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Portwein Spitze genießen mit überschaubarem Investment

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Klarer Wachstumsmarkt

Ganz anders sieht das Bild im Falle von Deutschland aus: Mit fünf Prozent Zuwachs beim Premium-Port (1,8 Prozent bei den Basisqualitäten) in 2016 handelt es sich ganz klar um einen Wachstumsmarkt. Als fünf der führenden Produzenten von Portwein, die sich unter dem verwegen klingenden Wild-West-Namen Douro Boys zusammengetan haben, im Januar durch mehrere deutsche Städte tourten, kamen überraschend zahlreiche Sommeliers und Fachhändler, um die jüngsten Abfüllungen zu probieren.

Was aber ist das Geheimnis eines guten Ports, der mit 19 bis 22 Volumenprozent Alkohol abgefüllt wird? Etwa, dass man ihm nur mit unendlich viel Geduld auf die Spur kommt. „Sie müssen den Port schon einmal richtig durchtrinken, um zu verstehen, worum es geht“, sagt Johannes King, Patron und Chefkoch im Söl’ring Hof auf Sylt. King besitzt 11.000 Flaschen.

Seine Liebe zum Port entdeckte er vor mehr als 30 Jahren, als er einen Tropfen aus dem herausragenden Jahrgang 1945 probieren durfte. Ganz klar, „diese Vintage-Ports müssen Sie behandeln wie einen großen Rotwein“, sagt King. Und: „Sie sind exzellente Essensbegleiter.“ Entsprechend selbstverständlich serviert er seinen Gästen zu bestimmten Hauptgängen einen Port.

Der Klimawandel verändert den Weinanbau
Bei vier Grad Erwärmung lägen die Bedingungen der Champagne in England.
An der Südküste Australiens würde die Weinqualität leiden.
Auch in den USA würden sich die idealen Anbaugebiete verlagern.
Und in Neuseeland würde es für Weinanbau im Norden zu heiß.

Axel Probst wiederum glaubt, dass ein guter Portwein seine Vorzüge vor allem als Begleiter süßer Speisen oder auch zum Käse entfalten kann. Der Münchner Barkeeper Charles Schumann schließlich bevorzugt seinen Port als eine Art Meditationswein für sich allein. Als er mit seiner Bar von der Maximilianstraße an den Hofgarten umzog und Investitionsgeld benötigte, verkaufte er schweren Herzens seine Portwein-Sammlung – nur um sie wenig später wieder in Besitz zu nehmen. Die besten Flaschen hält er sich selbst und seinen Freunden vor.

Neben ein paar großen Marken, etwa Graham oder Taylor, sind es vor allem kleinere „Pedifakturen“, die im Douro-Tal die Tradition pflegen: Die hochwertigsten Ports werden auch heute noch in Granitbecken mit bloßen Füßen zu guter Qualität getreten. Danach kommt es neben dem „Aufspriten“ der Weine – die Gärung des Weins wird durch die Zugabe von Brandy gestoppt – vor allem auf die Lagerung und Reifung an, die etwa beim Old Tawny im Fass, beim Vintage aber in der Flasche erfolgt.

Die Bedingungen der Produktion sind so vielfältig wie die Zahl der vinifizierten Traubensorten (etwa 40) und Aromen: Es gibt im Douro-Tal Gluthitze im Sommer und neblige Kälte im Herbst. Es gibt Lagen, die nach Norden zeigen und 800 Meter über dem Meeresspiegel angesiedelt sind, aber auch Südterrassen und Steilhänge bis hinab ans Flussufer. „Portweintrauben müssen leiden können“, zitiert Probst einen Weinbauern: „Nur eine Pflanze, die Mangel erfährt, konzentriert die Aromen auf ein Maximum.“

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