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Stadien und Sponsoren Die Namensrechte bringen über 40 Millionen Euro

Die Fans trauern dem Westfalen- oder Müngersdorfer Stadion hinterher. Mittlerweile lässt sich nahezu jeder Bundesligist seine Stadionrechte vergolden – sowohl in der ersten als auch in der zweiten Liga.

Kein anderes Stadion in Deutschland hat eine derart bewegte Geschichte hinter sich wie das Olympiastadion in Berlin. Mehrmals wurde es umgebaut, zuletzt von 2000 bis 2004. Seitdem passen 74.500 Menschen in das Stadion. Schon seit längerem will die Stadt Berlin die Namensrechte verkaufen, doch das richtige Angebot war noch nicht dabei. So ist die Hertha einer von nur drei Vereinen, der nicht durch einen Namenssponsor fürs Stadion verdient. Quelle: dpa
An dem an der Weser gelegenen Bremer Stadion ist schon so manche Flut vorbei gegangen. Von 2008 bis 2011 wurde es umfassend modernisiert, unter anderem stieg die Kapazität auf 42.500 Zuschauer. Auch ein neuer Name sollte ursprünglich her. Die Fans reagierten empört, dass mit einer 60 Jahre alten Tradition gebrochen werden sollte. Allerdings besitzt der Oldenburger Energieversorger EWE noch bis 2018 ein Veto-Recht in Bezug auf den Stadionnamen. Quelle: dpa
Bis 2004 spielten die Borussia im legendären Bökelbergstadion. Da ein Umbau am Widerstand der Anwohner scheiterte, zog Gladbach 2004 ins „Stadion im Borussia-Park“ um. 54.067 Zuschauer finden hier Platz, die Namensrechte wurden aber interessanterweise nicht vergeben – eine Entscheidung mit Seltenheitswert in der Bundesliga. Entschließt sich der Verein, den Stadionnamen doch noch zu vermarkten, könnten er mit bis zu 5 Millionen Euro pro Jahr rechnen. Quelle: dpa
Die altehrwürdigste Spielstätte (Kapazität: 17.000 Zuschauer) der deutsche Beletage: Bundesliga-Neuling Darmstadt 98 stellte in seinem Stadion schon so einigen Kontrahenten ein Bein. In der Saison 2016/17 heißt die Heimstätte der Hessen „Jonathan-Heimes-Stadion am Böllenfalltor“. Die temporäre Umbenennung soll an den krebskranken Fan der „Lilien“, Jonathan Heimes, erinnern, der im März 2016 im Alter von nur 26 Jahren verstorben war. Quelle: dpa
Die Namensrechte trägt eigentlich bis ins Jahr 2019 das Technologie- und Chemieunternehmen Merck, das in Darmstadt seinen Sitz hat. 300.000 Euro pro Jahr zahlt der Konzern dafür, verzichtete in Gedenken an Jonathan Heimes aber in dieser Saison auf sein Recht. Diese Aktion rief in der Bundesliga große Sympathie hervor. Heimes hatte in Darmstadt starken Symbolcharakter – er war ganz nah dran an der Mannschaft und wurde wegen seines starken Charakters stets geschätzt. Quelle: dpa
Das kleinste Stadion der Bundesliga steht in Ingolstadt: 15.200 Zuschauer fasst der dortige „Audi Sportpark“. Die Namensrechte hat die Audi Immobilien Verwaltung, eine Tochtergesellschaft, bis 2019 inne. Das bringt dem Verein pro Jahr 500.000 Euro. Der FCI, der vor Jahresfrist in die Bundesliga aufgestiegen war, spielt seit 2010 in seiner neuen Arena. Quelle: dpa
Das Schwarzwald-Stadion des SC Freiburg: Hier können 24.000 Menschen Fußball schauen. Die Schwarzwald Tourismus GmbH hat die Namensrechte des Stadion für die Dauer von fünf Jahren gemeinsam mit sechs Finanzierungspartnern erworben. Die Namensänderung erfolgte am 7. Oktober 2014 und spült dem Freiburger Sportclub bis ins Jahr 2019 jährlich 530.000 Euro in die Kasse. Quelle: dpa
Seit Juli 2015 trägt der FC Augsburg seine Heimspiele in der „WWK Arena“ aus. Der Versicherungskonzern übernahm für 2,7 Millionen Euro jährlich bis 2025 die Namensrechte vom Konzern SGL, dessen Lettern vier Jahre lang die Fassade zierten. Zuvor hieß das Stadion „impuls arena“. 30.660 Fans finden in Augsburg Platz. Quelle: dpa
