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Sprecher des Homosexuellen-Netzwerks Arco "Homosexualität zu verstecken, ist anstrengend"

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"Ich glaube gar nicht, dass es ein Tabu-Thema ist"

Experten begrüßen Hitzlspergers Coming Out

Warum ist Homosexualität in der Wirtschaft im Gegensatz zur Politik gerade in Managerkreisen immer noch ein Tabu-Thema?

Ich glaube gar nicht, dass es ein Tabu-Thema ist. Wir sind ja mit unserem Netzwerk ganz öffentlich sichtbar, zum Beispiel auf dem Christopher Street Day. Ich denke, die meisten schwulen Vorstände sind vor Ihren Vorstandskollegen sehr offen. Zum Beispiel hat sich vor ein paar Jahren ein ehemaliger Dax-Vorstand geoutet. Da bin ich mal zum Spaß auf seinen Firmen-Lebenslauf gegangen. Das stand seit drei Jahren, dass er in einer eingetragenen Lebensgemeinschaft lebt.

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    Aber es wäre doch ein Zeichen, wenn sich ein weiterer Dax-Vorstand öffentlich outen würde.

    Hitzlsperger hat sich geoutet, weil er die Diskussion über Homosexualität im Fußball vorantreiben will. Vorstände müssen sich sehr genau überlegen, ob sie mit ihrem Privatleben in der Öffentlichkeit stehen wollen oder mit ihren Inhalten. Ich glaube viele entscheiden sich für letzeres. Außerdem gehören die heutigen Vorstände meist noch einer anderen Generation an. Die mussten sich teilweise richtig verstecken - so etwas prägt. Das wird sich mit der nächsten Generation ändern, die werden offener damit umgehen.

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    Informiert sich der potentielle Commerzbank-Nachwuchs bei Ihnen? Wie wichtig ist Toleranz für Bewerber?

    Das ist sehr wichtig. Arco ist mit seinen 480 Mitgliedern das größte seiner Art in Deutschland, wir sind über soziale Netzwerke und private Kontakte weit verzweigt. Da kommen täglich Anfragen von Leuten, die überlegen bei der Commerzbank anzufangen. Ein anderes Beispiel ist die Karrieremesse Sticks and Stones. Viele Menschen kommen dorthin, um sich über die Homofreundlichkeit von Unternehmen zu informieren. Das sind überraschenderweise meistens gar keine Schwulen oder Lesben, sondern Heteros. Zum Beispiel die alleinerziehende Mutter, die sich dadurch auch mehr Offenheit und Toleranz für die eigene Situation erhofft.

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