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Ost-West-Gefälle Wo die meisten Mini-Jobber wohnen

Bei der Häufigkeit von Minijobs gibt es ein deutliches Ost-West-Gefälle. In manchen Gegenden ist laut einer Studie jede dritte Stelle ein 400-Euro-Job.

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Euro-Banknoten stecken fuer eine Fotoillustration in einer Geldboerse Quelle: dapd
Eine Frau hält am 12.08.2012 in Berlin eine nahezu leere Geldbörse in den Händen. Quelle: dpa
Eine Putzfrau hält in ihrer Hand den Stundenlohn von 3,20 Euro Quelle: dpa
In der Städtischen Betriebskita (Kindertagesstätte) Karlsruhe (Baden-Württemberg) spielen am 09.11.2012 Kinder. Quelle: dpa
Euro-Geldscheine, aufgenommen Quelle: dpa
Zwei Hände stecken symbolisch in Schwerin Euro-Geldscheine in eine Lohntüte Quelle: dpa
Ein Kugelschreiber liegt am Donnerstag (16.04.2009) in Straubing (Niederbayern) auf einer Einkommenssteuererklärung neben 300 Euro. Quelle: dpa

Fragt man danach, wie der typische Minijobber aussieht, so lautet die Antwort: weiblich und aus einem westlichen Bundesland. Das ist das Ergebnis einer Untersuchung des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung, die der Tageszeitung "Die Welt" vorliegt.

In ihrer Untersuchung haben die Forscher den Anteil der Minijobs an allen Arbeitsplätzen für alle deutschen Städten ermittelt. Das Ergebnis: Besonders viele Minijobber gibt es in ländlichen Gebieten im Westen Deutschlands. In den Landkreisen mit dem höchsten Anteil ist nahezu jede dritte Stelle ein 400-Euro-Job. Spitzenreiter ist die niedersächsische Stadt Delmenhorst: 34 Prozent aller Stellen sind hier Minijobs. An zweiter Stelle steht der Landkreis Trier-Saarburg, wo ein Drittel aller Beschäftigten nur geringfügig beschäftigt ist. Ebenfalls weit vorn in der Statistik sind etwa der Kreis Heinsberg in Nordrhein-Westfalen oder der bayerische Landkreis Dachau: auch hier liegen die Minijob-Quoten über 30 Prozent.

Durchschnittsgehälter nach Bundesländern

Weiteres Phänomen: Die meisten 400-Euro-Jobber sind weiblich. Die Forscher des WSI nehmen an, dass gerade in den provinziellen Gebieten eine traditionelle Rollenverteilung vorliegt, bei der der Mann der Hauptverdiener ist und die Frau neben Haushalt und Kindererziehung nur einer geringfügigen Beschäftigung nachgeht. Zudem seien Familie und Beruf in ländlichen Gegenden durch unzureichende Betreuungsangebote meist noch schwerer zu vereinen, als in der Stadt, zitiert die "Welt" den WSI-Studienleiter Alexander Herzog-Stein.

Doch auch die Wirtschaftsstruktur des jeweiligen Landkreises spielt laut den Experten eine Rolle bei der Verteilung der Minijobs. So gebe es umso mehr 400-Euro-Jobs, je bedeutsamer der Dienstleistungsbereich in einer Region sei. Auch in Branchen wie etwa der Lebensmittelindustrie, in der verbreitet Frauen arbeiten, sei der Anteil der Minijobber hoch.

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