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Pillen gegen Stress Immer mehr Deutsche dopen sich für den Job

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Niedrig Qualifizierte greifen eher zur Pille

Das Klischee des dopenden Top-Managers bestätigt die Studie hingegen nicht. Der typische Konsument von Anti-Stress-Mitteln ist weder der Börsenhändler, der täglich mit Millionen jongliert, oder der Chirurg der stundenlang im OP steht, noch der Unternehmenslenker mit Verantwortung für tausende Mitarbeiter.

Acht Tipps, um das Herz zu schützen

Die Auswertung kommt zu dem Ergebnis, dass eher niedrig Qualifizierte zur Pille greifen. So haben 8,5 Prozent der Beschäftigten, die eine eher einfache Tätigkeit ausführen, schon Medikamente zur Leistungssteigerung oder als Stimmungs-Aufheller genommen.

Unter den besser qualifizierten Beschäftigten sind es 6,7 Prozent und unter den Hochqualifizierten nur noch etwas mehr als fünf Prozent. „Das Klischee der dopenden Top-Manager ist damit vom Tisch“, sagt Rebscher.

Der Dealer aus dem Internet

Doch woher bekommen die Deutschen ihre Pillen und Pulver?

Die Bezugsquellen für die Medikamente sind genauso zahlreich wie die Beweggründe für die Einnahme. Jeder zweite bekommt die Pillen sogar auf Rezept vom Arzt. Jeder siebte beschafft sich die Mittel von Freunden, Bekannten oder aus der Familie. Jeder zwölfte hingegen bestellt sie rezeptfrei im Internet.

In Arbeit
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Klaus Lieb ist Direktor der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Universitätsmedizin Mainz. Er warnt vor dem Kauf im Netz. „Der Bezug aus dem World Wide Web ist riskant. Dort gibt es viele Medikamentenfälschungen, die ohne Rezept abgegeben werden und der Gesundheit erheblich schaden können“, sagt er.

Stattdessen sollten Betroffene lieber an der eigenen Erwartungshaltung arbeiten. So sind häufig die eigenen Ansprüche der Auslöser für zu viel Stress im Job. Und gerade das lässt sich selten mit einer Pille herunterschlucken.

Wer seinen Fokus hingegen auf eine bessere Organisation, ausreichend Ruhephasen und einen gesunden Lebenswandel legt, kommt auch ohne Chemie mit Stressphasen im Job klar.

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