Konsum Papst Franziskus geißelt zu Weihnachten Konsumgesellschaft

Konsum, Krieg und Krisen haben die Weihnachtspredigten bestimmt. Der Papst erinnerte an das Wesentliche im Leben und mahnte zum Frieden. Deutsche Bischöfe forderten mehr Verständnis für Flüchtlinge.

"Ich bin ein ehrlicher Mensch"
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Papst Franziskus hat zu Weihnachten die moderne Konsumgesellschaft angeprangert. Bei der Christmette im Petersdom am Heiligabend erinnerte er daran, dass Jesus in einem Stall in großer Armut geboren worden sei. „Dieses Kind lehrt uns, was wirklich wesentlich ist in unserem Leben“, sagte Franziskus.

„In einer Gesellschaft, die oft trunken ist von Konsum und Vergnügung, von Überfluss und Luxus, von Augenschein und Eigenliebe, ruft er uns zu einem nüchtern-besonnenen, das heißt einfachen, ausgewogenen und gradlinigen Verhalten auf, das fähig ist, das Wesentliche zu erfassen und zu leben“, sagte der Papst.

In einer deutlich politischeren Rede nahm sich Franziskus am ersten Weihnachtsfeiertag der blutigen Konflikte der Welt an. „Mögen Israelis und Palästinenser wieder in direkten Dialog miteinander treten und zu einer Übereinkunft gelangen, die den beiden Völkern erlaubt, in Harmonie zusammenzuleben“, forderte Franziskus in seiner Weihnachtsbotschaft von der Loggia des Petersdoms.

Der Papst äußerte auch die Hoffnung auf ein baldiges Ende des „Waffendröhnens“ in Syrien. Ebenso wichtig sei, dass die Vereinbarung über eine Einheitsregierung in Libyen die Unterstützung aller finde. Der Papst gedachte zugleich der Terror-Opfer in diesem Jahr. Er erinnerte auch an das Elend der Flüchtlinge und wünschte denen, die sich für sie einsetzen, „reichen Segen“.

Bürgerkriege und gewalttätige Auseinandersetzungen bestimmten auch in Deutschlands Kirchen viele Weihnachtspredigten - nicht zuletzt wegen der Abertausenden Flüchtlinge, die in den vergangenen Monaten ins Land gekommen sind. Der Speyerer Bischof Karl-Heinz Wiesemann sagte: „Keine noch so hohen Grenzzäune, Sicherheitsmaßnahmen und Schutzwälle können uns aus dieser weltweiten Schicksalsgemeinschaft herausnehmen.“

Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Heinrich Bedford-Strohm, hatte am Heiligabend im Münchner Hauptbahnhof einen Gottesdienst gemeinsam mit Flüchtlingen und Helfern gefeiert. Er würdigte deren Engagement: „Wir haben entdeckt, wie stark wir sind.“

