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Vorbildrolle Mitarbeiter sind nur so gut wie ihr Chef

Geht etwas schief, stellt sich die Schuldfrage. Laut den Angestellten liegt es an widersprüchliche Anweisungen. Der Vorgesetzte sagt: Das Personal taugt nichts. Wer hat Recht?

Wie miese Chefs ihre Mitarbeiter vergraulen
Keine Verantwortung übernehmen oder abgeben Quelle: Fotolia
Fehlende soziale Kompetenz, mangelnde Motivationsfähigkeit Quelle: Fotolia
Mann steht am Bahnsteig und schaut auf seine Armbanduhr Quelle: Fotolia
Fehler des Chefs: Sich zurückziehen, kein Feedback geben Quelle: Fotolia
Ein schlechtes Arbeitsklima ist Kündigungsgrund Nummer eins Quelle: Fotolia
Sind Mitarbeiter nur Marionetten? Quelle: Fotolia
Vielen Chefs fehlt es an der Fähigkeit, Ziele nicht nur für die oberen Etagen, sondern auch für die Mitarbeiter zu definieren Quelle: Fotolia

Im Team läuft es nicht. Mitarbeiter bringen keine Leistung. Konflikte hinter jeder Ecke und vernünftiges Personal ist nicht zu bekommen. So, oder so ähnlich erleben viele Führungskräften ihren Berufsalltag. Gerne wird die Schuld dann den Mitarbeitern in die Schuhe geschoben. Dabei gilt, je höher die formale Machtposition im Unternehmen, umso größer ist der Einfluss von (unbewusstem) Verhalten und Wesen der Führungskraft auf das Gesamtsystem. Besonders gut sichtbar ist das bei Gründern und Geschäftsführern. Sie bringen ihre ganze Person in das Unternehmen ein, sie sind das Unternehmen. Bei Apple, Virgin und Microsoft ist genau das ein Erfolgsrezept. Gleichzeitig kann dieser Mechanismus das Problem sein.

Widersprüchliche Anweisungen der Gründer

Ein IT-Start-up war erfolgreich schnell gewachsen. Beide Gründer führten das Unternehmen gemeinsam - und gaben den Mitarbeitern widersprüchliche Arbeitsanweisungen.Wo der eine Hüh sagt, sagt der andere Hott. Das Verhalten führte bei den
Mitarbeitern zu Unsicherheit und Unruhe. Die Arbeitsqualität leidet und Autoritäten werden in Frage gestellt. Aus Sicht der Verantwortlichen entsteht der Eindruck, dass es schwer ist “vernünftiges” Personal zu bekommen. Aus Sicht der Mitarbeiter hingegen, ist es unerträglich und oft unmöglich sich richtig zu verhalten.

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Ein ähnliches Problem zeigte sich in einem Touristik-Unternehmen, dessen Geschäftsführer und Gründer von misstrauischer Natur war. Die Mitarbeiter fühlten sich ständig überwacht und in ihrer Leistung nicht geschätzt. Ihr Eindruck des Unternehmens: Man kann es nie recht machen. Wer nicht kündigt, geht in den passiven Widerstand - und bestätigt so das misstrauische Weltbild der Führungsperson. Ist die Führungskraft nicht ganz bei der Sache - Typ zerstreuter Professor - läuft es auch nicht rund.

Wer oft Termine und Aufgaben vergisst und abwesend wirkt, erzeugt bei seinen Mitarbeitern leicht der Eindruck von Inkompetenz. Die Mitarbeiter versuchen, die Zerstreutheit der Führungskraft zu kompensieren. Als Folge fühlen sie sich selbst als Macher und verlieren den Respekt vor der eigentlichen Führungskraft. Das Team entwickelt eine Eigendynamik und wird schwer kontrollierbar.

Haben Mitarbeiter einen cholerischen Chef, sind Konflikte ebenfalls programmiert. Cholerisches Verhalten wird von den Mitarbeitern als persönlicher Angriff verstanden. Angst, Unzufriedenheit bis hin zur Kündigung sind die Folge. Niemand möchte mit so einer Person und in einem Klima der Angst zusammenarbeiten.

Wer bleibt, verliert den Respekt vor der Führungsperson. Als Folge können Hierarchiekonflikte ganze Abteilungen lahmlegen, da der Fokus auf Machtkämpfen und nicht der auf Arbeit liegt. Für das Unternehmen entstehen Kosten, Zeitverzögerungen und die mentale Gesundheit aller Beteiligten steht auf dem Spiel.

Mit wem wir uns im Beruf am häufigsten streiten

Gleiches passiert, wenn Mitarbeiter häufig zu Unrecht kritisiert und beschuldigt werden. Sie fühlen sich ungerecht behandelt und wehren sich in aller Regel. Für die Führungskraft scheint dies den Anfangsverdacht der Unzulänglichkeit zu bestätigen. Das nächste Kommunikationsmissverständnis oder kleinste Fehler werden umso hartnäckiger verfolgt. Hört die endlose Kritik nicht auf, resignieren Mitarbeiter. Häufig verlassen sie das Unternehmen nach kurzer Zeit, da ihre Leistung nicht gewürdigt wird. Im Unternehmen entsteht Unruhe durch die hohe Fluktuation.

All diese Beispiele zeigen: Mitarbeiter sind oft Spiegel der Führungskräfte. Sie reagieren auf das Verhalten ihrer Chefs und Chefinnen. Bevor Manager also über die unfähige, faule Belegschaft fluchen, lohnt sich eine Analyse des eigenen Verhaltens. Vielleicht sind Sie ja selber der Verursacher?

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