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Rainer Bechtel "Donald Duck ist eine Person aus dem echten Leben"

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Die Ducks leben christliche Werte

Dagobert Duck Quelle: AP

Sind die Enten die Underdogs in Entenhausen?

Nein, sie sind mittendrin. Zumal Dagobert als reichster Mann der Welt beliebt ist. Dagobert ist es auch wichtig zu zeigen, dass er reich ist.

Wie geht das ohne die klassischen Statussymbole?

Er gibt es nicht für Auto oder Kleidung auf. Er hat mehrere Geldspeicher über die Stadt verteilt. Ihm als Inbegriff des Kapitalisten ist wirklich an dem Geld gelegen und nicht an einer Zahl auf dem Konto. Dagobert ist es wichtig, sein Geld physisch zu besitzen. Es gibt jede Menge Hinweise auf seine Geschäftsaktivitäten in Entenhausen, dort hat er fast überall seine Finger drin. Es gibt auch Ausnahmen, wo er nicht einsteigt. Er reist nach Ägypten und sagt, dass er von diesem oder jenem nichts verstehe und deswegen lieber nicht investiere. Aber in Entenhausen ist er natürlich geachtet. Geld regiert die Welt. Auch in Entenhausen.

Ist Reichtum akzeptiert oder verpönt in Entenhausen?

Nein, wer reich ist, darf es ruhig zeigen und wer arm ist wird aber auch nicht geächtet. Es gibt auch ärmere Figuren als Donald. Es gibt einen Stadtstreicher. Donald schlägt sich so durchs Leben. Er fährt ein altes Auto, einen Ford mit einem Fahrgestell aus dem Jahr 1932, er kann sich keine teuren Dinge leisten, aber wir würden ihn nicht als arm bezeichnen.

Das viele Geld seines Onkels vor Augen – leidet er unter seiner Situation?

Es gibt Momente – da lässt er den Kopf hängen, da jammert er rum. Aber er packt sich immer wieder selber am Kragen, denn im weiteren Verlauf der Geschichte will er wieder einen Wettbewerb gewinnen oder etwas anderes. Er ist ja vielseitig talentiert. Er ist Unternehmer mit einer Werkstatt, Chirurg – für eine Glocke – oder auch als Regenmacher als Pilot ist er zu sehen.

Bliebe seine Beziehung. Sieht kompliziert aus.

Ja. Er ist in Daisy verknallt. Daisy ist Single. Und oftmals sehr negativ besetzt. Seien wir ehrlich – Daisy ist die Zicke der Nation. Daisy ist meist nicht berufstätig, aber es gibt Hinweise, dass sie auch für Dagobert arbeitet. Es bleibt unklar, wovon sie lebt, aber sie hat es nicht nötig. Sie sammelt Spenden, ist wohltätig tätig. Aber sie nutzt Donald aus. Sie hat klare Vorstellungen, was ihr Verehrer zu tun hat. Sie erwartet, ordentlich ausgeführt zu werden. Oder erwartet Hilfe im Haushalt. Nicht mit einer Bitte, sondern mit dem unmissverständlichen Akronym D I K B S E B: Das ist keine Bitte, sondern ein Befehl.

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Er lässt sich alles gefallen?

Es gibt zumindest Hinweise, dass er mal eine Affäre mit Frau von Schwan hat, davon erfährt aber Daisy wohl nie. Auch rettet Donald mal als Rettungsschwimmer einer Frau das Leben, die sich mit einem Knutscher bedankt. Er reagiert da wie ein Junge, der das erste mal geküsst wird. Als er das mal bei Daisy versucht, drückt sie ihm einen Pömpel ins Gesicht. Sie ist nicht ohne, aber er kann nicht von ihr lassen.

Ist Donald gläubig?

Ich würde sagen ja, sie leben christliche Werte. Sie feiern Weihnachten, Ostern und auch Oma Duck sagt gerne: „Herr, ach, du meine Güte.“ Es gibt auch einen Entenhausener Münster, ein gotischer Bau. Wahrscheinlich wird der Münster aber nicht mehr kirchlich benutzt. Die Neffen wiederum erwähnen einmal, dass sie Donald ins Gebet einschließen.

Ist Donald glücklich?

Ja. Ich denke schon. Es gibt Hinweise, viele Geschichten, in der er am Ende mit einer glücklichen Moral abschließt. Ente gut, alles gut.

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