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Verkaufsmaschine Wie Facebook mit Freunden Millionen verdient

Freunde treffen, e-mailen, einkaufen, spielen, informieren – Facebook und seine mehr als 500 Millionen Mitglieder bilden längst so etwas wie ein Parallel-Web. Nun drängen auch immer mehr Unternehmen in das Netzwerk, um Produkte zu verkaufen oder neue Mitarbeiter zu rekrutieren. Mit zunehmendem Erfolg.

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Facebook-Seite der biritischen Quelle: REUTERS

Falls Ihnen dieser Artikel gefällt, würden Sie ihn im Anschluss Ihren Freunden weiterempfehlen? Nein, sagen Sie jetzt nichts. Denn ob Sie und wie viele weitere Leser dies tun werden, wird man später genau ablesen können – auf Facebook.

YouTube, Twitter, Xing, StudiVZ – all diese sogenannten Social-Media-Seiten erreichen inzwischen zusammengenommen fast ein Sechstel aller Erdenbürger. 945 Millionen Besucher weltweit verzeichneten sie im vergangenen Juli, errechnete der US-Marktforscher Comscore. 23 Prozent mehr als im vergangenen Jahr. In Deutschland fiel das Wachstum noch größer aus: plus 47 Prozent, das entspricht rund 38 Millionen Bundesbürgern.

Ein Netzwerk aber überragt alle anderen: Facebook.

Weltweit 700.000 neue User

Über 500 Millionen Mitglieder verzeichnet der virtuelle Freundeskreis weltweit, jeden Tag kommen fast 700.000 weitere dazu. Oder anders ausgedrückt: Die Hälfte aller Internet-Nutzer des Planeten hat dort bereits ein persönliches Profil. Krethi und Plethi ebenso wie zahlreiche Zelebritäten, Künstler, Politiker. Selbst der Queen Elizabeth II. können Interessierte neuerdings auf Facebook huldigen. Seit vergangenem Montag besitzt das Königshaus dort eine eigene noble Seite, samt 213.000 Fans.

Wäre Facebook ein Land, käme es – gemessen an seiner Bevölkerung – bereits auf Platz drei. Hinter China und Indien.

In Deutschland knackte die Seite im Juli erstmals die Marke von zehn Millionen Mitgliedern. Damit rückt das Netzwerk weiter an die VZ-Gruppe der Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck heran, die den deutschen Markt mit rund 17 Millionen Mitgliedern anführt.

Kein Nutzer muss die Plattform noch verlassen

Grafik: Wäre Facebook ein Land

Noch. Weltweit ist kein anderer Ort beliebter. Keine Nation kann sich über einen derart regen Zulauf an qualifizierten Fachkräften freuen, keine andere Gesellschaft weist ein so gesundes Verhältnis von Alten und Jungen auf, nirgendwo wird bereitwillig so viel Zeit verbracht und nirgendwo sonst liegen die Einbürgerungshürden so niedrig wie bei Facebook: Ein paar Klicks reichen aus – schon gehört man dazu.

War das Netzwerk bisher eher bekannt als Weltzentrale der Trivialitäten und peinlicher Saufbilder, so ist es mittlerweile der Seismograf gleich mehrerer Generationen. Hier zeigt sich, was die Menschen interessiert, welche Musik sie am liebsten hören, welche Autos sie begehren, welche Bücher sie lesen, welche Internet-Seiten sie regelmäßig besuchen, ja sogar wann sie arbeiten und wann sie mit ihren Partnern Schluss machen (meistens montags und kurz vor Weihnachten).

Schon lange können die Nutzer auf Facebook nicht mehr nur miteinander chatten, e-mailen, spielen, Erlebnisse und Empfehlungen austauschen: Als einziges Netzwerk hat sich die Seite zu einer Art Internet im Internet entwickelt – mit enormer Gravitation, die alle und alles anzieht.

Privates und Berufliches, Freud und Leid, Kommunikation und Kommerz, Politik und Unterhaltung – nirgendwo sind sie sich näher als hier. Kein Nutzer muss die Plattform noch verlassen: Was immer es zu wissen, zu kaufen oder auszutauschen gilt – alle erfahren die Kunde hier. Und immer öfter sogar als Erstes.

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