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Ranking Die zehn skurrilsten Bestattungsriten

Abgetrennte Finger, in den Weltraum geschossene Asche und überdimensionale Bierflaschen als Särge: Weltweit gibt es viele unterschiedliche Begräbnisriten – einige davon sind überaus skurril. Eine Übersicht.

Die Bestattung in einem normalen Holzsarg ist keineswegs die einzige Möglichkeit, seine letzte Ruhe zu finden. Weltweit existieren viele verschiedene Bestattungsarten, die stark vom kulturellen Kontext abhängen. Das Informationsportal Bestattungen.de hat die zehn außergewöhnlichsten Bestattungsriten zusammengestellt. Platz 10: Weltraumbestattung (USA)Wenn schon nicht zu Lebzeiten, dann soll es wenigstens danach mit der Reise in den Weltraum klappen: In den USA bietet das Unternehmen Celestis „Memorial Spaceflights“ an – Kostenpunkt: zwischen 8000 und 25.000 Euro. Dabei wird nach der Feuerbestattung die Asche der Verstorbenen in kleine Kapseln gefüllt, die per Rakete ins Weltall befördert werden. Celestis hat schon knapp 1000 Menschen auf diese Weise bestattet. Auch Prominente wie „Star Trek“-Schöpfer Gene Roddenberry und „Scotty“-Darsteller James Doohan führte ihre letzte Reise ins All. Quelle: NASA
Platz 9: Fußballbestattung (England)Einige hartgesottene Fußballfans wollen auch über ihren Tod hinaus mit ihrem Lieblingsverein verbunden bleiben. Weltweit werden 2013 knapp 25.000 Fanbestattungen erwartet. Namhafte Vereine wie Manchester United bieten unterschiedliche Möglichkeiten für die Fanbestattung an. Anders als in Deutschland kann in England die Asche des Verstorbenen auch auf dem „Heiligen Rasen“ im Stadion verstreut oder hinter der Torlinie beigesetzt werden. BVB-Fans beispielsweise bleibt immerhin eine Bestattung im schwarz-gelben Sarg mit Vereinslogo. Quelle: André Zahn/Creative Commons
Platz 8: Traditionelle Totenwache (Japan)In Japan sind die Beerdigungsriten hauptsächlich von buddhistischen Traditionen geprägt. Sie besitzen jedoch auch konfuzianische, christliche und Shinto-Elemente. Bei der traditionellen Totenwache wird der Verstorbene in einen weißen Kimono gekleidet und mit weißen Tüchern bedeckt. Es gibt einen Altar, an dem von den Besuchern Geldgeschenke zur Finanzierung der Beisetzung gemacht werden. Diese sind auch nötig, denn eine durchschnittliche Beerdigung kostet in Japan umgerechnet rund 17.000 Euro. Quelle: katorisi/Wikimedia Commons
Platz 7: Klassische Bestattung der Dani (Papua-Neuguinea)Das indigene Dani-Volk in Papua-Neuguinea hat eine grausame Begräbnistradition: Verwandten Frauen und Kindern des Verstorbenen werden Finger amputiert. Der abgetrennte Finger soll die Geister besänftigen und der physische Schmerz dient als Ausdruck des Leidens. Heute ist diese kulturelle Praxis weitgehend verboten. Quelle: Dian Karlina
Platz 6: Bestattung in hängenden Särgen (China)Nicht unter der Erde, sondern in der Luft hängend sind die Verstorbenen im Südwesten der chinesischen Provinz Sichuan einst beerdigt worden. Das Volk der Bo, das um 1600 unter mysteriösen Umständen verschwand, hat seine Toten an Felswänden aufgehängt. Die Särge wurden jeweils aus einem einzigen Baumstamm angefertigt und mit Seilen an den Klippen befestigt. Es wird angenommen, dass dieses Ritual den Weg ins Jenseits erleichtern sollte. Quelle: Matt Ferrin
