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Sieger des Gründerwettbewerbs 2009 "Chocri hat den Zeitgeist getroffen"

Bei der feierlichen Preisverleihung des WirtschaftsWoche-Gründerwettbewerbs 2009 standen fünf Startups mit fortschrittlichen Ideen im Mittelpunkt. Den meisten Applaus bekam allerdings der Sieger: Schokoladenmixer von Chocri aus Berlin.

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Gründerwettbewerb 2009 Quelle: Fritz Beck für WirtschaftsWoche

Um 19.28 Uhr am Donnerstagabend war es soweit: Vor 200 geladenen Gästen aus der deutschen Gründerszene bat Franz Rother die fünf Finalisten des diesjährigen WirtschaftsWoche-Gründerwettbewerbs auf die Bühne.

Im Max-Joseph-Saal der Residenz München, unter schweren Kronleuchtern und vor festlich gedeckten Tischen, verkündete der stellvertretende Chefredakteur der WirtschaftsWoche die Sieger: Franz Duge und Michael Bruck aus Berlin. Die beiden 23-Jährigen haben vor einem Jahr Chocri gegründet, ein Unternehmen, das individuelle Schokolade nach Kundenwunsch herstellt und bereits über 100.000 Tafeln über das Internet verkauft hat.

„Chocri hat den Zeitgeist getroffen. Es bietet ein altbekanntes Produkt nicht nur auf neuartige Weise an, sondern bezieht seine Kunden auch in die Produktentstehung mit ein“, lobte Rother die beiden Gründer. „Das Ergebnis ist ein individuelles, absolut mundgerechtes Luxusprodukt zu bezahlbaren Preisen.“

Mit Chocri auf der Bühne: Die Gründerteams von Lecturio aus Leipzig, Beko Käuferportal aus Berlin, Eovent aus Aachen und Design2Desire aus München. Die fünf Finalisten hatten sich zuvor gegen rund 100 Bewerber durchgesetzt und wurden bei der Preisverleihung ebenfalls geehrt.

Chocri Gründer Duge und Bruck Quelle: Fritz Beck für WirtschaftsWoche

Auch der Bayerische Wirtschaftsminister Martin Zeil, nach eigenen Worten ein Schokolade-Liebhaber, war unter den ersten Gratulanten von Chocri. Er beglückwünschte auch die vier unterlegenen Finalisten: „Wer es so weit bringt, der hat das Zeug dazu, die Wirtschaft der Zukunft mitzugestalten“, so Zeil.

Innovative und kreative Jungunternehmer mit  überzeugenden und Erfolg versprechenden Geschäftsmodellen brauche Deutschland in der Krise mehr denn je. „Sie sind Vorbilder dafür, mehr auf die Chancen und weniger auf die Risiken zu schauen. Das verdient unser Lob und unsere uneingeschränkte Anerkennung.“

Gründerwettbewerb: Sieger und Jury Quelle: Fritz Beck für WirtschaftsWoche

Zeil forderte außerdem, auf Bundesebene „endlich die steuerlichen Rahmenbedingungen merklich innovationsfreundlicher“ zu gestalten. Dazu sollten die direkte Forschungsförderung durch eine steuerliche Förderung ergänzt werden und international wettbewerbsfähige Rahmenbedingungen für Venture-Kapital geschaffen werden. „Für Deutschland wäre ein neues Private-Equity-Gesetz wichtig, das private Investments wieder stärker fördert als behindert“, so Zeil weiter.

Die Preisverleihung, die im Rahmen des Portfolio Days des Investoren-Netzwerks BrainsToVentures stattfand, endete erst weit nach Mitternacht – nach einem Gala-Dinner und spannenden Diskussionen über den Gründerstandort Deutschland und die Frage, wie Startups die schwere Anfangsphase meistern können. Nur eins fehlte zum Bedauern mancher Anwesender: Die beiden Sieger des Wettbewerbs, Michael Bruck und Franz Duge, hatten nicht genügend Kostproben ihrer Schokoladentafeln mitgebracht. 

Stimmen zum Sieger

Christine Stimpel, Deutschland-Chefin von Heidrick & Struggles:

„Das Siegerteam war fachlich überzeugend und identifiziert sich vollständig mit dem Produkt und der Firma. Und es hat sich durch die Höhen und Tiefen dieser und einer vorherigen Gründung bewährt."Julia Derndinger, Unternehmerin und Präsidentin des der Entrepreneurs’ Organization in Berlin: „Beeindruckt haben mich die unternehmerische Einstellung und die Bereitschaft der Gründer, pausenlos an ihrer Idee zu arbeiten. Das beweist, dass man mit der richtigen Idee und ohne Investoren erfolgreich sein kann.“Karen Heumann, Strategievorstand der Agentur Jung von Matt: „Chocri transportiert das Glücksgefühl, das jeder als Kind im Süßwarenladen erlebt hat, in die digitale Welt. Und paart es mit dem befriedigenden Bewusstsein, Bio und Fair Trade zu unterstützen – das macht süchtig!“Florian Schweitzer, Partner des Investoren-Netzwerks BrainsToVentures: „Die Sieger erinnern an Ben Cohen und Jerry Greenfield, die Gründer der Eisfirma Ben & Jerry’s; das sind Macher. Wir können ihnen die Augen öffnen für ein viel größeres Potenzial.“Christoph v. Einem, Partner der Anwaltssozietät White & Case: „Die Gründer sind ein echtes Team, das an sein Projekt glaubt. Chocri traue ich zu, sich mit der guten Qualität der Produkte im Markt zu etablieren.“

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