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Tourismus in Zeiten des Terrors Was bleibt vom Urlaubsziel Deutschland?

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Autos, Bier, Fachwerkhäuser

Eigentlich gehört Deutschland zu einem der beliebtesten Reiseziele der Chinesen in Europa. Sie schätzen die deutschen Autos, das Bier, und die historischen Altstädte. Den Kölner Dom kennt in China jedes Kind. Die Stadt Würzburg sagt vielen Chinesen erst seit wenigen Tagen etwas. Dort attackierte ein 17-jähriger Flüchtling eine Reisegruppe aus Hongkong mit einer Axt. Die staatlichen Medien berichteten noch sehr zurückhaltend über den Vorfall. Trotzdem gibt es auch in China eine Diskussion darüber, wie sicher Deutschland ist.

Auf dem Blogportal Weibo gibt es zahlreiche Foren zu dem Thema. Mehr als 2,2 Millionen Nutzer lasen im Forum mit dem Hashtag „Gewalt in Deutschland“. Eine Nutzerin fragt bestürzt, wie Deutschland in so kurzer Zeit zu einem so gefährlichen Ort werden konnte. Eine junge Frau aus Peking schreibt: „Ich verlasse China bestimmt erst mal nicht.“

Trotzdem, die Folgen der Anschläge auf den Tourismus in Deutschland sind schwer abzuschätzen. „Wir können noch keinen Rückgang der Buchungen oder eine steigende Anzahl von Stornierungen beobachten“, erklärte beispielsweise eine große Pekinger Reiseagentur. Allerdings warnt die chinesische Botschaft in Deutschland Reisende dringend davor, sich in der Nähe von Menschenmassen aufzuhalten, und empfiehlt „so wenig wie möglich rauszugehen“.

Diese Nationen verreisen am meisten

Zwar machen unter den ausländischen Touristen in Deutschland noch Niederländer, Schweizer oder Italiener das Gros aus. Und für sie macht es kaum einen Unterschied, ob sie im eigenen Land oder in Deutschland Ferien machen, das Sicherheitsrisiko ist ähnlich groß. Doch für viele Touristiker werden Urlauber mit weiter Anreise wichtiger: nicht nur, weil ihre Zahl steigt, sondern vor allem, weil Araber, Chinesen und Co. in der Regel zahlungskräftiger sind.

381 Euro pro Nacht

So verbrachten alleine im vergangenen Jahr Chinesen bereits mehr als 2,5 Millionen Nächte hier, zeigen Zahlen der Deutschen Zentrale für Tourismus. Gäste aus Dubai, Kuwait oder Bahrain kommen auf 2,1 Millionen Nächte. Sie gelten als besonders gern gesehene Kundschaft, 381 Euro die Nacht geben sie in Deutschland aus. Zum Vergleich: Amerikaner zahlen im Durchschnitt nur 256 Euro.

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