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Erneuerbare Energien Wettbewerb um Bau von Windparks an Land nimmt ab

Bei der Bundesnetzagentur gehen weniger Anträge für den Bau von Windparks ein. Schuld sei das Ausschreibungsverfahren, sagt der Bundesverband Windenergie.

Unklarheiten in der Gesetzgebung lassen die Konkurrenz um die Bauaufträge von Windparks schrumpfen. Quelle: dpa

DüsseldorfDer Wettbewerbsdruck beim Bau von Windparks an Land hat abgenommen. Erstmalig sei die ausgeschriebene Menge von 670 Megawatt (MW) nicht voll gezeichnet gewesen, teilte die Bundesnetzagentur am Donnerstag mit. Es seien 111 Gebote mit einem Umfang von 604 MW eingegangen.

Der Durchschnittswert, also die Subvention, die der Betreiber für jede Kilowattstunde Strom bekommt, liege nun bei 5,73 Cent pro Kilowattstunde und damit leicht über dem Niveau der Ausschreibung vom Mai 2017, als sich 5,71 Cent je kWh ergaben. Die nach dem Gesetz bei solchen Ausschreibungen bevorzugten Bürgerenergiegesellschaften seien mit 15 erfolgreichen Geboten im Umfang von 113 Megawatt beteiligt gewesen.

„Die leichte Unterzeichnung einer Ausschreibung bestätigt den Trend der letzten Runden mit zurückgehenden Gebotsmengen“, erklärte Behörden-Präsident Jochen Homann. „Die gegenüber der Ausschreibung im Februar angestiegene Förderung dürfte Bietern wieder verstärkte Anreize bieten, an zukünftigen Ausschreibungen teilzunehmen.“

Der Bundesverband Windenergie (BWE) kritisierte das Verfahren und begründete die geringere Teilnahme unter anderem mit einer Verunsicherung der Projektierer. Es gebe Unklarheiten in der Gesetzgebung, die bislang noch nicht beseitig seien, erklärte Verbandspräsident Hermann Albers. Nach wie vor sei gesetzlich nicht geklärt, ob die Genehmigung nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz (BImSchG) in künftigen Ausschreibungen Grundlage zur Teilnahmevoraussetzung wird.

„Unklar ist auch, welche Volumen in den kommenden Jahren ausgeschrieben werden, um die Ziele der Bundesregierung – 65 Prozent Erneuerbare bis 2030 – zu erreichen. Hier braucht es einen verlässlichen gesetzlichen Rahmen, um strategische Spekulationen am Markt zu verhindern und Ausschreibungsergebnisse zu stabilisieren.“

Die Bundesregierung hat bei der Förderung von Windstrom Ausschreibungen eingeführt, um die Kosten zu senken. Den Zuschlag bekommt, wer die niedrigste Subvention fordert. Seit 2017 ächzen Windturbinenbauer wie Nordex, Vestas oder Siemens Gamesa in Deutschland mit schwindenden Bestellungen.

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