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Krawatte Die Qual der Krawatten-Wahl

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Welche Faktoren die Farbe bestimmen

Genauso wie bei Muster, Knoten und Stoff können Krawattenträger bei der Farbwahl in ein Fettnäpfchen treten. Deshalb rät Schaumann Männern dazu, Geld und Zeit in eine seriöse Farbberatung zu investieren. "Am besten geht man nicht ins Nagelstudio um die Ecke, die einem nach zehn Minuten sagt, man sei ein Herbsttyp", mahnt der Experte. Denn: Wer sich seriös beraten lässt, weiß anschließend, warum er Krawatten im Schrank hat, die er gerne trägt – und welche eben nicht.

Eine sichere Nummer ist es nach Ansicht von Motsch, wenn Männer sich bei der Farbwahl auf ihre Augenfarbe verlassen: "Der dunkelste Ton am äußeren Rand der Iris bietet sich in den meisten Fällen auch bei der Krawattenfarbe an." Roetzel bestätigt diesen Tipp - aber nur bei blauäugigen Männern. "Braune Krawatte sehen im Business einfach schrecklich aus."

Mit Farben Signale senden – geht das ?

Wer die richtigen Farben für sich entdeckt hat, kann sie gezielt einsetzen: um die Persönlichkeit auszudrücken oder Emotionen beim Gegenüber hervorzurufen. "Wenn ein Mann gesetzt und bodenständig ist, dann trägt er häufig geerdete Farben, die etwas dunkler sind", sagt Motsch. Das könne Dunkelblau sein, aber auch ein tiefes Grün.

Wenn ein Mann allerdings sehr extrovertiert und lebensfroh ist, dann dürfen die Farben auch etwas auffälliger sein: ein frisches Rot, Apfelgrün oder Türkis. "Fußballtrainer Jürgen Klopp wirkt wie eine lebensfrohe und dynamische Persönlichkeit. Das muss sich auch in seiner Kleidung widerspiegeln", findet Motsch.

Darauf sollten Sie beim Anzug achten

Motschs Grundüberlegungen sind aber kein Freifahrt-Schein für die Auswahl der Krawattenfarbe. Die Töne müssen selbstverständlich auch zur jeweiligen Branche passen, wenn der Mann die Krawatte vor allem aus beruflichen Gründen trägt. "Gedeckte Farben wie Dunkelblau und -grün sind neutrale Töne, die in fast jeder Branche getragen werden können", sagt die Stilexpertin.

Ein Knallrot ist im Business zum Beispiel nur in Ausnahmefällen erlaubt: Wenn die Farbe wie bei der Sparkasse das Unternehmen auszeichnet oder der Träger der Firmenchef ist und ein Statement setzen will. "Wenn in einem Meeting allerdings Probleme besprochen werden müssen und die Gefahr besteht, dass die Situation eskaliert, ist eine rote Krawatte absolut unpassend", sagt Motsch. In diesem Fall biete sich eine dunkelblaue Krawatte an, weil sie auf andere Menschen beruhigend wirke.

Keinen Kompromiss gibt es bei schwarzen Krawatten. Sie sind nach Meinung von Motsch ein absolutes No-Go im Business – allenfalls in kreativen Unternehmen wie Werbeagenturen kann sie je nach Typ ein modisches Statement sein. "Schwarze Krawatten signalisieren Tristesse und Tod und sind damit nur auf Beerdigungen angebracht", sagt Motsch.

Nach Ansicht von Roetzel ruft allenfalls eine sehr auffällige Krawatte – zum Beispiel mit albernen Comic-Motiven – Emotionen beim Gegenüber hervor. "Entweder finden Menschen das total cool oder total peinlich."

Er schätzt, dass 90 Prozent aller Menschen überhaupt nichts in die Farbauswahl interpretieren.

Weil jeder Mensch einen anderen kulturellen, aber auch persönlichen Background hat, ist Schaumann davon überzeugt, dass sich Farben nur schwer pauschal interpretieren lassen. "Wenn jemand Froschgrün liebt und deshalb ein froschgrünes Auto fährt, das Wohnzimmer in Froschgrün gestrichen hat; in froschgrüner Bettwäsche schläft und dann einem Mann mit froschgrüner Krawatte begegnet – den knuddelt er doch sofort, egal was sein Gegenüber damit ausdrücken wollte oder ob diesem die Farbe steht."

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