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Management Frauen verzweifelt gesucht

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Frauen in die Chefetage: Quelle: dpa

Gewiss, das alles klingt ambitioniert, vielversprechend und richtig. Es wird mutmaßlich aber dennoch nicht reichen, um die strengen Vorgaben der Politik zu erfüllen. So hat EU-Justiz-Kommissarin Viviane Reding Ende Juni noch einmal ihren straffen Zeitplan bekräftigt: Sollten die Unternehmen bis März 2012 ihren Willen, Frauen in Führungspositionen zu bringen, nicht ausreichend dokumentieren, schließe sie als Ultima Ratio eine gesetzlich verbindliche Quote auf europäischer Ebene nicht aus.

Meilenweit vom Ziel entfernt

„Die Unternehmen müssen mehr Frauen in Verantwortung bringen“, sagt Juristin Daniela Weber-Rey, die auch in der Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex sitzt. „Der Druck wird erst nachlassen, wenn noch mehr passiert.“

Zurzeit jedoch ist die Zahl von Frauen in Führungspositionen mehr als überschaubar – daran ändert auch die jüngste Ankündigung der Deutschen Telekom nichts, drei ihrer acht Vorstandsposten künftig mit Frauen zu besetzen.

Selbst wenn McKinsey-Partnerin Claudia Nemat dort demnächst für die Europastrategie zuständig ist, die ehemalige baden-württembergische Bildungsministerin Marion Schick ab Anfang 2013 die Personalpolitik bestimmt und Rechtsvorstand Manfred Balz im Lauf des kommenden Jahres durch eine Frau ersetzt werden soll: Von dem im März 2010 selbst gesteckten Ziel, bis 2020 rund 30 Prozent der Positionen im mittleren und gehobenen Management mit Frauen zu besetzen, ist die Telekom noch immer meilenweit entfernt. Und nicht nur die Telekom.

Geringer Anstieg

In den anderen Dax-Unternehmen sieht es sogar noch schlechter aus: Nachdem Angelika Dammann nach Querelen um die Nutzung des firmeneigenen Learjets von ihrem Posten als SAP-Personalchefin zurückgetreten war, finden sich außerhalb der Telekom gerade noch fünf Frauen in den Vorstandsriegen der übrigen Dax-30-Unternehmen. Und mit Barbara Kux, Einkaufsvorstand bei Siemens, wackelt eine weitere Frau.

Insgesamt stieg der Anteil der Frauen in den Vorständen aller 160 in Dax, MDax, SDax und TecDax gelisteten Unternehmen seit Jahresbeginn gerade mal um 0,6 Punkte auf 3,6 Prozent. Und in knapp 40 Prozent der Unternehmen findet sich nach wie vor keine einzige Frau in beiden Gremien.

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