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Überleben im Büro

Wie Sie Ihre Motivation verbessern

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Die Büro-Alltags-Bibel - Alle Regeln und Gesetze für den Job (DTV, ISBN 978-3-423-24762-7)

Der Mensch ist ein soziales Wesen. Und wir alle leben und arbeiten nun mal lieber mit Kollegen zusammen, die morgens schon mit einem Lächeln die Bürotür aufschließen, Meetings mit einem kleinen Scherz aufheitern und das Glas lieber halb voll sehen als halb leer. So ganz uneigennützig ist das nicht. Den meisten dürfte das nicht bewusst sein, aber instinktiv spüren sie womöglich, was einige soziologische Studien längst nachweisen konnten. Dass nämlich Begeisterte hilfsbereiter sind als normal oder gar schlecht gelaunte Kollegen. In der Wissenschaft ist dies als Feel-good-do-good-Phänomen bekannt. „Je mehr jemand mit seinem Leben zufrieden ist, desto empathischer ist er“, sagt etwa der Sozialwissenschaftler Ruut Veenhoven von der Erasmus-Universität in Rotterdam. Und desto mehr färbt das auf das Umfeld ab.

Wer sich zur guten Laune entscheidet, treibt positive Entwicklungen voran

Manchmal hat man den Eindruck, das Grau in Grau draußen, der Regen und das Wetter insgesamt könnten einem die Laune vermiesen. Stimmt aber nicht, sagt Jaap Denissen von der Humboldt Universität: Mehr Sonne, weniger Wind oder höhere Temperaturen haben keinerlei positiven Effekt auf unsere Stimmung. Umgekehrt macht weniger Sonnenlicht allenfalls müde. Die Wirkung ist aber marginal.

Was aber wäre, wenn gute Laune nicht nur das Ergebnis positiver Umstände wäre, sondern auch deren Ursache? Eine kuriose Frage, zugegeben. Doch de facto deutet vieles darauf hin. So tautologisch es klingen mag: Die Entscheidung, die Dinge optimistischer und entspannter zu sehen, kann nicht nur die eigene Stimmung heben. Danach entwickeln sich viele Dinge tatsächlich positiver. Glauben Sie nicht? Vielleicht überzeugen Sie ein paar Untersuchungen: Gutgelaunte Kollegen bringen im Schnitt 17,5 Verbesserungsvorschläge und gute Ideen in ihre Unternehmen ein, so das IFAK-Barometer, Miesepeter dagegen nur 8,4. Ebenso kommen motivierte Mitarbeiter im Schnitt auf höchstens 4,3 Fehltage, ihre frustrierten Kollegen dagegen auf zehn.

Die Untersuchungen von Alice Isen, Psychologieprofessorin an der Cornell-Universität in New York wiederum zeigen: Gutgelaunte sind nicht nur belastbarer und zufriedener. Sie sind auch beliebter und populärer und werden von ihren Vorgesetzten besser bewertet und öfter befördert. Das Gros erzielt sogar höhere Einkommen. Außerdem führt Heiterkeit zu einer Art Viraleffekt: Gute Laune wirkt hochgradig ansteckend – sogar stärker als schlechte. Auch das konnten Wissenschaftler belegen. Also wenn das keine guten Gründe sind, den Tag schon gutgelaunt zu beginnen und Fröhlichkeit zu verbreiten?

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