Zeit- und Leistungsdruck Wie Pausen uns mehr Power geben

In einer oftmals auf Leistung und Erfolg getrimmten Umgebung verbinden wir Stress nicht selten gleich mit Problemen, zu hoher Arbeitslast oder Zeitdruck. Pausen sind umso wichtiger. Doch auch die wollen gelernt sein.

Das tun Führungskräfte für ihre Gesundheit
Grillwurst Quelle: dpa
vegetarische Suppe Quelle: dpa Picture-Alliance
Vitaminpillen auf einem Löffel Quelle: dpa
drei Leute joggen Quelle: dpa
Zigaretten Quelle: dpa
Frauen in einer Saune Quelle: dpa Picture-Alliance
Menschen machen Yoga am Times Square Quelle: AP

Der Wecker klingelt viel zu früh, der tägliche Stau auf dem Weg zur Arbeit zerrt an den Nerven und im Büro warten bereits Überstunden und Zeitdruck. Wenn solche Tage die Ausnahme bleiben, sorgen die richtigen Botenstoffe dafür, Energiereserven freizusetzen.

Doch diese Hektik scheint heute mehr Regel als Ausnahme zu sein. Genauso wie Müdigkeit, Stress, Überforderung, als Folgen von zu viel Arbeitslast vertraute Alltagsbegleiter sind, So ein Lebensstil macht auf Dauer nicht nur unzufrieden und unglücklich, er macht auch krank und führt über kurz oder lang zum Zusammenbruch.

„Endlich Wochenende!“, „Ich bin urlaubsreif“, „Ich kann nicht mehr!“: Diese Worte haben Sie dann auch schon gesagt – oder Sie gehören gar zu Ihren regelmäßigen Aussprüchen? Zeit- und Leistungsdruck erscheinen heute allgegenwärtig zu sein, ein Dauerproblem für viele Menschen und längst nicht mehr nur in der Arbeitswelt. Auch in der Freizeit reiht sich längst ein Termin, an den anderen. Und oft fühlen wir uns nach einem ausgefüllten Tag gar nicht erfüllt, sondern erschöpft und ausgebrannt.

Wie viele Stunden verschiedene Personengruppen im Durchschnitt schlafen

Wenn persönliche Bedürfnisse, wie Schlaf, zu wenig Achtsamkeit beim Essen und Trinken oder Verabredungen, auf der Strecke bleiben, ist dies ein deutliches Anzeichen für eine Stressfalle. Schlafstörungen, Kopfschmerzen, Verspannungen, hoher Blutdruck und Gereiztheit folgen dann, wenn Warnsignale des Körpers überhört werden.

Inmitten der Hektik erkennen viele nicht, dass es sich bei solchen Beschwerden, um einen Hilferuf des Körpers handelt. Immer mehr Menschen deuten das als ein Nicht-Funktionieren und nicht als einen ernstzunehmenden Warnschuss. Die Lösungen dafür werden nicht zuletzt in Betäubungsmitteln wie Alkohol, Schlaftabletten oder Antidepressiva, gesucht, um den Problemen so entgegen zu wirken.

Damit auf Dauer nicht Ausgebranntsein an die Stelle von Müdigkeit und Abgeschlagenheit tritt, braucht es Pausen im Alltag.

Die Jetlag-Strategie

Aus dem Leistungssport ist uns das Prinzip "Ohne Pause, kein Erfolg" bekannt. Aber Spitzensportler planen ebenso Pausen ein, wie sie auch das Training festlegen, um Überlastungen zu vermeiden, um dem Körper ausreichend Regenerationszeit bieten zu können. Die Pausen sind also für ein hohes Leistungsniveau nämlich ebenso unabdinglich wie das Training selbst.

Es macht also durchaus Sinn, dass wir dieses Prinzip des Spitzensports auch abseits der Laufstrecke, der Sportplätze und Krafträume beherzigen. Denn auch Arbeit und Alltagsbewältigung sind in der heutigen Zeit eine Art von Spitzensport.

Und wie viel schlafen Sie?
Insgesamt schläft der Mensch unter der Woche durchschnittlich 7,01 Stunden und am Wochenende 7,88 Stunden. Quelle: Fotolia
Männer schlafen unter der Woche durchschnittlich 7,00 Stunden und am Wochenende 7,93 Stunden. Quelle: Fotolia
Frauen schlafen unter der Woche durchschnittlich 7,01 Stunden und am Wochenende 7,83 Stunden. Quelle: Fotolia
Verheiratete schlafen 7,01 Stunden und am Wochenende 7,75 Stunden. Quelle: Fotolia
Singles schlafen durchschnittlich 7,06 Stunden und am Wochenende 8,49 Stunden. Quelle: Fotolia
Geschiedene schlafen unter der Woche durchschnittlich 6,85 Stunden und am Wochenende 7,69 Stunden. Quelle: Fotolia
Getrennt Lebende schlafen unter der Woche durchschnittlich 6,76 Stunden und am Wochenende 7,61 Stunden. Quelle: Fotolia

Seit jeher ist das Prinzip des Wechsels zwischen „An und Aus“, „Leistung und Pause“ in unserer Natur verankert. Beschrieben wird dieser natürliche Biorhythmus im Bezug auf Leistungsfähigkeit unseres Organismus mit dem sogenannten BRAC, dem Basic Rest Activity Cycle. Dieser sieht vor, dass unser Körper im Abstand 70 bis 90 Minuten eine kurze Pause von etwa zehn Minuten verspürt. Die Gestaltung dieser kleinen Auszeiten sollte dabei angepasst an die Tagesform und den persönlichen Bedürfnissen erfolgen, mal aktiv bei einer kleinen Büroauszeit im Treppenhaus, mal passiv in der Wintersonne sitzend.

Diese Höhen und Tiefen entsprechen ganz unserem natürlichen System und so helfen diese regelmäßigen Belastungs- und Pausenabschnitte uns dabei unser volles Leistungspotential auszuschöpfen.

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