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Management Raus aus der Perfektionismusfalle

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Das Logo der Quelle: dpa/dpaweb

Sicher, auch er müsse zu 100 Prozent halten, was er verspricht, und könne seinen Auftraggebern keinen 80-Prozent-Kandidaten für einen Vorstandsposten vermitteln. Aber der Weg dorthin, der Prozess, den perfekten Kandidaten zu finden – der lasse sich beispielsweise auch unterwegs noch verfeinern, sodass der Kunde letztlich schneller zum Ergebnis kommt. Im Fachjargon wird der Mut zur Imperfektion modern auch "Crowdsourcing" oder "Open Innovation" genannt.

Der US-Konzern Google ist ein regelrechter Meister darin, eigentlich unfertige Produkte an den Start zu bringen – und damit enorm erfolgreich. Als die Suchmaschine gegen den damaligen Platzhirsch Yahoo antrat, stand noch jahrelang ein "Beta" neben dem Logo. Und als das Unternehmen am 28. Juni dieses Jahres begann, sein neues soziales Netzwerk Google+ (gesprochen: Googleplus) als Beta-Version auszurollen, wurde zunächst nur eine auserwählte Schar von Testern und Bloggern eingeladen. Die spielten damit rum, monierten Mängel wie zum Beispiel das Fehlen von Geschäftsprofilen und berichteten darüber – wie geplant.

Siegeszug im Beta-Stadium

Der doppelte Effekt: Google kann sein Produkt im laufenden Betrieb verbessern – und zwar bevor der große Ansturm kommt. Gleichzeitig schüren die Beta-Tester fleißig Begehrlichkeiten nach der Devise: in ist, wer drin ist.

Mehr als 25 Millionen Menschen sollen das laut Schätzungen der IT-Beratung Comscore schon sein – binnen weniger Wochen. Selbst der Facebook-Gründer Mark Zuckerberg war einer der ersten Mitglieder. Dabei hat er für seine ersten zehn Millionen Facebook-Nutzer selbst noch rund drei Jahre gebraucht.

Auch Apples Wunderhandy, das allererste iPhone, startete am 9. Januar 2007 unvollkommen. Was kaum einer noch erinnert: Die damals immer noch revolutionäre Erstausgabe hatte keinen 3G-Empfang, konnte weder MMS versenden noch Texte markieren, kopieren und einfügen. Und Apps von anderen Anbietern als von Apple – der eigentliche Erfolgstreiber der sogenannten Smartphones – waren ebenfalls nicht vorgesehen.

Ob das Betriebssystem Linux, der Videotelefonieanbieter Skype, das Online-Bildarchiv Flickr, der Internet-Browser Firefox, die virtuelle Festplatte Dropbox oder Computerspiele wie Counter-Strike und World of WarCraft – sie alle starteten ihren Siegeszug im Entwicklungsstadium Beta. Microsoft stand sogar jahrelang im Verdacht, bewusst Unfertiges auf den Markt geschmissen und seine Kunden anschließend mit zahllosen Updates zwangsbeglückt zu haben. Gewiss, der Softwareriese hat dafür auch viel Prügel einstecken müssen. Andererseits war er so stets schneller mit seinen Innovationen am Markt als mancher Konkurrent.

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