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Religion Kommission fordert jüdische und muslimische Feiertage

Die Feiertagsregelung diskriminiert nichtchristliche Religionen, behauptet die Kommission "Zukunft der Arbeit" der Robert-Bosch-Stiftung. Sie fordert Feiertage für Muslime und Juden in Deutschland.

Ein Mitglied der Jüdischen Gemeinde von Frankfurt (Oder) entzündet die Kerzen auf einem Chanukka-Menora. Mit dem Chanukka (Weihefest) gedenken Juden der Wiedereinweihung des jüdischen Tempels in Jerusalem im Jahr 165 vor der Zeitrechnung. Das Fest findet meist zwischen Ende November und Anfang Dezember statt. Quelle: dpa

Eine Expertenkommission fordert die Einführung von zwei gesetzlichen Feiertagen für Angehörige nichtchristlicher Religionen. Die Robert-Bosch-Stiftung, in deren Auftrag die Kommission "Zukunft der Arbeit" arbeitet, bestätigt eine entsprechende Meldung der Wochenzeitung DIE ZEIT.

Die Kommissionsmitglieder finden, dass das von christlich Traditionen geprägte Feiertagsrecht sich zunehmend als "Ungleichbehandlung von Religionen" auswirkt. Sie fordern den Gesetzgeber deshalb auf, die Feiertagsregelungen zu zu ändern.

Die drei Bundesländer Hamburg, Bremen und Hessen haben bereits entsprechende Regelungen eingeführt in einem Staatsvertrag mit den nicht christlichen Religionsgemeinschaften eingeführt. In den beiden Hansestädten sind drei islamische Feste als kirchliche Feiertage anerkannt. Das bedeutet allerdings nicht, dass diese generell arbeitsfrei sind, da es sich nicht um gesetzliche Feiertage handelt. Das heißt, an solchen Tagen können Schüler frei nehmen und Arbeitnehmer Urlaub beantragen. Dass Muslime und Juden für religiöse Feiern freie Tage nehmen können ist auch in anderen Bundesländern seit Jahren gängige Praxis. Durch die Staatsverträge haben Juden und Muslime nun allerdings einen Rechtsanspruch darauf.

Der Wettbewerb der absurdesten Feiertage
Welttag des Schneemanns (18. Januar)Mit dem 18. Januar ist nicht nur ein Datum für den Gedenktag des eisigen Kollegen gewählt, der in die Zeit seiner Hauptkonjunktur fällt. Die eins und die acht stehen auch symbolisch für die Form des Schneemanns. Die acht für die Kugeln und die eins für seinen Stock oder Besen. Seit 2010 gibt es den Tag und es darf relativ frei gewirkt werden: egal ob für den Klimaschutz, Kinderprojekte oder für Skigbiete geworben wird - Hauptsache, es besteht ein Bezug zum Schneemann.
Weltknuddeltag (21. Januar)Ein Tag, an dem sich die Menschen in die Arme fallen, bevorzugt in Amerika, Kanada, Deutschland und Polen. Erfunden wurde der "National Hugging Day" in den USA im Jahr 1986. Seitdem wird genau zwischen Weihnachten und Valentinstag geknuddelt, was das Zeug hält. Allerdings gelten feste Regeln für das friedliche Miteinander. Zum Beispiel: Niemals einen Fremden umarmen.
Tag der Jogginghose (21. Januar)Diese Hose gibt es in unzähligen Varianten. Lange Jahre dachten viele Sportler, die Hose sei für Leibesertüchtigung gedacht, da sie hohe Bewegungsfreiheit garantiert. Weit gefehlt. Die adipöse Gesellschaft hat herausgefunden, dass sich diese Hose viel besser zum Faulenzen auf dem Sofa eignet. eigentlich unglaublich, aber wahr: Auch die Mode hat, in Form von "Streetwear", den Jogging-Style für sich entdeckt, allerdings eng mit der Hip-Hop-Kultur verbunden. Egal, wozu man sie nun trägt: Am 21. Januar wird offiziell dazu aufgerufen.
Gegenteiltag (25. Januar)Jedes Jahr am 25. Januar wird der Gegenteiltag zelebriert - oder doch nicht? Dem Anlass des Tages mag es geschuldet sein, dass seine Kritiker behaupten, der Gegenteiltag fände an einem ganz anderen Tag statt. Angeblich wurde das Datum im Jahr 1872 durch Alexander Kerr Craig, einen amerikanischen Kongressabgeordneten, institutionalisiert. Wer damit noch nichts anfangen kann, dem sei die Definition der Enzyklopädie „Stupidedia“ ans Herz gelegt: „Der Gegenteiltag ist das Gegenteil eines normalen Tages. Er wird oft als sinnlos bezeichnet, deshalb ist er sehr sinnvoll, weil das Gegenteil von sinnlos sinnvoll ist.“ Quelle: dpa
Welttag der Feuchtgebiete (02. Februar) Seit 1997 soll am Tag der Feuchtgebiete an den Wert eben jener erinnert werden. Die Unesco hatte in der Ramsar-Vereinbarung zum Schutz aufgerufen. Seit 2008 denkt man in Deutschland aber wohl eher an Charlotte Roches schlüpfrigen Roman und weniger den begrenzten Lebensraum für Wasser- und Wattvögel. Schade eigentlich.
Groundhog-Day Datum (02. Februar) Und jährlich grüßt das Murmeltier. Tatsächlich unterscheidet sich dieser Jahrestag nicht von dem, was 1993 Bill Murray auf der Kinoleinwand erlebte . Der Groundhog Day wird in den USA richtig zelebriert. Murmeltiere werden in mehreren Städten aus ihrem Bau gelockt. Sehen sie ihren Schatten, ist also das Wetter klar und hell, bleibt das Wetter noch weitere sechs Wochen gut. Kräht der Hahn auf dem Mist...
Tag des Deutschen Butterbrots (30. September) Egal ob Paderborner, Pumpernickel, Graubrot, Kornliebe oder Weißbrot. Seit 1999 wird am 30.09. eine der großen kulturellen Errungenschaften der Deutschen gefeiert: das Butterbrot. Und das zu Recht. Leicht gemacht, gut zu transportieren und: lecker! Darum beneidet uns Europa, vielleicht sogar die ganze Welt. Die Agarwirtschaft, die diesen Tag einführte, definiert ein Butterbrot übrigens als eine Scheibe Brot, die von einer Seite mit Butter bestrichen ist - ohne Belag. Murphy's Law lässt grüßen.

Der komplette Bericht der Kommission, in dem vor allem die Auswirkungen der demografischen Entwicklung auf das Arbeitsleben thematisiert werden sollen, wird am kommenden Montag an Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen übergeben.

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