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Europäische Zentralbank EZB-Chefvolkswirt Praet setzt geldpolitische Gründe für Staffelzinsen voraus

Der scheidende EZB-Ökonom will keine voreilige Abkehr vom aktuellen Einlagesatz. Für eine Staffelung seien geldpolitische Gründe notwendig.

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Der EZB-Chefvolkswirt scheidet Ende des Monats aus dem EZB-Direktorium aus. Quelle: Reuters

Frankfurt Die Europäische Zentralbank (EZB) kann aus Sicht ihres scheidenden Chefvolkswirts Peter Praet Staffelzinsen nicht ohne geldpolitische Argumente einführen. „Wir brauchen einen geldpolitischen Grund, wenn wir eine Staffelung machen“, sagte der Belgier am Montag auf einer Veranstaltung in Frankfurt. Falls man etwas ändern wolle am aktuellen Einlagensatz von minus 0,4 Prozent, dann sei dies notwendig.

Die EZB prüft zurzeit, ob ein Staffelzins geldpolitisch sinnvoll sein könnte. Zuletzt hatten allerdings die Stimmen von EZB-Währungshütern zugenommen, die skeptisch sind, ob ein solcher Schritt nicht nur wenigen Banken im Euro-Raum zugutekommen würde.

Die EZB hatte erstmals 2014 ihren Einlagensatz auf unter null gesetzt. Seitdem müssen Finanzinstitute Strafzinsen zahlen, wenn sie über Nacht überschüssige Gelder bei der Notenbank horten. Seit März 2016 liegt der Einlagensatz bei minus 0,4 Prozent. In Deutschland beklagen Institute seit längerem, dass das anhaltende Niedrigzinsniveau an ihren Gewinnen zehrt, und fordern ein Ende der Negativzinsen.

Praet scheidet Ende des Monats aus dem EZB-Direktorium aus. Sein Nachfolger wird Irlands Notenbankchef Philip Lane. Der Posten des obersten Ökonomen im sechsköpfigen EZB-Führungsgremium ist eine der Schlüsselpositionen für die europäische Geldpolitik. 

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