So macht Geld doch glücklich
Tipp 1: Geben Sie Ihr Geld für Erlebnisse ausRichtig investieren – bei diesem Stichwort denken viele automatisch an Immobilien. Aber haben Sie sich schon einmal gefragt, wie ein neues Haus dauerhaft glücklich machen soll? Eben. Dutzende von Studien zeigen: Erlebnisse machen glücklicher. Zum einen gewöhnen wir uns schnell an Besitztümer. Zum anderen bleibt ein Erlebnis wie ein Traumurlaub länger im Gedächtnis. Und drittens verbringen Sie solche Reisen in den meisten Fällen in Gesellschaft – und andere Menschen sind eine der größten Glücksquellen. So machen Sie es richtig: Investieren Sie nicht in materielle Dinge, sondern in Ihr Leben, raten Elizabeth Dunn und Michael Norton in ihrem Buch " Happy Money: So verwandeln Sie Geld in Glück". Und da das Leben nun einmal ein Sammelsurium kleiner, schöner Erfahrungen und Erlebnisse ist, von besonderen und weniger besonderen Tagen und Erinnerungen, geben Sie Ihr Geld auch für solche aus. Hauptsache, Sie erleben etwas. Quelle: REUTERS
Tipp 2: Gönnen Sie sich etwas BesonderesFakt ist: Die alltäglichen Dinge wissen wir meist weniger zu schätzen. Wann haben Sie das letzte Mal einen Kaffee wirklich genossen, anstatt ihn hektisch runterzukippen? Wann haben Sie das Mittagessen in Ruhe verzehrt, anstatt es zu verschlingen? "Wenn wir uns auf das beschränken, was uns am besten gefällt, kann das eine regelrechte Verjüngungskur für uns sein", sagen Dunn und Norton, "die uns dazu bringt, uns auch an kleinen Dingen wieder mehr zu erfreuen." So machen Sie es richtig: Suchen Sie das Besondere in den Dingen, auch in den ganz kleinen. Erlebnisse bedeuten meist mehr als Produkte. Wenn Sie das verstanden haben, können Sie auch kleine Anschaffungen wieder genießen. Quelle: AP
Tipp 3: Kaufen Sie Zeit Laut dem Statistischen Bundesamt der USA verbringen die Amerikaner mehr als zwei Wochen im Jahr mit Pendeln – mehr als ihre durchschnittliche Urlaubszeit. Ein amerikanischer Durchschnittshaushalt gibt fast 20 Prozent seines Einkommens fürs Autofahren aus. In Haushalten mit niedrigem Einkommen können es sogar bis zu 40 Prozent sein. Wenn man nun einen besonders langen Arbeitsweg hat, ist die Verlockung groß, noch mehr Geld für ein größeres, bequemeres Auto auszugeben. Aber ist das sinnvoll? So machen sie es richtig: "Kaufen Sie sich Zeit", raten Nortun und Dunn in " Happy Money". Heißt: Fahren Sie lieber mit dem Zug zur Arbeit anstatt sich lange Strecken im schicken Auto zu einem weiter entfernten Arbeitsplatz zu quälen. Ihrer Kosten-Nutzen-Bilanz kommt das zugute. Sie haben zwar weniger Einnahmen und kein schickes Auto - dafür aber Zeit, die Sie mit Familie und Freunden verbringen können. Quelle: dpa
Tipp 4: Hinterfragen Sie Ihre KaufentscheidungenEin weiterer Teil des Problems ist der Unterschied zwischen Zeit und Geld. Wer diese Woche knapp bei Kasse ist, wird vermutlich annehmen, dass er es auch nächste Woche oder nächsten Monat noch ist. Zu wenig Zeit zu haben, sehen wir eher als vorübergehenden Zustand an. Die Folge: Wir lassen uns leicht von Produkten verleiten, die keinerlei Auswirkung darauf haben, wie wir unsere Zeit verbringen. So machen Sie es richtig: Ein Haus am Stadtrand mag idyllisch sein, aber Ihrer Zeitbilanz wird es vermutlich schaden - denn Sie werden Stunden im Feierabendverkehr verbringen. Fragen Sie sich also vor allem bei größeren Anschaffungen: Wie beeinflussen sie meine Zeit? Quelle: dpa
