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Wohlbefinden Krisen machen unglücklich

Nicht immer ist der Mensch für sein Glück selbst verantwortlich, auch äußere Umstände tragen zum Wohlbefinden bei. Mehr noch: Wirtschaftskrisen haben einen größeren Einfluss als Aufschwünge.

Wo die glücklichsten Menschen wohnen
Platz 30 - BulgarienGleich drei Ränge abwärts ging es für Bulgarien. Die Bulgaren erreichen auf der Skala von 0 ("überhaupt nicht zufrieden") bis 10 ("sehr zufrieden") gerade mal 3,7 Punkte. Damit ist das Land am Schwarzen Meer das Schlusslicht im "Deutsche Post Glücksatlas 2014".
Platz 29 - GriechenlandFür Griechenland ging es im Vergleich zum Vorjahr immerhin einen Platz nach oben. Der Glücks-Index liegt ebenfalls bei 3,7. Quelle: dpa
Platz 28 - PortugalMit einem Lebenszufriedenheitsindex von 3,8 bildet Portugal eines der Schlusslichter des Rankings. Portugiesen, Griechen und Bulgaren sind damit die unglücklichsten Europäer. Quelle: dpa
Platz 27 - RusslandVon Rang 28 auf Rang 27 kletterte Russland empor. Mit einem Wert von 4,2 sind die Russen aber trotzdem immer noch ziemliche unzufrieden. Quelle: dpa
Platz 26 - RumänienIm Vergleich zum Vorjahr ging es für Rumänien um einen Platz nach oben. Der Lebenszufriedenheitsindex liegt bei 4,5. An dieser Stelle überspringen wir einige Plätze und gelangen direkt zu den deutlich zufriedeneren Ländern... Quelle: dpa
Platz 15 - PolenDie Polen erreichen einen Lebenszufriedenheitswert von 6,1 von zehn möglichen Punkten. Quelle: dpa
Platz 14 - TschechienZwei Plätze aufwärts ging es mit der Lebenszufriedenheit der Tschechen: 6,3 . Quelle: dpa

Beeinflussen wirtschaftliche Veränderungen das Wohlbefinden von Menschen? Und ob - aber anders als von vielen vermutet.

Zwei Forscher der London School of Economics und der Harvard Business School glauben zumindest, darauf eine Antwort gefunden zu haben: Demnach wird die Lebenszufriedenheit wesentlich stärker von Krisen beeinflusst als von Aufschwüngen. Das behaupten zumindest die Ökonomen Jan-Emmanuel De Neve und Michael Norton.

In ihrer neuen Veröffentlichung (.pdf) analysierten sie, wie Menschen positive und negative Konjunkturschwankungen wahrnehmen. Vor allem wollten sie die psychologische Wirkung des Wirtschaftswachstum untersuchen, das in Studien bislang wenig Berücksichtigung fand - obwohl es direkt von den Bürgern der jeweiligen Länder gespürt wird.

Welche Berufe glücklich machen
die glücklichsten Menschen arbeiten in Hamburg Quelle: dpa
Die Jobsuchmaschine Indeed hat sich der Zufriedenheit deutscher Arbeitnehmer angenommen und nachgefragt, wer mit seinem Job besonders zufrieden ist. Die glücklichsten Berufe in Deutschland sind demnach eine bunte Mischung aus allen Ausbildungswegen und Hierarchiestufen. So gehören zu den Top 20 der zufriedensten Berufe viele traditionelle Handwerksberufe wie Maurer, Tischler oder Elektriker. Zufrieden sind allerdings auch - entgegen aller Klischees - Lehrer und Krankenschwestern. An der Spitze der Liste stehen Trainer, studentische Hilfskräfte und, wenig überraschend, Geschäftsführer. Laut dem Meinungsforschungsinstituts YouGov sind allgemein nur sieben Prozent der Deutschen wirklich unzufrieden mit ihrem Job, 75 Prozent der Arbeitnehmer macht ihre Arbeit mehrheitlich Spaß. Damit sie sich im Beruf wohl fühlen, brauchen 27 Prozent der Beschäftigten neue Herausforderungen, für 18 Prozent ist ein abwechslungsreicher Arbeitsalltag wichtig, für 15 Prozent bessere Gehaltsaussichten. Immerhin 14 Prozent wollen „etwas Sinnvolles“ für die Gesellschaft tun. Die folgenden Berufe erfüllen diese Kriterien - und machen glücklich. Quelle: Fotolia
Gärtner und Floristen sind zu 87 Prozent glücklich. "Ich arbeite in einer Umgebung, die ich mag, und tue etwas lohnendes und sinnvolles", gaben sogar 89 Prozent von ihnen an. Quelle: Fotolia
Jemand frisiert einen Puppenkopf Quelle: dpa
Männer arbeiten an Toiletten. Quelle: AP
Die ersten Nicht-Handwerker in der Glücksrangliste sind ausgerechnet Marketing- und PR-Leute (75 Prozent). Die Wahrheit steht offenbar nicht in direktem Zusammenhang mit dem Glück. Quelle: Fotolia
Jemand hält einen Glaskolben mit einer Flüssigkeit darin. Quelle: AP

Und siehe da: Eine Krise vermieste die Stimmung der Menschen erheblich - und zwar mehr, als ein Wirtschaftsboom die Laune hebte.

Die Wissenschaftler appellieren an Politiker, sich auf das Verhindern von Wirtschaftskrisen zu konzentrieren - anstatt den Menschen zu erklären, warum eine boomende Wirtschaft besonders gut ist. Die Ergebnisse zeigen nämlich auch, dass ein Anstieg des Bruttoinlandproduktes nicht immer zu glücklicheren Menschen führt.

Am Beispiel Griechenland wird das besonders deutlich: Während das reale BIP zwischen 1981 und 2008 um mehr als 50 Prozent wuchs, stieg die Lebenszufriedenheit nur um fünf und zehn Prozent. Die 2008 einsetzende Rezession führte allerdings unmittelbar zu einem Rückgang des Wohlbefindens. Anders formuliert: Die bisherige Lebenszufriedenheit war wie weggewischt.

In Arbeit
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Ein möglicher Grund für die Ergebnisse: Ein wirtschaftlicher Abschwung ist immer auch mit finanziellen Unsicherheiten verbunden, die durch eine negative Berichterstattung zusätzlich verstärkt werden - und bei den Menschen Stress und Angst auslösen.

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