Jährlicher Kaffeereport Zehn Dinge, die Sie noch nicht über Kaffee wussten

Die italienische Raumfahrtbehörde testet zusammen mit Lavazza einen Espressoautomaten für das Weltall, damit Astronauten nicht auf einen anständigen Espresso verzichten müssen. Verrückt, was Menschen für Kaffee tun. Für 32,3 Prozent der Deutschen ist es wichtig, dass ihr Kaffee nicht nur ökologisch angebaut, sondern auch fair gehandelt wird. Und Berufstätige trinken am meisten Kaffee. Das und noch vieles mehr lässt sich aus dem Kaffeereport herauslesen, eine Datensammlung über Konsumverhalten, die der Kaffeeröster Tchibo regelmäßig herausgibt.

Brasiliens Anbaufläche ist geschrumpft. Von 2 402 993 Hektar im Jahr 1970 auf 2 148 775 Hektar 2011. Dennoch ist es auch weiterhin mit großem Abstand der nach Fläche größte Produzent von Rohkaffee weltweit, es folgten 2011 mit 1293000 Hektar Indonesien und Kolumbien schon nur noch mit weniger als einem Drittel der Fläche Brasiliens, 739 413 Hektar. Quelle: AP
Trinken Sie Ihren Kaffee. Warmhalten ist nämlich schlecht. Der PH-Wert von Kaffee sinkt kontinuierlich. Beträgt er laut eines Versuchs des Westdeutschen Rundfunks zu Beginn noch 5,28, sinkt er nach einer Stunde auf 4,93 und nach drei Stunden auf der Warmhalteplatte nur noch 4,90. Unklar ist, ob das für Röstkaffee ebenso gilt wie für löslichen – fest steht aber, dass aus 100 Kilogramm Kaffeefrüchten 14 Kilo Röstkaffee produziert werden, aber nur neun Kilogramm löslicher Kaffee. Quelle: ZBSP
Eine Tasse Kaffee hat etwa 0,18 Liter Inhalt. Um eine Tasse Kaffee zu produzieren, sind bis zu dem Moment, in dem er getrunken wird, 140 Liter virtuelles Wasser nötig. Der weltweite Kaffeekonsum benötigt eine Wassermenge, die 1,5 mal so hoch ist, wie die Menge, die jährlich den Rhein hinabfließt: 120 Billionen Liter. Wer noch Milch dazu tut: Ein Liter Milch verbraucht 1000 Liter Wasser laut Vereinigung deutscher Gewässerschutz und ein Kilo Zucker 1500 Liter. Quelle: dpa
Reden wir über Geld. Arabica gilt gemeinhin als die wertvollere Sorte im Vergleich zu Robusta. Im Kilo kostet er konventionell und gewaschen mindestens 2,34, Bio-Kaffe hingegen 2,84. Robusta hingegen konventionell 1,76 das Kilo und Bio 2,26. Wer den Robusta jedoch vorschnell als Billigsorte abtut, ignoriert, dass ein Großteil der Espressomischungen für italienische Bars einen guten Prozentsatz Robusta enthält, auch, weil er dann zuverlässiger gelingt. Quelle: dpa
Wer ist Barista-Weltmeister? Welches Land stellt Ende 2013 die durch die „Specialty Coffee Association of Europe“ meisten Barista, die eine Prüfung mit Kaffeewissen und Anwendung ablegen müssen? Richtig. Südkorea. Mit 58. Ach, nicht Italien? Nein, nur 19, da hat Deutschland mit 27 mehr! Platz drei nach Deutschland geht übrigens in die Schweiz mit 24 zertifizierten Baristas. Die USA hat einen – gut, ist ja auch nicht Europa. Quelle: dpa
Dass die Kaffeekultur in den USA nicht allein durch Starbucks geprägt wird, ist jedem Reisenden mit offenen Augen klar. Sie trinken in absoluter Menge auch den meisten. 22 238 000 Säcke a 60 Kilogramm Rohkaffee haben die USA 2012 verbraucht, die Brasilianer kaum weniger mit 20 330 000. Doch dann auf Platz drei: Die Deutschen mit 8 830 Säcken a 60 Kilo. Was aber auch immer auf Madagaskar los ist: Die haben mit 425 Prozent den höchsten Anstieg im Kaffeekonsum zwischen 2000 bis 2012. Quelle: AP
Wer sind diese Menschen? Wo wohnen sie, was tun sie? 0,3 Prozent der Deutschen trinken ein mal pro Monat Kaffee. Ein Prozent immerhin einmal die Woche. Doch die größte Gruppe mit 50,3 sind diejenigen, die täglich mehrfach Kaffee trinken. Quelle: dpa
Wenn die Kinder aus dem Hause sind und die Karriere gemacht ist, dann schmeckt Kaffee wohl am leckersten. In der Phase „Etabliert“, die auf Familienphase, Gründerphase und zu Beginn Einsteigerphase folgt, trinken 64 Prozent mehrmals täglich Kaffee. Die Kaffeetanten in deutschen Konditoreien können es nicht rausreißen – sie landen auf Platz 3. Weit vorne ist diese Gruppe allerdings beim Konsum der Sorten magenfreundlich und koffeeinfrei. Quelle: dpa
Es ist nicht so lange her, dass Italiens Strandbars warben mit „Deutsche Filterkaffee“. Das hat sich geändert. Koffeeinkulturell sind wir inzwischen Kosmopoliten, nur die wenigsten ordern noch Expressi. Gleichwohl: Zum Filterkaffee stehen wir. Und zwar über alle Generationen weg erfährt diese Zubereitungsmethode bei mehr als 80 Prozent der Deutschen hohe Anerkennung. Aber wir belassen es nicht mehr dabei. Caffè Crema, Milchkaffe, Latte Macchiato, Cappuccino – auch diese sind mit hohen Werten des Verbrauchs in unserem Leben fest verankert. Und obwohl über all in den Städten die Becher in den Mülleimern liegen – nur fünf Prozent konsumieren ihren Kaffee to go. Quelle: dpa
Sowohl die präferierte Art des Urlaubens von Pauschalreise über Wandern bis cluborientiertem Familienurlauben sagt kaum etwas aus über die Häufigkeit, mit der wir Kaffee trinken. Ebenso wenig, ob wir in der Stadt wohnen, in städtischen Randlagen oder Feriengebieten, ja selbst in Gewerbegebieten heißt es: mehr als 60 Prozent nutzen eine Filterkaffeemaschine, es folgen Kaffeepadmaschinen mit rund neun Prozent je nach Wohnlage und Espressomaschinen mit integriertem Mahlwerk mit rund acht Prozent, so die Analyse von Statista. Quelle: dpa/dpaweb
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