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Undercover-Ökonom Tim Harford Die Ökonomie von Socken, Sex und Supermarkt

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Lieber Undercover-Ökonom, Ich habe eine einfältige Frage: Ich will einfach nur glücklich sein. Haben Sie einen Rat für mich? Ms. Jessica Granger, Kirkby StephenLiebe Ms. Granger,Für diese Frage müssen Sie sich wirklich nicht schämen. Sie wenden sich genau an den Richtigen, denn die Ökonomen haben sich bereits eingehend mit diesem Thema beschäftigt.Der Nobelpreisträger Danny Kahneman forderte in einer Studie zahlreiche berufstätige Frauen auf, zu beschreiben, was sie am Vortag getan und wie sie sich dabei gefühlt hatten. Wenn die Ergebnisse der Befragung als Orientierung dienen können, so dürfte die beste Option darin bestehen, viel Sex zu haben. Auch Sport, Essen und Gebete wecken Glücksgefühle. Das Pendeln zur Arbeit macht die Leute unglücklich. Die Gesellschaft eines anderen Menschen wirkt beflügelnd – es sei denn, der andere Mensch ist der Chef. Wenig hilfreich sind Professor Kahnemans Erkenntnisse, wenn man Sex mit dem Chef hat.Aber vielleicht sollten Sie sich auch ansehen, welche Möglichkeiten Ihnen das Leben langfristig eröffnet. Diese Frage hat der Ökonom Richard Layard von der London School of Economics untersucht.

Seine Ergebnisse wirken auf den ersten Blick wenig überraschend: Geld macht uns bis zu einem gewissen Grad glücklich, während uns Scheidungen und Arbeitslosigkeit unglücklich machen. Damit Sie eine Vorstellung von den Auswirkungen bekommen: Die Arbeit und ein Drittel des Einkommens zu verlieren, ist viermal so niederschmetternd wie der alleinige Verlust des Einkommens. Eine Scheidung ist fast genauso schlimm, und noch schlimmer ist eine Trennung ohne Scheidung.Klar, was das bedeutet: Erstens sollten Sie auf Karriereentscheidungen verzichten, die Ihre Ehe untergraben können. Zweitens werden Sie in einem durchschnittlich bezahlten, aber sicheren Job glücklicher werden als in einem gut bezahlten, aber ungewissen Arbeitsverhältnis.Schließlich sollten Sie Ihre Erwartungen herabschrauben. Personen in einer einkommensstarken Berufsgruppe, Frauen, deren Schwestern mit reichen Männern verheiratet sind, und gebildete Personen mit geringem Einkommen sind unglücklich. Möglicherweise ist das die Erklärung für die Übellaunigkeit vieler Journalisten.

Ihr heiterer Undercover-Ökonom

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