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Krawatte Die Qual der Krawatten-Wahl

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Breiter Mann, breite Krawatte

Wie beim Knoten kommt es bei der Krawatte selbst auf die Breite an. Roetzel und Motsch raten zu einer simplen Faustformel: Je größer ein Mann ist, umso breiter sollte die Krawatte sein. Während sich fünf bis sechs Zentimeter breite Krawatten für schmale Männer eignen, darf es für den breiteren Herrn laut den Experten durchaus der acht bis neun Zentimeter breite Schlips sein. Gemessen wird dabei an der breitesten Stelle des Binders. "Die Krawatte darf nicht so wirken, als hätte man einen Schnürsenkel auf einen Gymnastikball gelegt", sagt Roetzel.

Schaumann sieht die Sache wiederum etwas anders. Er empfiehlt fülligeren Männern, eine nicht zu breite Krawatte zu nehmen. "Die Front des Körpers wird durch eine breite Krawatte nur unnötig betont", meint er. Das biete dem Auge des Gegenübers mehr Fläche zum Fokussieren.

So kleiden Sie sich richtig

Seide für Jedermann

Krawatten gibt es in unterschiedlichen Texturen: klassisch aus Samt oder Seide, aber auch aus Baumwolle. Wer es extravagant mag: aus Leder oder Kork. Trotz der großen Auswahl macht es Jan Schaumann deutschen Männern einfach, wenn sie sich für ein Material entscheiden müssen. "Genau wie ein Anzug aus reiner Schurwolle sein sollte, sollte eine Krawatte aus reiner Seide sein – und nicht aus Wolle, Kork, Leder oder sonst etwas."

Stilexpertin Motsch rät vor allem einem bestimmten Typen Mann zur Seide: "Wer glatte Haare und Haut hat, der sollte am besten ganz feine und edle Stoffe mit glatter Textur tragen", sagt sie.

Diejenigen Männer, die eher grobporig sind und meliertes Haar haben, sind am besten mit gröberen Stoffen beraten – zum Beispiel Wolle oder Stoffen, die in Reliefstreifen gewebt sind. "Die Seide ist mit einem Baumwollfaden verwebt und wird dadurch schwerer. Das verleiht der Krawatte Struktur", sagt Motsch. Als Beispiel nennt sie den Schauspieler Jürgen Prochnow. Er kann diese Stoffe nach Ansicht der Expertin gut tragen. "Wenn er Krawatten aus glatter Seide tragen würde, würde sein Haut noch grobporiger wirken", sagt Motsch.

Welches Muster steht welchem Mann?

Um herauszufinden, welches Muster es für welchen Mann sein darf, unterscheidet Motsch zwischen drei Gesichtstypen: dem Ernährungs-, dem Bewegungs- und dem Empfindungstyp. Ein Mann mit kurvigen Gesichtslinien sollte zum Beispiel auf eine diagonal gestreifte Krawatte verzichten. "Mode ist zwar Geschmackssache, aber wenn sich Krawattenmuster in den Gesichtslinien wiederholen, wirkt das harmonischer."

