Studienergebnis Selbsternannte Experten überschätzen sich

Sie gehen fest davon aus, sich in einem Bereich richtig gut auszukennen? Vorsicht: Laut einer neuen Studie überschätzen vor allem selbsternannte Experten ihr Wissen.

Zehn elementare Dinge, die ein Mann können sollte
Neuseeländer trinken am Eingang am 22.09.2012 beim Oktoberfest auf der Theresienwiese in München Quelle: dpa
Im Kellergewoelbe der Wismarer Hanse Sektkellerei GmbH dreht Kellermeister Gerd Schult am Mittwoch, 27. Dezember 2000, hunderte Flaschen Gaersekt. Quelle: AP
Feuer machen - ohne FeuerzeugFeuer machen ist männlich. Noch männlicher ist es, das Lagerfeuer oder den Grill auch ohne Spiritus, Feuerzeug oder Streichhölzer anzünden zu können. Tipps dazu bieten verschiedene Survivalratgeber. Beispielsweise nehmen Sie eine Brille als Linse, trockenes Moos oder Reisig und kleine Äste. Quelle: gms
Ein Mann bindet sich eine Krawatte Quelle: Fotolia
Ikea-Möbel aufbauen Damit es zuhause bald genauso aussieht, sollten wahre Männer in der Lage sein, Ikea-Möbel aufzubauen. Wer glänzen will, macht es ohne Anleitung! Quelle: dpa
Reifen wechseln Quelle: dpa
Wäsche waschenMänner sollten den Unterschied zwischen Wollwaschprogramm und Kurzwäsche kennen. Nicht nur das Wie, auch das Wann ist entscheidend. Ein richtiger Mann muss wissen, wann es an der Zeit ist, Handtücher und Bettwäsche mal wieder zu waschen. Quelle: dpa

Im Jahr 1999 wollten die beiden US-Psychologen David Dunning und Justin Kruger herausfinden, wie Studenten ihre geistigen Fähigkeiten einschätzten, zum Beispiel im Bereich logisches Denken oder Grammatik.

Deshalb gaben sie ihnen verschiedene Tests – und das Ergebnis war immer gleich: Wer besonders schlecht abgeschnitten hatte, schätzte sich selbst hinterher viel besser ein. Ganz anders war es bei besonders intelligenten Studenten: Sie unterschätzten ihre Leistungen regelmäßig.

So erkennen und schließen Sie Ihre Wissenslücken

Dunning und Kruger folgerten daraus, dass inkompetente Menschen einer Art gedanklichen Verzerrung unterliegen: Einerseits überschätzen sie ihr eigenes Können. Gleichzeitig aber sind sie nicht dazu in der Lage, das Ausmaß dieser Inkompetenz zu erkennen. Dieses Phänomen hat inzwischen auch einen Namen: Dunning-Kruger-Effekt.

Gemeinsam mit seinen Kollegen Stav Atir und Emily Rosenzweig hat David Dunning jetzt eine neue Studie veröffentlicht, die sein Ergebnis von damals bestätigt. Mehr noch: Es zeigt, dass das Problem umso schlimmer wird, je höher eine Person ihre eigene Kompetenz einschätzt. Oder anders formuliert: Selbst erklärte Experten halten sich häufig für dermaßen unfehlbar, dass sie sich damit lächerlich machen.

90 Prozent kennen sich gut mit Fantasiewörtern aus

Zu dieser Erkenntnis gelangte Dunning in mehreren Experimenten. In einem davon sollten Hunderte von Freiwilligen zunächst einschätzen, wie gut sie sich mit Finanzen auskannten. Dann konfrontierten sie sie mit mehreren Begriffen, die vermeintlich etwas mit Geld zu tun hatten. Die Probanden sollten auf einer Skala von 1 (nie gehört) bis 7 (kenne ich gut) angeben, wie gut sie die Begriffe kannten.

Der Clou war allerdings: Drei Begriffe waren frei erfunden. Wie die selbst ernannten Experten reagierten? Sie ahnen es wahrscheinlich: Etwa 90 Prozent der Befragten brüsteten sich damit, sich mit den Fantasiewörtern gut auszukennen.

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Ähnlich war es in weiteren Versuchen, in denen Dunning die Freiwilligen nach ihrem Wissen in Philosophie, Biologie oder Literatur fragte: Offenbar war es ihnen völlig zuwider, das eigene Unwissen zuzugeben. Mehr noch: Die vermeintliche Kenntnis erfundener Begriffe stand in direktem Zusammenhang zum Eigenbild. Wer sich selbst für fähig hielt, tappte umso häufiger in die Falle.

„Je stärker jemand von seiner eigenen Kompetenz überzeugt ist, desto mehr brüstet er sich mit Wissen, das er unmöglich haben kann”, schreibt Dunning.

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