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Yoga in der Mittagspause Fitness erobert den Büroalltag

Sport direkt am Arbeitsplatz: Viele Unternehmen wollen ihre Angestellten mit Yoga in der Mittagspause und eigenen Fitnessstudios beglücken. Die Investitionen lohnen sich.

Die fünf besten Übungen fürs Büro
1. Sprinten im StehenLaufen Sie schnell auf der Stelle. Dabei abwechselnd rechtes und linkes Knie bis auf Hüfthöhe anziehen, Arme zusätzlich einsetzen und dicht am Körper führen. So schnell wie möglich wechseln. Quelle: dpa
2. An der Wand sitzenLehnen Sie aufrecht mit dem Rücken gegen eine Wand - bis die Knie mit dem Rücken einen 90-Grad-Winkel bilden, die Unterschenkel stehen senkrecht auf dem Boden. Diese Position halten und dabei Bauch- und Oberschenkelmuskulatur - so fest es geht - anspannen. Quelle: Fotolia
3. Liegestütze am StuhlAuf einer Stuhlkante rücklings mit den Händen abstützen. Arme sind in Schulterbreite geöffnet. Den Körper senken, in dem die Arme gebeugt werden. Po bleibt dabei nah an der Stuhlkante. Arme, Brust und Schulter anspannen und den Körper wieder anheben. Den Vorgang unter Spannung wiederholen. Quelle: Fotolia
4. Die härtesten Sit-UpsRücken auf dem Boden ablegen. Im Wechsel rechtes und linkes Knie zum Oberkörper ziehen, das jeweils ausgestreckte Bein berührt mit dem Fuß nur leicht den Boden. Parallel dazu den Oberkörper ans Knie ziehen, und die Schulterblätter während der kompletten Übung nicht auf dem Boden ablegen. Während der Crunches den Bauchnabel nach innen ziehen. Quelle: Fotolia
5. Stabile seitenlageDen Unterarm im rechten Winkel zum Körper ablegen. Dabei das obere Bein auf dem unteren ablegen, Knie und Hüfte sind gestreckt. Den Oberkörper anheben und mit der Taille auf eine Linie bringen. Den oberen Arm senkrecht nach oben strecken, oberes Bein in kleinen Wippbewegungen ebenfalls anheben. Danach die Seite wechseln. Quelle: Fotolia

Deutschlands arbeitende Bevölkerung wird immer älter: Während vor rund fünf Jahren der Altersdurchschnitt in Deutschland bei rund 41 Jahren lag, wird dieser Wert zehn Jahre später, im Jahre 2019 schon bei rund 46 Jahren liegen, wie eine Prognose des Statistischen Bundesamtes verrät.

Die Konsequenz für deutsche Unternehmen: Die Belegschaften werden älter, und die Auswahl auf dem Arbeitsmarkt wird geringer. "Dieser demographische Wandel macht es für viele Firmen einfach unerlässlich, ihre Mitarbeiter fit zu halten", erklärt Stefan Buchner, Geschäftsführer der UBGM (Unternehmensberatung für betriebliches Gesundheitsmanagement).

Daher bieten immer mehr deutsche Unternehmen ihren Mitarbeitern ein Fitnessprogramm an, das sie während der Arbeitszeit besuchen können. Dabei reicht das Angebot vom gemeinsamen Joggen in der Mittagspause, über Personal Trainer die durchs Büro ziehen und kleine Übungen mit willigen Arbeitnehmern machen, bis hin zu firmeneigenen Fitnessstudios.

So bringen Sie mehr Bewegung in Ihren Büroalltag

Dass fitte Mitarbeiter immer wichtiger werden, erkennt auch eine Studie der Unternehmensberatung Booz im Auftrag der Felix-Burda-Stiftung: Die Alterung in Deutschland macht es für viele Unternehmen unerlässlich, mehr in die Fitness der Mitarbeiter zu investieren.

Sie stellt eine enorme Steigerung des Sportangebots für Mitarbeiter während der Arbeitszeit, im Fachjargon Unternehmensfitness fest. "In den letzten Jahren hat sich das Angebot an Unternehmensfitness hierzulande ungefähr vervierfacht", schätzt Uwe Tronnier. Er ist Präsident des Deutschen Betriebssportverbands, in dem mehr als 4600 deutsche Unternehmen mit ihrem Sportangebot Verbandsmitglied sind.

Wie zu langes Sitzen den Körper belastet
MuskelnIm Sitzen werden die Muskeln nicht gefordert und gekräftigt. Langes Sitzen führt also dazu, dass sich die Muskeln zurück bilden. Wer in der Freizeit nicht mit Sport gegensteuert, sitzt sich also sukzessive schlapp. Quelle: dpa
WirbelsäuleDas hat natürlich nicht nur Auswirkungen auf unsere Fitness: Da auch die Rückenmuskulatur leidet, verliert die Wirbelsäule ihr natürliches Stützkorsett. Im schlimmsten Fall kann es zu Bandscheibenproblemen kommen. Quelle: dpa/dpaweb
BauchVom langen Sitzen werden die Muskeln aber nicht nur schwächer. Sie produzieren auch weniger des Enzyms Lipoproteinlipase, das als Katalysator beim den Fettabbau dient. Wer lange sitzt, hat also auch ein größeres Risiko, dick zu werden. Quelle: gms
FüßeEin besonders im Sommer verbreitetes Phänomen: Bei ausbleibender Bewegung sammelt sich Flüssigkeit im Gewebe an, wodurch die Füße anschwellen. Quelle: REUTERS
BeineWie in den Füßen, sammelt sich auch Flüssigkeit in den Beinen an. Gehen hilft, die Flüssigkeit abzubauen. Wer während der Arbeit gar nicht oder nur selten aufstehen kann, sollte immer wieder die Position der Füße verändern und das Gewicht abwechselnd auf Zehenspitzen und Fersen verteilen. Quelle: dpa
NackenDie über den Tag gespeicherte Flüssigkeit sorgt nämlich nicht nur für schwere Beine und dicke Füße, sie kann auch nachts beim Liegen in den Nacken wandern. Eine mögliche Folge: Schlafapnoe. Quelle: dpa
BlutdruckWer viel sitzt und sich auch nach Feierabend wenig bewegt, riskiert außerdem Bluthochdruck. Quelle: dpa

"Befragt man die Mitarbeiter, träumen viele natürlich von einem eigenen Fitnessstudio im Unternehmen", sagt Stefan Buchner. Doch geht es auch viel einfacher. In vielen Unternehmen gibt es Mitarbeiter, die ohnehin in ihrer Freizeit sportlich aktiv sind, oftmals sogar einen Trainerschein in ihrer Disziplin haben.

"Mit einem entsprechenden Ausgleich kann man dann die Mitarbeiter mit solch einem Trainerschein motivieren, für die eigenen Belegschaft zur Verfügung zu stehen", sagt Buchner. Auch könnten motivierte Geschäftsführer kleine Angebote in der Mittagspause, wie eine gemeinsame Joggingrunde, Yogatraining oder Gymnastik mit relativ wenig Aufwand und Kosten umsetzen.

"Eine weitere Variante ist ein Fitnesstrainer, der ein bis zwei Mal in der Woche kommt, durchs Büro läuft und mit den Mitarbeiter kurze Übungen, direkt am Arbeitsplatz macht", sagt Buchner.

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