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Social Media Sechs goldene Regeln für professionelles Twittern

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Lachen, lernen, locker bleiben

#4 Humor ernst nehmen

Manche Unternehmen lehnen sich auf Twitter erstaunlich weit aus dem Fenster. Sie erlauben sich eine selbstbewusste Haltung, bei der auch mal verbal zurückgeschlagen werden darf. Weltweit Schlagzeilen machte 2017 der Twitter-Account der US-Süßwarenmarke Moon Pie. Eine Twitter-Nutzerin hatte sich über das angeblich altmodische Marshmallow-Konfekt lustig gemacht. Der Account Manager plänkelte zurück und hatte schließlich dank einer gelungenen Retourkutsche und über 25.000 Likes das letzte Wort.


„Hervorragend; Humor ist immer gut“, kommentiert Utz Beispiele wie dieses.

Allerdings ist nicht jeder Twitter-Beauftragter ein begnadeter Wortakrobat und verfügt über einen sicheren Instinkt, wie weit man gehen darf. „Grundsätzlich finde ich, dass Humor im Leben weiterhilft – wenn es passend ist“, meint Rogl. „Auf Twitter sehe ich in letzter Zeit immer wieder Unternehmensaccounts, die um jeden Willen 'lustig' sein wollen und dabei aber oft einen Punkt überschreiten.“ Ihre Faustregel lautet: „Über sich selbst lachen und nicht alles zu ernst nehmen ist sympathisch. Sich über andere lustig machen und respektlos verhalten ist unsympathisch.“

#5 Aus Fehlern lernen

Rogl zeigt zwar Verständnis für Menschen, die nach einem Shitstorm Twitter den Rücken kehren. „Trotzdem glaube ich nicht, dass es eine gute Lösung ist“, bilanziert die Microsoft-Managerin. „Wie im echten Leben gilt: Reinfälle passieren, Fehler passieren. Wir sollten dazu stehen und daraus lernen.“ Rogl selbst musste erkennen, dass ihr Sinn für Humor nicht unbedingt von allen geteilt wird. „Vor einigen Jahren habe ich ein Selfie mit mir und einem lebensgroßen Bild von Justin Timberlake getwittert. Das hat dazu geführt, dass einige Medien dachten, Justin Timberlake wäre auf unserem Presse-Event. Ich fand das lustig – meine damalige Kollegin leider gar nicht“, berichtet die Social-Media-Expertin augenzwinkernd.

#6 Immer schön locker bleiben

Wo droht für Unternehmen auf Twitter die größte Gefahr? Nach Ansicht Rogls ist diese Frage bereits zu pessimistisch formuliert. „Ganz ehrlich: Aus meiner Sicht gibt es keine Gefahren in dem Sinne“, meint die Social-Media-Expertin. „Wie bei jeder Kommunikationsplattform kommt es eben darauf an, wie man sie nutzt.“

Musterbeispiele auf Twitter

Und welches Unternehmen twittert in Deutschland besonders erfolgreich? „Ich finde, da gibt es viele tolle Beispiele!“, antwortet Rogl. „Otto macht einen großartigen Job und nutzt Twitter sehr sympathisch. Besonders gefällt mir, dass das Unternehmen einen Blick hinter die Kulissen gibt, Gesichter zeigt und auch die Mitarbeiter dazu motiviert, auf Twitter aktiv zu sein.“

Utz entscheidet sich für den „Weil wir Dich lieben“-Account der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG). „Das Team agiert sehr humorvoll und selbstironisch, ist authentisch berlinerisch und stark im Dialog mit den Kunden“, lobt die Expertin. „Zudem bietet das Unternehmen über diesen Kanal guten Support – macht also einfach alles richtig!“


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