Zur Saison 2011/2012 zog der FSV Mainz 05 vom legendären „Bruchweg“ in sein neues Schmuckkästchen, das jahrelang auf den Namen „Coface Arena“ hörte. Zur Saison 2016/17 erfolgte die Umbenennung: Künftig spielt der Karnevalsverein in der „Opel Arena“. Der Automobilhersteller erwarb die Namensrechte für die 34.000 Zuschauer fassende Arena bis ins Jahr 2021. Kostenpunkt: 2 Millionen Euro per annum. Quelle: dpa
Kein anderes Stadion in der Bundesliga trägt seinen Namen schon so lange, wie das in Leverkusen. Wenig überraschend trägt die Spielstätte des Werksklub den Namen „BayArena“. An diesem Namen wird sich auch in Zukunft nichts ändern, denn die Vereinbarung, die den Leverkusenern jährlich 2,5 Millionen Euro bringt, gilt unbefristet. Quelle: dpa
Selten ist das Rheinenergiestadion so leer wie hier beim DFB-Pokalfinale der Frauen. Ansonsten ist es deutlich schwieriger, an Karten für ein Spiel in dem 50.000 Zuschauer fassenden Stadion zu kommen. Deshalb würde der Verein auch gerne sein Stadion erweitern. Zumindest über den Verkauf der Namensrechte des Stadions kommen die Kölner an weiteres Geld. Die Vereinbarung mit dem regionalen Energieversorgungsunternehmen Rheinenergie über 2,5 Millionen Euro jährlich gilt bis 2018. Quelle: dpa
Die TSG Hoffenheim ist berühmt und berüchtigt für ihren Mäzen Dietmar Hopp. Selbstverständlich hatte er beim Bau des Stadions seine Brieftasche im Spiel. Finanziert wurde es zu großen Teilen von Hopp, der dieses Mal darauf verzichtete, als Namensgeber aufzutreten – die frühere Spielstätte des Provinzklubs hieß tatsächlich „Dietmar-Hopp-Stadion“. „Rhein-Neckar-Arena“ hieß das Stadion der TSG Hoffenheim bei seiner Eröffnung 2009. Seit 2011 besitzt das Solarunternehmen Wirsol Solar AG die Namensrechte für die 30.000 Zuschauer fassende Arena. Nun heißt es, etwas sperrig, „Wirsol Rhein-Neckar-Arena“ – bringt aber jährlich immerhin 3,2 Millionen Euro. Quelle: dpa
Seit 2005 heißt das Stadion der Frankfurter Eintracht nicht mehr Waldstadion, sondern Commerzbank-Arena. Ein lohnendes Geschäft für den Verein, bringt es ihm doch bis 2020 pro Jahr 4 Millionen Euro. Die Arena ist übrigens schon das vierte Stadion an derselben Stelle. Derzeit finden hier 51.500 Zuschauer Platz. Quelle: dpa
Klaus-Michael Kühne und der HSV schreiben Bundesliga-Geschichte: Der Milliardär und „Edelfan“ Kühne schien zuletzt zwar kein Interesse mehr zu haben, als Gönner des Vereins aufzutreten. Hinter den Kulissen spielte sich jedoch anderes ab: Der HSV verkündete nun, dass der Milliardär sehr wohl Anteile an der im Sommer ausgegliederten HSV Fußball AG erwerben wird. Und damit nicht genug ... Quelle: dpa
... der größte Einzelaktionär des Logistikdienstleisters Kühne und Nagel kauft außerdem den Namen des damals noch Imtech-Arena heißenden HSV-Heimstadions. Der Deal, den sich Kühne bis 2019 vier Millionen im Jahr kosten lässt, bringt dem Verein nun den traditionellen Namen für seine Spielstätte zurück: Der HSV, der als erster Bundesligist den Namen seiner Arena verkaufte, spielt seit dem 1. Juli 2015 wieder im „Volksparkstadion“ – vor maximal 57.000 Zuschauern. Ein Name mit Tradition, was aber, wie die Beispiele zeigen, im Bundesligageschäft eher eine Ausnahme ist. Quelle: dpa
Die Dortmunder spielen seit 2005 im „Signal Iduna Park“, mit einem Fassungsvermögen von 81.359 Zuschauer die größte Arena in der Bundesliga. Für die Namensrechte des Stadions erlöst Borussia Dortmund 5,8 Millionen Euro pro Jahr. Der Vertrag über die Umbenennung zwischen Borussia Dortmund und der Signal Iduna Gruppe gilt bis 2021. Die Fans sehen die Umbenennung ihres geliebten „Westfalenstadions“ kritisch. Quelle: dpa