  • Ernährungstyp: Dieser Typ Mann ist beleibter und hat ein rundliches Gesicht. Ein prominentes Beispiel: der deutsche Fußballfunktionär Rainer Calmund. "Er scheint mir wie ein bodenständiger und gemütlicher Mann, der Gesellschaft schätzt, aber trotz seiner Funktion wenig Sport zu treiben scheint", glaubt Motsch. Diese Eigenschaften müssen sich in der Krawatte widerspiegeln. Motsch empfiehlt daher Muster, die sich in gleichen Abständen wiederholen – weil sie Stabilität unterstützen. Von gestreiften Krawatten rät sie bei Ernährungstypen ab, da sie zu dynamisch für den gemütlichen Mann sind. "Mit einer breit gestreiften, durchschnittlich breiten Krawatte würde so ein Mann wie ein billiger Vertreter aussehen", meint die Stilexpertin.
  • Bewegungstyp: Die diagonal gestreiften Krawatten kommen nach Ansicht von Motsch nur für den Bewegungstypen in Frage: Er legt Wert auf Sport, ist dynamisch, seine Gesichtslinien sind ausgeprägt und geradlinig. Als Beispiel nennt sie den Schauspieler Arnold Schwarzenegger. "Da die Gesichtslinien des Bewegungstyps sehr diagonal sind, harmonieren sie sehr gut mit den diagonal gestreiften Krawatten."
  • Empfindungstyp: Die Gesichtsteile dieses Typs fallen nicht nur zarter, sondern auch viel kleiner aus. "Der Empfindungstyp braucht die feinen Krawatten, beispielsweise mit kleinen feinen Punkten", sagt Motsch. Als prominentes Beispiel nennt sie Justizminister Heiko Maas.
Das bedeuten Dresscodes für Männer
Stufe 1: Baseline Casual für MännerDie Zeiten, in denen Anzug tragen Pflicht war, sind lange vorbei. Viele Unternehmen setzen jetzt auf den „Baseline Casual“-Look. Also: Hübsche T-Shirts oder Polohemden, dunkle Jeans ohne Waschungen und geschmackvolle, nicht zu sportliche Sneaker. Aber Achtung: Folgen Sie immer der +1/-1 Regel. Sie können immer eine Stufe schicker gekleidet ins Büro kommen und am „Casual Friday“ oder zu anderen entspannteren Events auch mal eine Stufe weniger schick. Kleiden Sie sich dagegen gleich zwei Stufen schicker, wirkt das nur overdressed und überheblich. Quelle: Peek&Cloppenburg
Stufe 2: Mainstream casual für MännerAls Mann tragen Sie auf dieser Stufe am besten Shirts und Pullover in verschiedenen Farben. Gerne darf es auch kariert oder gestreift sein, Hauptsache, Sie treffen die richtige Mischung zwischen schick und locker. Auch die Kombination aus Hemd und einem lockeren Sakko bietet sich an. Untenrum machen Sie mit einer schicken Chino oder Leinenhose alles richtig. Dazu die passenden eleganten Schuhe, idealerweise aus hellem Leder, fertig ist ihr "Mainstream casual"-Look. Quelle: Peek&Cloppenburg
Business CasualHier bleibt die Jeans im Kleiderschrank, dafür darf die Krawatte raus – bei Bedarf. Grundsätzlich ist ein Anzug mit Hemd und darüber eventuell ein feiner Strickpulli absolut ausreichend. Quelle: dpa
Stufe 2: Mainstream casual für MännerAls Mann tragen Sie auf dieser Stufe am besten Shirts und Pullover in verschiedenen Farben. Gerne darf es auch kariert oder gestreift sein, Hauptsache, Sie treffen die richtigen Mischung zwischen schick und locker. Auch die Kombination aus Hemd und einem lockeren Sakko bietet sich an. Untenrum machen Sie mit einer schicken Chino oder Leinenhose alles richtig. Dazu die passenden eleganten Schuhe, idealerweise aus hellem Leder, fertig ist ihr "Mainstream casual"-Look. Quelle: Peek&Cloppenburg
Stufe 5: Boardroom attire für Männer Schick, adrett und schwarz-weiß - diese drei Schlagworte sollten bei diesem Outfit im Vordergrund stehen. Als Mann kommen Sie um einen schwarzen oder dunkelgrauen Anzug nun nicht mehr herum. Auch die Qualität spielt jetzt eine große Rolle. Weißes Hemd und unifarbene Krawatte machen das Outfit komplett. Quelle: Peek&Cloppenburg
Black Tie / Cravate NoireDamit ist keine schwarze Krawatte, sondern eine schwarze Fliege gemeint – die zum Smoking getragen wird. Quelle: REUTERS
White Tie / Cravate BlancheHier tragen Männer Frack mit weißer Fliege.  Dies ist bei besonders festlichen Anlässen wie dem Wiener Opernball angesagt. Und was ist mit den Damen? >>Das bedeuten Dresscodes für Frauen Quelle: dpa

Jan Schaumann sieht hingegen weniger Probleme mit gestreiften Krawatten. Er meint, dass korpulente Männer gut Krawatten mit schrägen und schmalen Streifen tragen können. Sie böten dem Auge relativ wenig Halt. "Je breiter die Streifen, desto mehr richtet sich die Aufmerksamkeit auf den ohnehin schon breiten Oberkörper", glaubt Schaumann.

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