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Wettbewerb Best Office 2010 Die schönsten Büros des Jahres

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Voestalpine 1

Raus aus dem klassischen Bürokonzept – viele Einzelzimmer entlang langer Flure – rein in eine neue Arbeitswelt, die zur abteilungsübergreifenden Kommunikation anregt, ohne die Mitarbeiter durch zu viel Präsentierteller-Atmosphäre zu überfordern: Das war auch die Motivation von Voestalpine, eine neue Verkaufs- und Finanzzentrale für ihren Stahlbereich zu bauen. Die „Voest“, die mit weltweit 44 000 Mitarbeitern und 8,5 Milliarden Euro Jahresumsatz zu den größten Unternehmen Österreichs zählt, bewirtschaftet an ihrem Hauptstandort in Linz ein riesiges Industriegelände mit Stahlhütte und zahlreichen Stahl weiterverarbeitenden Betrieben.

Mit dem neuen Haus wollte Voestalpine ein Signal setzen: „Wir brauchten ein Gebäude mit Portalcharakter, das nach außen hin als Tor zu unserem gesamten Industriegelände in Linz dient“, sagt Alfred Düsing, Finanzvorstand der Voestalpine Stahl. „Zudem sollte es in einem Campus-Konzept mit dem Hauptquartier der AG und dem neuen Ausstellungszentrum ,Stahlwelt‘ korrespondieren.“

„Goldener Wurm“

Das Projekt dauerte von der Bedarfsplanung bis zum Einzug Mitte 2009 vier Jahre. Das Ergebnis ist ein vierstöckiger, 220 Meter langer rundlich geschwungener Bau aus massiven Stahlsäulen und gelochten Stahlträgern, mit golden schimmernden Fassaden und mit vier glasbedeckten und pflanzenfreundlichen Innenhöfen. Der österreichische Stararchitekt Dietmar Feichtinger verlegte mit einer weitläufigen unterirdischen Parkplatzanlage die bei Industrieunternehmen übliche Blechlawine aus Mitarbeiter-Autos unter die Erde.

Über dem gläsernen Haupteingang des im Volksmund „Wurm“ genannten Gebäudes richtete Voestalpine Stahl eine öffentliche Besprechungszone ein – samt großzügiger Dachterrasse für Außenveranstaltungen und Arbeitspausen.

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    „Uns war wichtig, dass wir das Gebäude streng in einen öffentlichen und einen ausschließlich für Mitarbeiter zugänglichen Bereich teilen“, sagt Johann Allerstorfer, Leiter Facility Management bei Voestalpine Stahl. „Heute können unsere Mitarbeiter sich mit Lieferanten und Kunden in einem offiziellen Rahmen treffen. Das hat eine andere Qualität, als einen Zulieferer in das eigene Büro bitten zu müssen, wo auch vertrauliche Papiere liegen.“

    Keine ständige Beobachtung

    Öffentlich zugänglich sind zudem die Geschäfte und Versorgungseinrichtungen im Erdgeschoss. Hier wird flaniert, hier finden sich ein kleiner Supermarkt, eine Bibliothek rund um Stahl, die Poststelle und die Reiseabteilung.

    Die eigentliche Bürolandschaft befindet sich in den vier Obergeschossen darüber. 350 Kombi- und Teamkombibüros für 425 Mitarbeiter reihen sich auf beiden Seiten des Stahlwurms wie an einer Perlenkette aufgereiht aneinander, immer wieder aufgelockert und geschickt unterteilt durch begrünte Atrien.

    Neben jedem der vier Innenhöfe liegen ein Treppenhaus und das „Wohnzimmer“ der Abteilung, deren Einrichtung die Mitarbeiter selbst bestimmten. Um das natürliche Licht optimal nutzen zu können, setze Voestalpine Stahl bei der Außenfassade und den Trennwänden zu den Gängen auf Glas. Die allerdings wurden weitgehend mit lichtdurchlässigen Kunststoffstreifen satiniert, um den Mitarbeitern das Gefühl zu nehmen, ständig unter Beobachtung zu stehen.

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