrik von Wittenstein. Quelle: Christof Mattes für WirtschaftsWoche

Die Region litt wie viele andere ländliche Gebiete, als die Bundeswehr zahlreiche Standorte schloss. Sichere Arbeitsplätze gingen verloren, solide, aber wenig reizvolle Bauten sind die Hinterlassenschaften, mit denen die Bürgermeister umgehen müssen. Während Bad Mergentheim mit Würth ein großes Unternehmen gewinnen konnte, werden im i_PARK in Lauda-Königshofen kleinere Brötchen gebacken. Z

immer 07.047 belegt Armin Kordmann, Geschäftsführer der Gesellschaft i_PARK Tauberfranken, die den alten Wohntrakten neues Leben eingehaucht hat: „Das ist noch die Nummerierung von der Bundeswehr, wir haben sie anfangs einfach belassen, später habe ich sie verinnerlicht.“ Die Bäume vor den Fenstern, die die Bundeswehr als Tarnung schätzte, ließ Kordmann abholzen, Baderäume wurden herausgerissen und kleine Gemeinschaftsküchen eingebaut.

Keine sechs Euro kostet hier ein Quadratmeter Bürofläche. Ideal für Neugründungen. Ist ein Trakt mit Mietern belegt, wird der nächste angegangen – zu Beginn hat Kordmann noch selber den Rasen gemäht und Wände in Wischtechnik aufgehübscht; im ehemaligen Offizierskasino werden heute Hochzeiten gefeiert, der Klassenzimmer-Atmosphäre zum Trotz.

Die Versuche, mit Annoncen in Branchenblättern Mieter zu gewinnen, schlugen fehl. Heute läuft alles über Mundpropaganda, und was zählt, ist der Preis: „Da kommt keiner aus Stuttgart und sagt: Herrliche Büros!“ Ein Restaurant ist in eines der Gebäude eingezogen, mit guter Küche, aber schlechtem Handyempfang. „Die Bundeswehr hat immer solide gebaut“, sagt die Kellnerin.

Schnell da, schnell weg

Freie Grundstücke hingegen verspricht der Industriepark ob der Tauber der Gemeinden Grünsfeld und Lauda-Königshofen. Der Schweizer Kaffeemaschinenhersteller Franke hat hier seinen Deutschlandsitz. Er liegt ideal, in der Mitte Europas und nahe der A 81. Man ist schnell da. Und schnell weg. Die Mitarbeiterinnen aus dem Marketing wohnen lieber in Würzburg.

Trends



Grünsfelds Bürgermeister Joachim Markert erzählt, wie die hiesige, traditionelle Gastronomie langsam ausstirbt, weil zu viele Betriebe keinen Nachfolger finden und weil es hier genug Arbeit gibt, die nicht in den Abend und übers Wochenende geht. Markert schaut über einen Acker, im Hintergrund locken die grünen Hügel des Umlands. 500 weitere Arbeitsplätze hätten hier entstehen sollen, doch die Zusage eines Logistikunternehmens wurde kurzfristig zurückgezogen. Welches es war, möchte Markert nicht verraten, noch ist die Hoffnung nicht verloren, dass zu den 30 bebauten Grundstücken ein großes dazukommt – für ein internationales Unternehmen mit Strahlkraft.

Der Bürgermeister Markert hätte auch Platz für mehr Eigenheimbebauung, daran soll es nicht scheitern. Unternehmen und Mitarbeiter sind hier sehr willkommen. Es muss sich halt nur noch rumsprechen.

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