Tipp 5: Bezahlen Sie, bevor Sie konsumierenViele neigen dazu, Waren sofort zu konsumieren, aber später erst zu bezahlen. Dieses Verhalten macht aber nur kurzfristig glücklich. Zum einen besteht die Gefahr der Verschuldung, zum anderen ist die Freude über einen Kauf umso größer, je länger man darauf warten muss. Nicht umsonst sagt ein bekanntes Sprichwort: "Vorfreude ist die schönste Freude." So machen Sie es richtig: Drehen Sie das Prinzip um: Sofort bezahlen, aber erst später konsumieren. Ein Beispiel: All-Inclusive-Urlaub. Einmal am Urlaubsort angekommen, schlürfen Sie Cocktails umsonst und können sich den Bauch vollschlagen, ohne zu bezahlen. Natürlich ist nichts wirklich gratis, aber weil Sie Ihren All-inclusive-Urlaub schon Monate zuvor bezahlt hatten, schmecken Drinks und Essen so gut, als gäbe es sie umsonst Quelle: dpa
Tipp 6: Erzeugen Sie Vorfreude Hinauszögern kann die Freude am Konsum verstärken, weil es das auslöst, was Dunn und Norton den „Speichelflusseffekt“ nennen. College-Studenten sollten sich in einem Experiment zwischen zwei Pralinen entscheiden. Sie durften die Praline, die sie gewählt hatten, entweder sofort essen - oder erst eine halbe Stunde später. Und siehe da: Wer auf seine Praline gewartet hatte, genoss sie anschließend umso mehr. Der Grund: Die Verzögerung gab ihnen Zeit, sich den Geschmack der Praline vorzustellen – ihnen lief das Wasser buchstäblich im Mund zusammen. So machen Sie es richtig: Kaufen Sie sich Produkte nicht sofort, sondern warten Sie noch ein wenig. Denn der Verzögerungsgenuss schenkt Vorfreude - und macht umso glücklicher, wenn sie das Produkt letztlich besitzen. Quelle: dpa
Tipp 7: Helfen Sie anderen MenschenSchon Warren Buffett wusste es: „Geben ist seliger denn nehmen“. Denn Menschen sind soziale Wesen - deswegen macht es uns glücklich, anderen zu helfen. Auch finanziell. So machen Sie es richtig: Wenn Buffet durch Spenden glücklicher werden konnte, können Sie das auch. Überlegen Sie doch mal, wie es wäre, Ihr Geld für andere Menschen auszugeben. Das kann Sie sogar noch glücklicher machen, als sich selbst zu verwöhnen. Quelle: dpa
Tipp 8: Planen Sie richtigAus jeder Euromünze das größte Maß an Zufriedenheit herauszuholen, muss gut geplant sein. Wichtig: Geben Sie Ihr Geld nicht ständig ungeplant aus. Denken Sie lieber darüber nach, welche Ausgaben Sie kürzen könnten. So machen Sie es richtig: Notieren Sie eine Woche lang jede einzelne Geldausgabe. Und nun ordnen Sie Ihre Ausgaben den fünf Prinzipien von Nortun und Dunn zu: 1. Erlebnisse kaufen. 2. Sich etwas Besonderes gönnen. 3. Zeit kaufen. 4. Sofort bezahlen, später konsumieren. 5. In andere Menschen investieren. Sehen Sie sich anschließend alle Ausgaben an, die Sie getätigt haben, die in keine der Kategorien fallen – und schauen Sie, auf wie viele davon Sie in der nächsten Woche verzichten können. Weitere Tipps und Trick, was Sie mit Ihrem Geld anstellen können, um glücklich zu werden, verraten Elizabeth Dunn und Michale Nortun in ihrem Buch "Happy Money".

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, erinnerte an die „identitätsstiftende Kraft des Weihnachtsfests“. Trotz Gewalt und Unrecht habe Europa gelernt, „dass mit diesem Kind von Bethlehem eine neue Schöpfung und damit eine endgültig neue Lebensperspektive eröffnet wurde“, sagte der Erzbischof von München und Freising laut Manuskript in seiner Predigt am Heiligen Abend.

Überschattet von der seit Monaten andauernden Gewaltwelle feierten Christen aus aller Welt Weihnachten im Heiligen Land. Die Gläubigen pilgerten nach Betlehem im Westjordanland, dem biblischen Geburtsort Jesu Christi. Es kamen aber deutlich weniger als in den vergangenen Jahren.

In Rom versammelten sich am Weihnachtstag geschätzte 30.000 bis 40.000 Menschen auf dem wegen Terrorgefahr besonders gesicherten Petersplatz zum päpstlichen Segen „Urbi et Orbi“ („Der Stadt und dem Erdkreis“). Nach christlichem Glauben ist mit der Geburt Jesu Gott Mensch geworden. Das Datum ist nicht bekannt, doch wird der Tag seit der Spätantike am 25. Dezember gefeiert.

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