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Euribor Prozess um Zinsmanipulation: Ex-Händler der Deutschen Bank freigesprochen

Eine Londoner Jury spricht einen ehemaligen Händler der Deutsche Bank frei. Ihm war die Manipulation des Interbanken-Zinssatz Euribor vorgeworfen worden.

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Ehemalige Mitarbeiter der Deutschen Bank waren in London angeklagt. Quelle: dpa

London Im Verfahren um Zinsmanipulation kann der ehemalige Deutsche-Bank-Händler Andreas H. aufatmen. Eine Jury in London sprach den Deutschen von den Manipulationsvorwürfen frei, wie eine Sprecherin der Strafverfolger am Donnerstag mitteilte.

Ihm war vorgeworfen worden, zusammen mit anderen Händlern den Interbanken-Zinssatz Euribor – das europäische Pendant zum Londoner Libor – manipuliert zu haben. Von den Zinssätzen hängen an den Märkten Geschäfte und Verträge im dreistelligen Billionen-Volumen ab. Während des Verfahrens hatte H., der von 1988 bis 2006 bei der Deutschen Bank arbeitete, eine Beteiligung an Zinsmanipulationen bestritten.

Das für die Bekämpfung von Wirtschaftskriminalität zuständige Serious Fraud Office (SFO) hatte H. vorgeworfen, den früheren Star-Händler der Deutschen Bank, Christian Bittar, bei den Zinsmanipulationen geholfen haben. Bittar war bekannt geworden, weil er 2009 mit 80 Millionen Euro den höchsten Bonus in der Geschichte der Deutschen Bank zugesprochen bekommen hatte. Zwei Jahre später wurde der Franzose wegen der Manipulationsvorwürfe entlassen. Im Juli 2018 folgte die Verurteilung zu einer Haftstrafe von fünf Jahren und vier Monaten.

Wegen Zinsmanipulationen haben die Behörden weltweit etwa neun Milliarden Dollar an Strafen gegen Großbanken und Brokerhäuser verhängt. Rund 30 Personen wurden angeklagt, wobei einige freigesprochen wurden.

Mehr: Deutscher Super-Trader von den Finanzmärkten ausgeschlossen – Christian Bittar darf nicht mehr an den weltweiten Finanzmärkten tätig sein.

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