Studie Wer länger arbeitet, trinkt mehr Alkohol

Wein, Bier und Schnaps sind ohnehin Getränke, die die Deutschen gerne zu sich nehmen. Nun aber haben Forscher herausgefunden, dass es einen Zusammenhang zwischen der Anzahl der Arbeitsstunden und dem Alkoholkonsum gibt.

Die Länder mit dem höchsten Alkoholkonsum
Platz 10: Portugal 12,9 Liter reinen Alkohol trinkt jeder Portugiese laut der Weltgesundheitsorganisation WHO durchschnittlich im Jahr. Bei den Südländern erwartungsgemäß besonders beliebt: Wein. Mehr als die Hälfte des Alkoholkonsums entfallen auf den vergorenen Beerensaft. Zum Vergleich: Die Deutschen trinken jährlich 11,8 Liter (Rang 16). Quelle: World Health Organization Quelle: dpa
Platz 9: Tschechische Republik / SlowakeiGleich zwei Staaten teilen sich Platz 9: In Tschechische Republik und der Slowakei trinkt jeder Bürger 13 Liter jährlich. Die Osteuropäer stehen dabei auf härter Getränke. Gut die Hälfte des Alkohols nehmen sie in Form von Schnäpsen zu sich. Quelle: REUTERS
Platz 8: Ungarn Da trinken die Bürger Ungarns schon abwechslungsreicher. Ungefähr je ein Drittel des Alkoholkonsums entfallen auf Bier, Wein und Spirituosen. Der Pro-Kopf-Verbrauch liegt bei 13,3 Liter. Quelle: dpa
Platz 7: AndorraKleines Land, großer Durst: Jeder Bewohner Andorras schüttet sich im Schnitt 13,8 Liter puren Alkohol den Rachen hinunter. Kein Wunder, gelten die Alkohol-Preise in Andorra doch als enorm niedrig. Quelle: dapd
Platz 5: RumänienTuica, Palinca and Rachiu heißen die traditionelle Schnäpse, die sich die Rumänen besonders gern genehmigen. Gründe sie zu trinken, gibt es offenbar genug. Mit einem durchschnittlichen Alkoholkonsum von 14,4 Litern. Quelle: dpa
Platz 6: UkraineNochmal ein bisschen trinkfreudiger sind die Ukrainer. Durchschnittlicher Alkoholkonsum: 13,9 Liter. Laut WHO die traditionellen Getränke der Wahl: Palenka and Grappa. Quelle: dpa
Platz 4: RusslandWodka! Anders als mit dem hochprozentigen russischen Schnaps ist diese Platzierung nicht zu erklären. Besonders Männer trinken den Schnaps literweise und kommen deshalb früher ins Grab. Ein Viertel aller männlichen Russen stirbt noch vor dem 55. Lebensjahr. Laut einer aktuellen Studie der Hauptgrund: übermäßiger Alkoholkonsum. 15,1 Liter Alkohol trinkt jeder Russe. Quelle: REUTERS
Platz 3: LitauenDie Litauer trinken mehr und mehr: zuletzt sogar 15,4 Liter Alkohol jährlich. Damit stieg der Alkoholkonsum in dem EU-Land in den vergangenen zehn Jahren um knapp 50 Prozent. Quelle: AP
Platz 2: MoldawienZwischen Moldawien und dem Spitzenreiter des Alkolhol-Rankings ist nur so wenig Abstand, dass sich die Schluckspechte zuprosten können. 16,8 Liter Alkohol trinkt jeder Moldawe jährlich. Immerhin: Bei der letzten WHO-Studie lag der durchschnittliche Alkoholkonsum noch bei 18,22 Litern. Der ein oder andere scheint vernünftig zu werden und auf die Gesundheitswarnungen der WHO zu hören. Quelle: REUTERS
Platz 1: WeißrusslandRekordhalter des Alkohol-Rankings ist Weißrussland. 17,5 Liter puren Alkohol konsumiert jeder Weißrusse jährlich, fast dreimal mehr als als der weltweite Durchschnitt. Quelle: dpa

Die Ergebnisse sind erschreckend: Forscher haben für eine Metastudie 81 Studien analysiert, um einen Zusammenhang zwischen der Arbeit und dem Alkoholkonsum herzustellen. Demnach konsumieren Menschen, die besonders viel und lange arbeiten, auch besonders viel Alkohol. Für die Studie standen den Forschern die Daten von mehr als 333.000 Menschen zur Verfügung.

Die Auswertung zeigte: Menschen mit einem Arbeitspensum von mindestens 48 Stunden pro Woche neigen eher dazu, so viel Alkohol zu konsumieren, dass auch Organe und die Psyche Schaden nehmen können. Gefährliches Trinken beginnt bei Frauen bei 14 Drinks pro Woche, bei Männern bei mehr als 21 Drinks.

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Die Analyse bestäigt damit eine lange gehegte Vermutung, dass Menschen mit einem hohen Arbeitspensum Alkohol zum "Ausgleich" nutzen, um den Stress des Berufs und des Alltags zu vergessen. Als Vielarbeiter definierten die Forscher in ihrer Studie Menschen, die mehr als 50 Stunden pro Woche arbeiten.

Allerdings muss auch festgehalten werden, dass die Forscher nicht nachweisen konnten, dass mehr Arbeitsstunden zwangsläufig zu einem vermehrten Alkoholkonsum führen müssen. Vielmehr hängt das zusätzlich von Geschlecht, Alter, Herkunft und auch vom sozialen Umfeld ab.

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