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Zukunft der Arbeit Heute hier, morgen dort

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Berufseinsteiger stellen neue Ansprüche an ihren Traumjob

Verantwortlich dafür sind vor allem zwei Entwicklungen: die Technik und der neuerliche Kampf um die besten Köpfe.

Seit es Handys mit E-Mail-Funktion und billige flächendeckende sowie breitbandige Internet-Verbindungen gibt, können alle miteinander arbeiten, ohne am selben Ort zu sein.

Junge Menschen wiederum erwarten von ihrem Traumjob heute nicht mehr den dicken Firmenwagen, sondern vor allem eine bessere Work-Life-Balance, also attraktive Arbeitsbedingungen, die sowohl einen Kompromiss aus Familie und Karriere ermöglichen als auch abwechslungsreiche und herausfordernde Aufgaben.

Und die entstehen gerade im Dienstleistungsbereich. Von den 39,8 Millionen Erwerbstätigen in Deutschland arbeiteten im ersten Quartal dieses Jahres nur noch etwa 20 Prozent im produzierenden Gewerbe – 1991 waren es noch mehr als 36 Prozent. Der Anteil der Dienstleister an den Beschäftigten hingegen stieg im selben Zeitraum von knapp 60 auf über 72 Prozent.

Mehr noch: Diese Jobs werden zeitlich befristet sein und – auch hier ist Technik ein wesentlicher Motor – größtenteils über das Internet vermittelt. Zu den bekannten Jobbörsen gesellen sich dann Vermittlungsportale, wie etwa die kürzlich gestartete Internet-Seite netjobbing.de.

Deren Gründer, Nils Dreyer, gleichzeitig Doktorand an der Uni Witten/Herdecke, will dort Auftraggeber und Experten für einzelne Projekte zusammenführen. Beispiele: Aktuell sucht ein Unternehmen jemanden, der 300 Beschreibungen von Instrumenten ins Englische übersetzt; ein Automobilkonzern benötigt für ein halbes Jahr einen Software-Ingenieur für seine Entwicklungsabteilung.

Spezialisten werden in Zukunft dringend gebraucht

Das Interessante an dieser Seite: Sie zeigt schon jetzt, wo die Reise hingeht. Angebote für einfache Tätigkeiten und für gering Qualifizierte werden immer seltener. Diese Jobs werden künftig in Deutschland von Maschinen oder Arbeitern im Ausland erledigt.

Nach Angaben des Verbands Deutscher Ingenieure verlagert derzeit jeder elfte Betrieb Teile seiner Produktion in andere Länder.

Was hier bleibt, sind dagegen die Jobs für Spezialisten. Derzeit haben 80 von 210 Millionen europäischen Arbeitnehmern einen Job, der ein hohes Maß an Qualifizierung erfordert. Diese Zahl werde bis 2015 um mehr als 20 Millionen kräftig steigen, gleichzeitig werden die Arbeitsplätze für gering Qualifizierte um 8,5 Millionen sinken, erwartet das Europäische Zentrum für die Förderung der Berufsbildung (Cedefop).

Auf der sicheren Seite sind entsprechend Fach- und Führungskräfte aus dem Bereich der Hochtechnologien, wie Licht- und Lasertechnik, Bio- und Nanotechnologie oder auch der Werkzeugmaschinenbau sowie die Metallindustrie. Sie werden auch künftig gefragt sein, da „die Vorsprünge und vor allem der Spezialisierungsgrad“ in Deutschland so groß seien, sagt Ingo Rollwagen, Analyst beim Thinktank Deutsche Bank (DB) Research.

Vorteile besitzen aber auch all jene Berufe, in denen körperliche Präsenz erforderlich ist: Alten- und Krankenpfleger genauso wie Erzieher, Kindergärtner und Lehrer. Im Bereich der Kinderbetreuung werden bis 2013 zusätzlich etwa 50.000 Fachkräfte und mehr als 30.000 Tagespflegepersonen benötigt. An Schulen sind heute 60 Prozent der Lehrer 50 Jahre und älter.

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