Die Dortmunder Fanszene ist geteilter Meinung über diesen Schritt, da er einerseits finanzielle Sicherheit bietet, aber andererseits einen Traditionsbruch darstellt. Die Bezirksvertretung Innenstadt-West beschloss Anfang 2006, eine Straße in Stadionnähe „Am Westfalenstadion“ zu nennen. Der Verein wertete diese Entscheidung als unsensibel gegenüber dem Sponsor, während viele BVB-Fans und Dortmunder erfreut waren, dass der traditionsreiche Name nun mit der Straße erhalten bleibt. Quelle: REUTERS
Als das neue Schalker Stadion im Jahre 2005 eröffnet wurde, galt es als modernste Mehrzweck-Arena in Europa. Im Nachfolger des Gelsenkirchener Parkstadions finden 62.271 Zuschauer Platz Platz. Zwar versicherte der damalige Manager Rudi Assauer den Fans, dass das Stadion „Arena auf Schalke“ heißen soll, die Namensrechte wurde dann aber doch schnell an Veltins verkauft. Das ist der Brauerei bis ins Jahr 2019 pro Saison 6 Millionen Euro wert. Quelle: dpa
Selbst der reiche und mächtige FC Bayern macht nicht Halt vor Namenssponsoring seiner Spielstätte. Das heimische Stadion trägt den Namen „Allianz Arena“. Namensgeber des Stadions ist der weltgrößte Versicherungskonzern Allianz, der sich die Namensrechte an dem Stadion bis zum Jahr 2041 gegen eine jährliche Zahlung von 6 Millionen Euro gesichert hat. Gemäß den UEFA-Statuten darf der Stadion-Sponsor bei internationalen Spielen (Länderspielen, Champions League, Europa League) nicht genannt werden. In diesen Fällen wird alternativ der Name „FIFA WM-Arena München“, „Fußball-Arena München“ oder auch nur „Arena München“ verwendet. 75.006 Zuschauer fasst die Allianz-Arena nach der jüngsten Erweiterung. Quelle: dpa
Bundesliga-Aufsteiger RB Leipzig hat zuletzt über eine Kapazitätserweiterung seiner Arena nachgedacht. Dabei wurde das einstige Zentralstadion in Leipzig erst pünktlich zur WM 2006 neu errichtet. Mittlerweile heißt die moderne Spielstätte „Red Bull Arena“. Was sich der Brause-Konzern das kostet lässt, ist nicht bekannt. Quelle: dpa
30.000 Fans finden in Wolfsburg Platz. Wie in Leipzig und Leverkusen trägt auch dieses Stadion den Namen des Hauptsponsors: Volkswagen Arena. Welchen Betrag VW dafür auf das Konto des Vereins überweist ist allerdings unbekannt. Quelle: dpa
Zwischen den großen Stadien in Dortmund und Gelsenkirchen steht ein weiteres Schmuckkästchen im Ruhrpott: an der Castroper Straße in Bochum. Zehn Jahre lang war die Spielstätte des VfL als „rewirpowerSTADION“ getauft, seit der laufenden Saison auf den Namen „Vonovia Ruhrstadion“. Der Dax-Konzern setzte den ursprünglichen Namen, den das Stadion von 1979 bis 2006 trug, als Zusatz an die Außenfassade. Quelle: dpa
Die Stadionnamen in Fürth sorgten bisweilen für Belustigung: Die Mittelfranken spielten bis 2010 im „Playmobil-Stadion“, anschließend gar in der „Trolli-Arena“. Der Vertrag mit der Fruchtgummi-Marke endete im Sommer 2014. Anschließend trug die Spielstätte den Namen „Stadion am Laubenweg“, bis der in Fürth geborene Immobilienhändler Thomas Sommer die Rechte erwarb und das Stadion in „Sportpark Ronhof Thomas Sommer“ umbenennen ließ – in Anlehnung an den Ursprungsnamen und Stadtteil, in dem das Stadion erbaut wurde. Quelle: dpa
Auch in Dresden wurde der Stadionname zuletzt häufiger gewechselt als es dem traditionsbewussten Fan überhaupt lieb sein kann. Das „Rudolf-Harbig-Stadion“ wurde im Jahre 2010 zum „Glücksgas-Stadion“ und vier Jahre später zum „Stadion Dresden“. Im Winter 2016 erwarb die DDV Mediengruppe die Namensrechte bis ins Jahr 2020. Quelle: dpa
