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Pendeln Diese Firmen tun besonders viel für Fahrradpendler

Bei schönem Wetter fahren schon einige mit dem Rad zur Arbeit. Hilft der Arbeitgeber, fällt das auch bei Wind und Regen leichter. Quelle: dpa

Mit dem Rad zur Arbeit fahren ist gut für Umwelt und Gesundheit. Doch auch die Arbeitgeber profitieren. Wie einige von ihnen Fahrradpendler mit kleinen und großen Dingen unterstützen.

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Die Coronapandemie hat die Pendelgewohnheiten vieler Deutscher verändert. Busse und Bahnen fahren deutlich leerer durch das Land. Profitiert hat – neben dem Auto – auch das Fahrrad.

Unternehmen kann das freuen, denn Fahrradpendler fehlen laut einer gemeinsamen Untersuchung der Mobilitätsberatung EcoLibro und einem Team der Universität Frankfurt zwei Tage weniger pro Jahr wegen Krankheit. Damit der Trend anhält und nicht verpufft, braucht es aber auch die Förderung der Arbeitgeber. Ein kleiner Überblick von Arbeitgebern, die beim Thema Radpendler bereits mit gutem Beispiel vorangehen:

Alnatura 

Beim Bio-Lebensmittelhändler Alnatura können Radler ihre Fahrräder in einem abschließbaren Fahrradparkhaus abstellen und Akkus von E-Bikes in speziellen Schließfächern laden. Duschen, Umkleiden mit Spinden, eine Reparaturmöglichkeit und ein Dienstradleasing bietet das Unternehmen auch. Und wer kein eigenes Fahrrad hat, kann sich eines an der auf dem Gelände befindlichen Call-a-Bike-Station der Deutschen Bahn mieten.

Bosch

Mit dem Fahrrad zur Arbeit zu fahren bedeutet häufig, verschwitzt anzukommen. Beim Technologiekonzern Bosch können die Fahrradpendler daher den Schweiß unter der Dusche runter waschen und ihre verschwitzten Klamotten in der Umkleide gegen Hemd und Hose tauschen. Muss eine Bremse nachgezogen werden oder ist ein Reifen platt, gibt es an den Fahrradständern eine Reparaturstation. Autopendler, die aufs Rad umsteigen wollen, oder neue Mitarbeiter, die sich noch nicht gut in der Stadt auskennen, finden im Intranet von Kollegen empfohlene Strecken. Wer lieber auf eine weniger digitale Variante setzt, kann gemeinsam mit einem bereits radfahrenden Kollegen als Fahrrad-Buddy zur Arbeit fahren. Besitzt ein Mitarbeiter noch kein Fahrrad, kann er sich ein Dienstrad leasen – Bosch übernimmt dabei die erste Leasingrate. Offenbar ein reizvolles Angebot: Mindestens 15.000 Boschler haben bereits zugeschlagen. Die Bereitschaft könnte auch deshalb so groß sein, da Bosch selbst Akkus für E-Bikes herstellt. Damit die guten Vorsätze nicht in der dunklen Jahreszeit bei Regen, Wind und Schnee verpuffen, informiert der Technologiekonzern darüber, was dann zu beachten ist, welche Kleidung sich anbietet und worauf Radler achten müssen, damit der Weg nicht zur Rutschpartie wird.

E.On

Beim Energiekonzern E.On parken die Fahrradpendler ihre Räder in der Tiefgarage der Konzernzentrale. Bei den Fahrradständern gibt es zudem eine Ladestation und firmeneigene E-Bikes, die sich die Mitarbeiter leihen können – auch für den Urlaub. In den zugehörigen Taschen der elektrischen Räder finden sich ein Helm, eine Schutzbrille und ein Erste-Hilfe-Set. In den nahen Umkleiden können sich die Radpendler ihrer verschwitzten Klamotten entledigen, duschen und Arbeitskleidung in Spinden aufbewahren. Gibt es Anregungen oder Kritik, kümmert sich der Fahrradkoordinator genauso darum wie um die einmal im Jahr stattfindenden Reparaturtage.

Fraport

Der Flughafenbetreiber Fraport bietet seinen Fahrradpendlern neben Umkleiden, Duschen und Abstellmöglichkeiten spezielle Aktionstage, an denen sie ihre Räder inspizieren oder codieren und somit vor Diebstahl schützen lassen können. Für kleinere eigene Reparaturen ist der Parkplatz P36 reserviert. Hier können die Fahrradfahrer Reifen aufpumpen, Schläuche auswechseln und Schrauben festziehen. Geht es vom Flughafen direkt auf Reisen, stehen für die Fraport-Mitarbeiter Fahrradboxen für zwei Euro pro Tag oder fünf Euro die Woche bereit. Der Flughafenbetreiber hat sich zudem mit dem Regionalpark und dem Regionalverband für ein dichtes Wegenetz eingesetzt. So gibt es etwa eine rund 20 Kilometer lange Rundroute um den Flughafen.

Infineon

Am Entwicklungs- und Fertigungsstandort vom Halbleiterhersteller Infineon in Dresden wird bereits viel geradelt. Mehr als 30 Prozent der 2700 Mitarbeiter fahren laut dem Unternehmen regelmäßig mit dem Fahrrad zur Arbeit. Ein sechsköpfiges Mobilitätsteam versucht, die Pendelei so angenehm wie möglich zu gestalten – etwa mit überdachten, abgeschlossenen und beleuchteten Fahrradständern inklusive Reparaturstation, Duschen und Umkleiden. Sind die Klamotten nass vom Regen oder Schweiß, können die Mitarbeiter sie in Trockenschränke hängen. Wer vom Angebot überzeugt ist und umsatteln möchte, findet im Intranet eine Karte mit den schnellsten und fahrradfreundlichsten Routen zum Standort. 

Vaude

Auch beim Sportausrüster Vaude gehören Umkleiden, Duschen und eine Fahrradgarage zur Grundausstattung. Damit nicht ein platter Reifen, eine abgesprungene Kette oder eine kaputte Lampe die Radler demotivieren, können die Mitarbeiter in Kursen lernen, wie sie kleine Schäden selbst reparieren. Das nötige Werkzeug steht am Standort in Tettnang in der Nähe vom Bodensee bereit – genauso wie ein „Schlauchomat“, an dem die Mitarbeiter einen neuen Fahrradschlauch kaufen können, falls der alte ein Loch hat. Den passenden fahrbaren Untersatz können die Mitarbeiter ähnlich zum steuerlichen Dienstwagenprinzip finanzieren oder gratis die firmeneigenen E-Bikes nutzen.

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