Ergo-Leben-Bestände Negative Resonanz stoppte Verkauf durch Münchener Rück

Angst vor „Kollateralschäden“ soll den Verkauf zweier Lebensversicherungsbestände der Münchener-Rück-Tochter Ergo gestoppt haben – trotz Milliarden-Offerten.

Ergo hatte geprüft, ob sich Altbestände von Ergo Leben und Victoria Leben verkaufen lassen. Quelle: dpa

MünchenDas negative öffentliche Echo hat die Münchener Rück nach eigenen Angaben vom Verkauf zweier Lebensversicherungs-Bestände der Tochter Ergo abgehalten. Wegen des Aufschreis in der Öffentlichkeit seien „Kollateralschäden“ zu befürchten gewesen, sagte Finanzvorstand Jörg Schneider am Dienstag. Ergo habe zwar „interessante“ Angebote von professionellen Bestands-Abwicklern für die Portfolien erhalten. Angesichts des heftigen Gegenwinds seien diese aber „doch nicht so unwiderstehlich gewesen“. Insidern zufolge lagen die Offerten im Milliarden-Bereich.

Kunden befürchten, dass sie nach einem Verkauf finanziell schlechter gestellt werden könnten als bisher. Politiker hatten sogar ein Verbot der Abgabe von Lebensversicherungs-Beständen ins Gespräch gebracht.

Ergo hatte geprüft, ob sich die Altbestände von Ergo Leben (früher Hamburg-Mannheimer) und Victoria Leben verkaufen ließen, statt sie selbst abzuwickeln. Im Spätherbst hatte die Münchener-Rück-Tochter die Suche aber wieder abgebrochen. Die Deutschland-Tochter von Generali verfolgt ihre entsprechenden Pläne dagegen weiter. Einige kleinere Bestände sind in den vergangenen Jahren bereits an Finanzinvestoren gegangen, die sie oftmals effizienter und professioneller managen können als die Lebensversicherer selbst.

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