Ähnliches gilt für den 1. FC Nürnberg. Schon seit Jahren plädiert ein Teil der Nürnberger Fanszene für eine Umbenennung ihrer Arena in „Max-Morlock-Stadion“ – in Anlehnung an die Vereinslegende Max Morlock, die knapp 300 Tore für die Franken erzielte. Nach „easyCredit-Stadion“ und „Grundig-Stadion“ heißt die WM-Arena von 2006 inzwischen „Stadion Nürnberg“. Schon bald soll ein neuer Partner gefunden sein. Quelle: dpa
Hannover 96 spielt seit Juli 2013 in der „HDI-Arena“. Der Versicherungskonzern aus Hannover sicherte sich das Namensrecht für die kommenden sieben Jahre bei einer Verlängerungsoption um weitere drei Jahre. 96 bringt der Deal geschätzte drei Millionen Euro pro Jahr und damit etwas mehr als bisher. Die Fans hielten sich mit Protest zurück. Sie kennen den Verkauf von Namensrechten zu Werbezwecken bereits. Quelle: dpa
Der Klub hatte sich zu Beginn der vergangenen Spielzeit einen neuen Namenssponsor suchen müssen, da der bisherige Partner AWD nach elf Jahren ausstieg. Der Versicherungskonzern Swiss Life (vormals AWD) hatte die Partnerschaft beendet. Die Praxis unter Sportvereinen, den Namen der eigenen Spielstätte an ein großes Unternehmen zu verkaufen, ist inzwischen weit verbreitet. Quelle: dpa
Zu Beginn der Bundesligasaison 2007/2008 plante die RWE AG, die Namensrechte am Stadion des MSV Duisburg zu kaufen. Der Industrieriese zog sich aber nach Protesten der Duisburger Fanszene aus den Verhandlungen zurück. Ein neuer Interessent ließ nicht lange auf sich warten und wurde in dem Duisburger Reiseunternehmen Schauinsland-Reisen gefunden. Seit Juli 2010 heißt das Duisburger Stadion „Schauinsland-Reisen-Arena“ – trotz des Protestes der Duisburger Fans. Dem alten Namen „Wedaustadion“ trauern immer noch viele Fans nach. Quelle: dpa Picture-Alliance
Wenn der SC Paderborn seine Heimspiele austrägt, heißt es: „Willkommen in der Benteler Arena“. Der Paderborner Fußball hat bereits einige Erfahrung mit Namenssponsoring: Bevor das Stadion nach dem Paderborner Stahlwerk Benteler benannt wurde, hieß es schon „Energieteam Arena“ und „Paragon Arena“. Das Stadion kann bei Bedarf auf ein Fassungsvermögen von 20.000 Zuschauer erweitert werden. Sehr gut möglich, dass dies in der ersten Bundesligasaison des SC Paderborn das ein oder andere Mal nötig sein wird. Quelle: dpa
Vom „Albstadion“ zur „Voith-Arena“: Der Drittligist 1. FC Heidenheim spielt seit 2011 in der nach dem ortsansässigen Maschinenbauunternehmen Voith benannten Stadion. Zuvor wurden die Namensrechte am ursprünglich „Albstadion“ genannten Stadion an das Immobilienunternehme GAGFAH veräußert worden. Somit trug das Stadion für etwa eineinhalb Jahre den Namen „GAGFAH-Arena“. Im September 2010 wurde das ehemalige Mehrzweckstadion zu einer reinen Fußballarena umgebaut. Quelle: dpa Picture-Alliance
Das „Tirol Milch Stadion“ am Tivoli, traditionell Tivoli-Stadion, war ein österreichisches Fußballstadion im Innsbrucker Stadtteil Pradl und Teil des Sportgelände Tivoli. Es diente den Innsbrucker Bundesligisten FC Wacker Innsbruck, FC Swarowski und FC Tirol in der Zeit von 1964 bis 2000 zur Austragung ihrer Heimspiele. Nachdem im September 2000 mit dem „Tivoli-Neu“ in relativer Nähe zum mittlerweile 1997 in „Tirol Milch Stadion“ umbenannten Tivoli ein moderneres und größeres Stadion eröffnet wurde, entschied man, das „Tirol Milch Stadion“ aufzugeben. Das Stadion und der daneben gelegene Sportplatz mit Tribüne mussten einer Wohnsiedlung weichen. Quelle: dpa Picture-Alliance
Ob der Name Programm ist? Der österreichische Bundesligist SV Ried trägt seine Heimspiele in der „Keine-Sorgen-Arena“ aus. Das Stadion hieß zuvor bereits „Fill Metallbau Stadion“ und „Home-Life-Arena“. Seit 2009 ist nun die Oberösterreichische Versicherung Namensgeber und wirbt mit ihrem Werbeslogan. Quelle: dpa Picture-Alliance
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