Platz 5: Famadihana-Umbettung (Madagaskar)Das eigentlich wichtige Ereignis im Rahmen des madagaskarschen Ahnenkults ist nicht das Begräbnis selbst, sondern die Aushebung der Leichen, die Jahre nach der Bestattung zelebriert wird. Die komplette Dorfgemeinde tanzt bei der sogenannten Famadihana mit den Toten, um die Verbindung zu den Vorfahren zu stärken und ihnen Respekt zu zollen. Dabei werden die alten Leichentücher durch neue Seidentücher ersetzt. Für die Familienclans ist die Famadihana ein Tag der Freude, der mit Livemusik und Festessen gefeiert wird. Quelle: Saveoursmile (Hery Zo Rakotondramanana)/Wikimedia Commons
Platz 4: Hinduistische Feuerbestattung (Indien)Die traditionelle hinduistische Feuerbestattung findet schon seit Jahrtausenden in speziell dafür genutzten Kremationsstätten statt. In Varanasi wurden zahllose Scheiterhaufen direkt am Ufer des heiligen Flusses Ganges errichtet. Jedes Jahr wird die Asche von rund 100.000 Menschen im Ganges beigesetzt. Der heute enorm verschmutzte Fluss verheißt hinduistischen Glaubensvorstellungen zufolge die Absolution und damit ein Entkommen aus dem beschwerlichen Kreislauf von Tod und Wiedergeburt. Frauen dürfen die Kremationsstätten nicht betreten. Quelle: Eric Parker/Creative Commons
Platz 3: Begräbniszeremonie der TorajaDas Volk der Toraja auf der indonesischen Insel Sulawesi hat eine sehr aufwändige und kostspielige Begräbnistradition. Während die Angehörigen oft über Jahre hinweg das Geld für die Feierlichkeiten sammeln, wird die einbalsamierte Leiche des Verstorbenen im Haus aufbewahrt. Daraufhin wird die Beerdigung als ein mehrtägiges Fest zelebriert. Dutzende Wasserbüffel und Schweine werden in diesem Rahmen geschlachtet. Ihre letzte Ruhestätte finden die Stammesmitglieder schließlich in Gräbern, die an Felswänden in Stein gehauen wurden. Quelle: Roberto Rocha und Bianca M. Saia/Creative Commons
Platz 2: Fantasievolle Sargbestattung (Ghana)Ghanaische Sargbauer geben sich nicht mit einfachen Holzkisten im Einheitslook zufrieden, sondern erschaffen die unterschiedlichsten, bunt lackierten und fantasievoll gestalteten Modelle und Unikate. Der Sarg repräsentiert dabei zumeist einen wichtigen Aspekt aus dem Leben des Verstorbenen, wie beispielsweise den ausgeübten Beruf oder die größte Leidenschaft. So lässt man sich in Ghana in riesigen Fischen, Flugzeugen, Flaschen oder Früchten beerdigen. Ein solcher Sarg kostet für Einheimische umgerechnet mindestens 400 US-Dollar, was ungefähr dem durchschnittlichen Jahreseinkommen in Ghana entspricht. Quelle: Walt Jabsco/Creative Commons
Platz 1: Buddhistische Himmelsbestattung (Tibet)Die einzigartige Tradition der Himmelsbestattung sieht vor, dass der Verstorbene zunächst von den Bestattern zerteilt und anschließend von Aasgeiern gefressen wird. Dieses für Außenstehende barbarisch anmutende Ritual wurde auch in zentralasiatischen Ländern wie der Mongolei und Indien durchgeführt, ist heute jedoch überwiegend in Tibet üblich. Im Kontext der buddhistischen Lehren sowie der kulturell verankerten Spiritualität in Tibet markiert der Tod den Punkt des Übergangs von diesem ins nächste Leben. Dieser Vorstellung zufolge trennt sich die Seele des Verstorbenen in den Tagen vor der Bestattung durch rituelle Lesungen aus dem Tibetischen Buch der Toten von ihrem Körper und befindet sich dann auf dem Weg zur Reinkarnation. Link zur Originalquelle Quelle: Jan Reurink
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