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Vereinigte Arabische Emirate Urlaub in der Blase

Exklusiv

Schneller, höher, weiter – im Emirat Ras Al Khaimah können Reisende die Vorzüge ungebremsten Wachstums genießen. Ähnlich wie in Dubai oder Abu Dhabi erhalten Gäste aus Amerika Russland und Europa, was sie von zuhause gewohnt sind.

Waldorf Asotira Ras al Khaimah

Nachts ist das sirrende pulsierende Geräusch kaum zu identifizieren. Die Motoren der Jetskis, die tags von der vergnügungsfreudigen Kundschaft über die verhaltene Brandung der Bucht von Ras al Khaimah gesteuert werden, können es nicht sein. Wer vom Bett seiner Hotelsuite die gut 20 Schritte zum Balkonfenster geht, sieht stattdessen den Bagger, der im Mondschein und in seinem eigenen Scheinwerferlicht, im Sand Wege präpariert, über die später die Gäste vom Hotelpool zum Meer gehen sollen.

Es wird gebaut, ohne Unterlass. Tagsüber sind aus demselben Fenster weit draußen auf einer künstlichen Landzunge im Meer zwei Gebäudekomplexe zu erkennen, deren Rohbauten wie mit Kränen gekrönt aussehen. Es sind niedrigere Kräne als in Dubai und kleinere Gebäude als in Abu Dhabi. Aber der herrschende Emir Sa’ud ibn Saqr al-Qasimi von Ras al Khaimah hat in seiner Studienzeit in Michigan hoffentlich genug Volkswirtschaft gebüffelt, damit Wachstum und Wohlstand auch in seinem Reich mit rund 270.000 Einwohnern heimisch werden.

Sieben Emirate

Die Vereinigten Arabischen Emirate sind rasch durchfahren. Neben der überwältigend schlichten Schönheit der Sanddünen sind es die nicht mal im Ansatz ausgehobenen Bauflächen, die den Blick des Besuchers fesseln. Der etwa 30 Minuten dauernde Flug entlang der Küste mit einem Wasserflugzeug der Seawings Dubai von Dubai nach Ras al Khaimah gibt dem Besucher Gelegenheit, die Expansion mit all ihren eigenwilligen Begleiterscheinungen zu betrachten.

Die größten Hotelbetreiber weltweit
Das Meridien Hotel in Warschau Quelle: REUTERS
Ein Clarion Hotel Quelle: REUTERS
Das Hilton in Cartagena Quelle: REUTERS
Ein Novotel in Tunesien Quelle: REUTERS
Das Days Inn in Brooklyn, sieht billig aus, ist es nicht Quelle: AP
Das Ritz-Carlton Hotel am Potsdamer Platz in Berlin Quelle: AP
Die Empfangshalle des Intercontinental Hotel in Bukarest Quelle: dpa

Vom Abflug mit der Sicht auf das höchste Gebäude der Welt, dem Burj Chalifa, geht es über unerschlossene Küstenabschnitte und vereinzelte, viereckige und ummauerte Strandgrundstücke, in deren grün bewachsener Mitte prachtvolle Villen stehen – während direkt nebenan nur Brache ist. Es geht über flaches blaues Gewässer und die Konturen von künstlich angelegten Kanälen. Auf diesen verlassenen Baustellen steht teils nicht mal mehr ein Bagger, der noch zeugen könnte von den ehrgeizigen Plänen, das Land zwischen den Kanälen mit Villen oder Hotels zu übersäen.

So nähert man sich dem Emirat Ras al Khaimah, landet im Yachthafen und staunt über die umfassende Bebauung. Neben den Wohnpavillons eines Luxushotels erhebt sich ein gewaltiger Komplex mit einem hoch aufragenden Turm. Dass er hier steht, ist auch einem Fehlschlag in der Planung und den enttäuschten Hoffnungen der Emiratis zu verdanken.

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