Mythen des Laufsports Fünf Dinge, die kein Laufanfänger braucht

Mit dem Frühling beginnen viele Menschen erstmals in ihrem Leben mit dem Laufen. Für den richtigen Start muss man einiges beachten - und kann vieles weglassen.

Das können die neuen Fitness-Tracker
Misfit Flash Quelle: Presse
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Withings Activité Quelle: Presse
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Im Frühjahr ist für viele Deutsche der Moment gekommen, endlich mal die Laufschuhe zu schnüren. Sie wollen etwas für die Gesundheit und gegen den Winterspeck zu tun. Doch Vorsicht, nicht alles was die Werbung anpreist, ist für den Start in Bewegungsglück nötig. Manches ist sogar schädlich.

Teure Schuhe

Der erste Gang eines Laufanfängers führt fast immer in ein Schuhgeschäft.  Fakt ist: In all den Schuhen, in denen Läufer wie Emil Zatopek ihre Rekorde gelaufen sind, würde heute kein Laufshop einen Kunden mehr auf das Laufband für die Analyse des Bewegungsablaufs lassen. Wenn Sie nicht schon in der Vorbereitung für ihren ersten Wettkampf sind, genügen zunächst die Turnschuhe, die Sie schon haben.

Was messen die Gadgets?

Wenn es eine nachträgliche Laufschuh-Polizei-Zensur gäbe für Spielfilme, dann wäre Rocky vorne dabei. Dort läuft Sylvester Stallone alias Rocky Balboa in Chucks. Heute geht so etwas als Minimal-Schuh durch und wird mit zauberhaften Begriffen wie „Natural Running“ oder „Barefoot Running“ garniert. Die Hersteller werden nicht müde, die Sohlen mit so vielen Buzzwords zu versehen, dass der Laie glauben muss, keinen Schuh aus Kunststoff, sondern ein Raumfahrzeug aus seltenen Erden zu erwerben. Die neueste Generation ist natürlich - so wird es einem weis gemacht - automatisch den Vorgängern überlegen. Oft stimmt das nicht mal. Aber das aktuelle Modell ist immer die teuerste. Der Schuh aus dem Vorjahresprogramm tut es aber genauso. Selbst der aus der Saison 2013.

Und erfahrene Läufer wissen: Der Vorvorgänger könnte einem besser gelegen haben. Schließlich ist jeder Fuß anders. Es kann keinen Testsieger geben, denn der Schuh muss Ihrem Fuß passen, nicht dem von wem anders. Es hilft nur eines: Ausprobieren.

Teure Kleidung

Ohne Diskussion – das atmende Shirt ist besser als der Baumwollkram, mit dem man sich früher angezogen hat. Und es gibt sicher gute Gründe, viel Geld in schöne und hochwertige Lauftights, -jacken oder -mützen zu stecken. Es macht auch Spaß. Aber nötig ist das alles nicht.

Ratgeberbücher

Richtig – dies sind einige Ratschläge. Und es gibt noch viele mehr. Und wer alles wissen will, klickt sich durch Foren, Webseiten und kauft Bücher voll mit guten und weniger guten Tipps. Essen Sie weniger hiervon, dafür mehr davon. Laufen Sie schnell. Laufen Sie langsam.

Diese Gadgets vermessen Ihren Körper
Für Jedermann: Was macht mein Herz, wie schlafe ich und bewege ich mich genug? Polars Activity Tracker A360 ist ein dezenter Begleiter über 24 Stunden Quelle: PR
Für Abnehmwillige: Der Healbe erspart dem Nutzer, was andere Activity Tracker brauchen: Die Eingabe der verzehrten Kalorien. Das errechnet das 300 Dollar teure Band selber, ebenso den Stresslevel der vergangenen 24 Stunden. Quelle: PR
Für aktive Nichtsportler: An dritter Stelle ist das Symbol für die Zahl der Treppenstufen, die der Nutzer zurückgelegt hat. Ein Höhenmesser ermöglicht diese Angabe in der Garmin Vivoactive HR, die auch die Herzfrequenz am Arm misst. Quelle: PR
Für Laufpedanten: Das portugiesische Unternehmen Kinematix stellt den Tune her, eine Sohle mit Sensoren, die misst, wie der Läufer seinen Fuß bewegt. Quelle: PR
Für ambitionierte Schwimmer: Der Freebee Arc richtet sich speziell an Schwimmer und misst Kalorienverbrauch und andere Daten in allen vier Schwimmstilen. Quelle: PR
Für sehr ambitionierte Schwimmer: Auch der XMetrics Pro des gleichnamigen italienischen Herstellers ist für ambitionierte Schwimmer. Am Hinterkopf misst er die Bewegung und gibt üben Kopfhörer Rückmeldung über den Schwimmstil. Quelle: PR
Für Angeber: 1000 Stück werden von diesem Smartshoe von Digitsole hergestellt. Er zieht sich automatisch zu, heizt, zählt die Schritt und soll die verbrauchten Kalorien ermitteln. So lange man ihn trägt. Quelle: PR
Für penible Läufer: Der Sensor Stryd ist unscheinbar, aber besonders. Das Crowdfunding-Projekt ist ein Gerät, das ähnlich wie bei Radfahrern die Wattzahl misst. So wird die tatsächlich aufgebrachte Leistung ermittelt, statt nur die Herzfrequenz. Bergauf und im Gegenwind macht das einen Unterschied. Quelle: PR
Für Hobbysportler: Im Ohr misst man Fieber. Der Sensor Cosinuss misst die Temperatur und die Herzfrequenz beim Sport im Ohr. Quelle: PR

Es gibt keine Aussage, der nicht von einem anderen Experten widersprochen wird. Was für Politik gilt, gilt schon lange für den Laufsport. Mit etwas Pech geraten Sie mit einer harmlosen Frage in den Krieg zweier fundamentaler Lager. So viel kann beim Laufen gar nicht schief gehen, dass es den Stress wert ist, den Sie sich mit der Lektüre von Ratgebern machen können. Nach ein paar Monaten ist es früh genug, sich mit den nächsten Schritten zu beschäftigen.

Pulsuhren

Sie sind am Arm fast jeden Hobbyläufers mittlerweile zu sehen. Ausgestattet mit GPS und notfalls sogar einem MP3-Spieler gehören Sportuhren zum Standard des Hobbyläufers. Doch sehr vieles, was diese Geräte inzwischen sehr gut beherrschen, leisten auch Smartphones, wenn man sie ergänzt um einen Brustgurt für die Messung der Herzfrequenz. Ihren Sinn haben diese Messungen in der Kontrolle der eigenen Anstrengung.

Doch für den Beginn gilt: Wenn Sie beim Laufen noch gut reden können (was sie nicht tun sollen), dann ist das ein entspannter Lauf. Wenn sie noch gerade so reden könnten, dann ein mittelanstrengender. Wenn an Reden nicht zu denken wäre, sind Sie gerade sehr belastet. Laufen Sie zunächst so, dass sie noch gut reden können, das senkt das Risiko, sich zu übernehmen.

Nahrungsergänzungsmittel

Magnesium gegen Krämpfe, Vitamine für mehr Leistung, Proteine für Muskelaufbau – kann man teuer kaufen. Oder einfach durch abwechslungsreiche Ernährung essen. Hier hat eine clevere Industrie unsere Verunsicherung zum Produkt gemacht.

Solange man nicht vom Hobbyläufer zum Wettkampfläufer mutiert, ist jedoch eine ausgewogene Ernährung, die sowieso jeder vom Hausarzt bis zur Weltgesundheitsorganisation empfiehlt, völlig ausreichend. 

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